Synergic-Settings teilweise nicht ideal / nerven manchmal...

      Synergic-Settings teilweise nicht ideal / nerven manchmal...

      Hallo Schweisser-Freunde,

      ich habe mal eine Frage zum Thema Synergic der modernen MIG/MAG Maschinen. Ich besitze eine hochmoderne MAG-Anlage von Fronius die im Synergic-Betrieb eigentlich alle Parameter selber berechnet indem man zb. die Materialstärke vorgibt. Leider finde ich, dass im unteren Leistungsbereich im KLB die Naht zu kalt ist (stark überhöht) und stelle dann immer manuell die Lichtbogenlänge sehr hoch wenn nicht sogar maximal ein. Erst bei grösseren Leistungen nehme ich diese Option stetig zurück bis sie dann auf null ist irgendwann.

      Leider nervt mich das, hab schon manchmal gedacht, warum verwende ich nicht den Manual-Betrieb und stelle einfach Drahtvorschub und Spannung wieder selbst ein nach empfinden.

      Ich wollte mal von den Erfahrenen von euch wissen, wie ihr das so handhabt oder ob ihr mit euren Synergic-Maschinen glücklich seid?

      Vielen Dank für Ideen und Inputs...
      Rap
      Haben 2 Transstel 3500 bei Stahl hat man da 3 Kennlinien Stahl (Standart) Dynamik ( zum schneller schweißen ) root (Wurzel schweißung ) war anfangs gewöhnungsbedürftig , aber sonst find ich es gut, kannst auch Job speichern.
      Ganz blöde Frage: evt bist du zu schnell oder du hältst den Brenner zu flach (stechend schweißen)
      Frage deshalb weil bei den meisten die ich in da Firma habe die Geräte zu "hart Empfinden"
      Bei der Lichtbogen Länge stellst ja normal den Brenner Abstand zum Werkstück Ein ( was sinnvoll ist in Zwangslage z.b kehlnaht wo Mann nicht ganz Ran kann ) und hier regelt er automatisch nach bzw gleicht unregelmäßig aus ( sieht mann wenn Mann Parameter umstellt auf Ampere und Volt)
      Bei max singt er (sollte sich aber wie ne Hummel anhören) und wird zu heiß und bringt zu viele Spannungen ins Werkstück ( evt generell Brenner zu weit weg ?)
      Habe Verdacht daß die Parameter nicht stimmen ? ! Draht Durchmesser und Gas , hast du ohmischen Abgleich gemacht (via masse und Brenner ohne Draht )

      Bei Bild 2 (gerade Gemacht) obere naht Einstellung 0 untere max

      Material 3mm s355MC Bandstahl ( Tür Scharniere kfz)
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      Tipischer UR-BAYER
      Moin,

      die Synergic-Kennlinien sind ja nur vorprogrammiert anhand von Versuchsschweißungen im Herstellerlabor. Sie dien(t)en dazu, aus der früher üblichen Zweiknopfbedienung (Drahtvorschub und Spannung) eine Einknopfbedienung ("Schweißleistung/Power") zu machen. Nachdem in den allermeisten Fällen noch eine Korrektur nötig ist, gibt es dann doch wieder einen zweiten Knopf zur Einknopfanlage, nämlich die Lichtbogenkorrektur. :rolleyes:

      Üblicherweise werden zur Wahl der Kennlinie an der Maschine Parameter wie Drahtwerkstoff, Drahtdurchmesser und Schutzgastyp eingestellt, damit stellt sich die Maschine dann schonmal grob ein. In der Praxis gibt es aber eine Unzahl an Einflüssen, die der Hersteller nicht vorhersehen kann, z.B. Kontaktrohrabstand, Kabellänge, Förderwiderstand im Schlauchpaket, Kontaktrohrtyp, Drahteinflüsse etc. Da kann es schon sein, dass im einen oder anderen Fall die Kennlinie nicht passt. Dafür gibt es dann die Lichtbogenkorrektur. Eine Kennlinie zu programmieren, die immer in jeder Lebenslage passt, ist schlicht unmöglich.

      Versuch z.B. mal einen kürzeren Kontaktrohrabstand oder wähle einen größeren Drahtdurchmesser als tatsächlich benutzt. Auch das Einstellen von CO2 statt Mischgas macht einen Unterschied.

      Gruß,
      Thomas
      Hallo zusammen,

      vielen Dank erstmals für die wertvollen Infos. Ich gehe mal kurz noch auf meine Eckdaten ein um konkreter zu werden. Gemacht wurde ohmscher Abgleich an Kontaktrohr, ja. Draht und Gasart stimmen natürlich auch, 10L/min Corgon 18. Soweit das handelsübliche denke ich. Der Brennerabstand halte ich zwischen 10 und 15mm ca. und ziemlich steil, sodass ziehen/stechen wenig Unterschied machen. Und ja, die Nähte auf Bild 2 von Andy C kommen eigentlich gut an meine Erfahrungen ran. Ich meine, eine Kehlnaht zb. mit 3mm Blech in der Art wie die obere Naht bekomme ich um den Kopf geschlagen, weil sie so stark überhöht ist. Da stellte ich immer die Lichtbogenlänge ins positive um heisser zu bekommen und eine flachere Naht zu erreichen. Leider muss man diesen Parameter (Lichtbogenlänge) aber dann bei jeder Blechdicke (zb. 2mm oder 4mm oder 6mm) wieder individuell anpassen und sogar bei jeder Nahtart wieder anders... Ist also ein herantasten auf Probestücken. Aber dank BluesMan verstehe ich jetzt auch die Idee der "Einknopfbedienung". Sehe ich das demfalls richtig, dass man lieber zb. die Materialstärke vorgibt und dann die Lichtbogenlänge passend stellt, dafür nicht (auch zwei) die Drahtgeschwindigkeit und die Spannung einstellen muss?

      Ich danke euch schonmal vielmals für die Erleuchtung soweit. :)
      Lg, Rap
      Klingt soweit alles richtig. Misst du den Brennerabstand ab Kontaktrohr oder ab Gasdüse?

      Die Idee bei den ganzen Synergic-Anlagen ist, wie schon oben beschrieben, alles auf einen einzelnen "Power/Leistung"-Knopf zu reduzieren. Viele Schweißer (insbesondere Anfänger) haben Schwierigkeiten damit, Parameter richtig einzustellen und von einer Lichtbogenart zur anderen zu wechseln oder den Wärmeeintrag zu verändern.

      Die Krux ist ja, dass man zwei Parameter miteinander einstellen muss, nämlich den Drahtvorschub und die Spannung. Will ich mehr Leistung, muss ich den Drahtvorschub erhöhen, die Spannung aber auch. Und das wollten die Maschinenhersteller uns abnehmen, so dass man mit nur einem Knopf durch das gesamte Leistungsband fahren kann.

      Jetzt braucht ein Sprühlichtbogen bei 300A aber eben nicht immer 30V Spannung und 10m/min Drahtvorschub, sondern mal mehr, mal weniger. Je nach Werkstoff, Gas, Drahtdurchmesser etc. Deshalb sind für jede sinnvolle Kombination dieser Randbedingungen Wertepaare aus Drahtvorschub und Spannung vorprogrammiert. Zusätzlich werden noch Prognosewerte zum Strom und zur damit wahrscheinlich verschweißbaren Blechdicke mit abgelegt, die aber auch nur ungefähr stimmen. Das heisst aber auch, dass man nicht gezwungen ist, beim 1,2mm Draht auch wirklich 1,2mm einzustellen. Man kann auch davon abweichen, um bestimmte Effekte zu erreichen. Das meinte ich damit, als ich oben sagte, du solltest mal CO2 einstellen, auch wenn du mit Ar+18%CO2 schweißt. Das reine CO2 braucht nämlich mehr Spannung, das ist in der Maschine auch so vorprogrammiert, also wirst du beim Schweißen mit C18 einen längeren Lichtbogen bekommen als normal.

      Die meisten Schweißer, die ich kenne, bevorzugen allerdings die altmodische Einstellung des Lichtbogens mit Drahtvorschub und Spannung nach Auge und Gehör...
      Viel Erfolg! :)

      Gruß,
      Thomas
      Danke euch vielmals für die wertvollen Infos. Ich probiere das mit dem Gas umstellen nächste Woche mal aus. Ist eine geniale Idee, daran habe ich nie gedacht. Auch die anderen Tipps teste ich mal ausgiebiger. Ich denke, das hat mir nun sehr weiter geholfen. Ich danke euch! Ein super tolles Forum hier!

      Lg, Rap

      PS: das Kontaktrohr ist nicht mehr weit von der Gasdüsenspitze entfernt, vielleicht so 1-2mm, daher vernachlässige ich mal das beim Abstand. Hab sowieso machmal das Gefühl, fast zu nahe zu sein, da die Gasdüse tw. Spritzer abbekommt.
      also die ist ja auch nur aufs Blech gelegt normal hast du Fase und Luftspalt dann passt das , worauf ich aus wollte sieht man auf den bild , Starke Schrumpfung der Schweißnaht starke Spannung "Gefahr durch Erstarrungsrisse) verzieht sich ,
      was ich mache bei Kehlnähten ist das ich die Parameter ändere (jop speichere und diese als ausgang nehme)
      Tipischer UR-BAYER