Ansaugbrücke für turbo Motor

  • Hallo ich bin der Jani aus Griechenland, ich habe eine eigene Werkstatt.vor kurzem habe ich mir ein wig gerät zugelegt, bisher nur mag geschweißt. Gelernt hab ich mit v2a, geht auch schon so einiger maasen. nun hab ich mich an Aluminium rangewagt. Das schweisstück hat 5mm dicke, benutzen tue ich eine graue 2,4 Wolfram mit 140-160 ampere, gasvorl 1,5sec nachlauf 5sec. Manometer 8-9lit. Alle anderen Werte hatte ich anfangs auf Minimum, hab auch bisschen rumexperimentiert.. [Blockierte Grafik: http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/38/1e04.jpg] ich kann aber nicht wirklich viel mit anfangen, wie sind die Einstellungen am besten? und mein Hauptproblem ist wenn ich ohne Zusatz Schweiße entsteht sofort nach der Naht ein Riss wo die Nut war.. [Blockierte Grafik: http://imagizer.imageshack.us/v2/640x480q90/607/zzmg.jpg] wenn ich aber 2,4mm Zusatz verwende ist alles ok, ich glaub die einbrennend ist nicht tief genug.. bitte um Rat.

  • Hallo Jani, Willkommen im Forum,


    welche Nahtvorbereitung hast Du ausgewählt? Ich gehe mal davon aus, daß es sich auf dem Bild um die Wurzel handelt, oder?


    Ohne jetzt zu wissen ob Du Reinaluminium oder eine Aluminiumlegierung gescheißt hast, handelt es sich bei diesen Riss um ein sogenannten Erstarrungriss (Heißriss).
    Durch das Schweissen ohne Zusatzwerkstoff kommt es zu einem Volumendefizit (weniger Material) und da durch das Schweißen immer irgendwelche Spannungen im Werkstück etc. auftreten, kann der geschädigte Werkstoff die Verformungsbeanspruchung nicht mehr bewältigen.
    Bei einer Aluminiumlegierungen können derartige Risse auch durch die unterschiedlichen Erstarrungsbereiche der jeweiligen Legierungselemente auftreten.

  • Frage, das ist doch der gleiche Effekt den man sich beim Flammrichten zu nutze macht, sprich durch eine Erwärmung des Werkstücks in den plastischen Bereich, und die Schweißschmelze liegt definitiv darüber, erzeugt dort eine Werkstoffverdichtung, da eine Ausdehnung nur in dem erwärmten Bereich erfolgen kann und nach Abkühlung entstehen dort Zugspannungen im Werkstoffgefüge die einen Wärmeverzug verursachen und hier zur Rißbildung führen?

    Wehret den Anfängen!

  • In gewisser Weise ist es richtig, beim Flammenrichten nutzt man halt die unterschiedlichen Spannungen, welche eigentlich schon bei der Herstellung vorhanden sind z.B. durch das Umformen etc. und/oder beim Schweißen entstehen. D.h. ohne Spannungen kein Flammenrichten möglich.

  • Danke der schnellen Antworten,
    ich habe leider keine schweissrausbildung, deswegen kenn ich die verschiedenen Benennungen der Nähte nicht, ich habe beide 5mm Stücke aneinandergelegt und entweder gerade oder gependelt nochmal drübergeschweisst.. Wurzelnaht kann ich mir vorstellen das ich die Ecken anschleifen hätte sollen?
    ich habe von innen und außen geschweißt, meint ihr das könnte so wie ich es geschweißt habe wieder reißen bei Druck? 1,0-1,5 Bar?
    evtl. Nochmal mit einer flex eine Nut einschneiden?

  • Moin,
    klink mich hier mal kurz ein.
    Aluminium ohne Zusatz funktioniert nur in den seltensten Fällen.
    Aluminium schweißen mit dem schweißen von CrNi zu vergleichen funktioniert noch weniger.


    Der Heißriss im ersten Bild entsteht unter anderem durch das Erstarrungsintervall der Al-Legierung und die in dieser Zeit wirkenden Schrumpfkräfte des Werkstücks. (Abhilfe: überlegierter Schweißzusatz, stabile Hefter)
    Einfach den Riss überschweißen funktioniert nicht! 5mm ist einlagig ohne Vorwärmung eh sehr ambitioniert (mit Ar locker 210-230A). Ich empfehle hier vorwärmen auf 120°C und mehrlagiges schweißen oder ArHe Gemisch.


    Zum flammrichten sei gesagt, dass es natürlich ohne vorher im Werkstück vorhandene Spannungen funktioniert. Allerdings kann man durch flammrichten auch Spannungen abbauen. (Versuch: Rundstahl in Schraubstock mit wenig Kraft einspannen, erwärmen, warten; Rundstahl fällt nach Abkühlung heraus, da er verkürzt wurde) Das Wirkprinzip besteht in der Behinderung der Ausdehnung unter Ausnutzung der Schrumpfung
    durch den Wärmeausdehnungskoeffizienten des Werkstoffs. (die Schrumpfung kann man nicht behindern)
    Das Werkstück darf dazu auch nicht bis zur Soliduslinie erwärmt werden, da man damit den Werkstoff massiv schädigen würde, egal ob AL-Legierung oder die unterschiedlichsten Stähle.


    Gruß seaman :sailor:

  • Hallo Seaman,


    schön das Du Rocco helfen möchtest, nur dazu gehört auch eine Lösung seiner Probleme bzgl. seiner Fragestellung.


    Es bleibt also die Frage offen wie Rocco, mit seinen zur Verfügung stehenden Mitteln, diese Ansaugbrücke schweißen kann.


    PS. Im übrigen sind auch im Rundstahl schon Eigenspannungen enthalten, aber das ist ein anderes Thema.

  • wie bekomm ich die einbrennung tiefer? Oben habe ich ja auch ein Foto von dem Stahlwerk Schweißgerät, was sind da so die besten Einstellungen für 5mm alu?

  • Also dein Schweißgerät hat nicht genug Leistung für eine 5mm I-Naht, diesbezüglich mußt Du eine andere Nahtvorbereitung vornehmen.
    Eine V-Naht mit einem Öffnungswinkel von ca. 70° (2x35°) und die scharfen Kanten im Wurzelbereich werden 1-2mm gebrochen um Wurzelrisse und Oxideinschlüsse zu vermeiden. "Brechen" heißt = kleine Phase anschleifen/feilen etc. auch im 35° Winkel.


    Zum Schweissen nimmst Du eine 3,2 mm starke Elektrode (Zusatzstab min. 2,4mm), ca. 165A. Die Schweißnaht besteht dann aus zwei Lagen, d.h. Wurzel- und Decklage. Sollte die Stromstärke zu hoch sein, dann Faustformel: Schweißstabdurchmesser x 50-60A.


    Als Schweißzusatz für Reinaluminium nimmt man, um Erstarrungsrisse zu vermeiden, AL99,5Ti (also mit Titan legierten Zusatz - sonst Al99,8), oder AlSi Schweißzusatz (Achtung andere Farbe als Grundwerkstoff).


    Für AlMg Legierungen nimmt man in der Regel auch AlMg Zusätze, höhere Mg-Gehalte (4,5-5%) ergeben eine hohe Dehngrenze und Bruchfestigkeit. Zusätzlich mit Cr oder Zr (Zirconium) legierte AlMg Zusätze vermindern die Anfälligkeit gegenüber Erstarrungsrisse.


    Für AlSi Legierungen nimmt man in der Regel auch AlSi Zusätze od. AlSiMg Zusätze.

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