Als Neueinsteiger eher ein Inverter- oder Trafo-Gerät kaufen ?

  • Jein. Die 25 und 50 Ohm sind vermutlich ersonnene Werte, die zu einem mathematischen Grenzfall führen und meine These (leider?) nicht belegen.

    Dankenswerterweise sind in dem Video, auf das BluesMan nochmal hingewiesen hat, tatsächlich die Messungen durchgeführt worden, die die nötigen Antworten liefern. Ich hätte es mir wirklich erst nochmal anschauen sollen :-)


    Nun ist es aber in der Natur ziemlich selten, dass etwas sich ohne Grund wie ein mathematischer Grenzfall verhält und ich grüble weiterhin vor mich hin, warum das in diesem Fall so zu sein scheint. Es dürfte schon ein verdammt großer Zufall sein, dass sich der steigende Widerstand und die steigende Spannung genau ausgleichen und zu einer konstanten Stromstärke führen.

    Kippt der Bauer Milch in den Tank, wird der Trecker sterbenskrank.

  • Ich habe ja deshalb auch extra EXTREM VEREINFACHT hingeschrieben.

    Und nein, dies ist kein Grenzfall, sondern das ohmsche Gesetz. U,R und I stehen direkt gekoppelt im Verhältnis zueinander. Steigt die Spannung, sinkt der Widerstand, bei gleichbleibendem Strom. Das ist auch nicht nur bei Lichtbögen so, sondern bei allem. Deshalb gibt es ja auch Hochspannungsleitungen.


    Die Werte waren ersonnen, der Lichtbogenwiderstand sind normalerweise ein paar Zehntel Ohm. Solche Werte hätten meine VEREINFACHTE Erklärung nur wieder komplizierter gemacht.

  • Ich denke das kommt von der ungleichmäßigen Spannungsverteilung im Lichtbogen.

    Um den Draht abzuschmelzen muss immer die selbe Energiemenge in den Draht eingebracht werden.

    Diese kommt wohl zum größten Teil durch die ohmsche Erwärmung im Draht und den Spannungsabfall der direkt an der Anode stattfindet und relativ unabhängig von der Lichtbogenlänge ist.

    Dieses Diagramm zeigt den Spannungsverlauf in einem WIG Lichtbogen, der bei MAG dürfte aber zumindest zeitweise ähnlich sein. Die ca. 10V am rechten Ende des Diagramms sind der Anodefall und der ist auch mit der Grund, warum eine an "+" gepolte WIG Elektrode so gering belastbar ist.

    Die Energiemenge die durch einen verlängerten Lichtbogen zusätzlich in mehreren mm Entfernung zum Drahtende entsteht verteilt sich in alle Richtungen im Raum, dementsprechend klein dürfte der Anteil sein, der davon am Draht ankommt.

    Bei gleichem Kontaktrohrabstand verringert sich mit verlängertem Lichtbogen die freie Drahtlänge und damit die Wiederstandserwärmung im Draht, wirkt also der Mehrleistung durch den längeren Lichtbogen entgegen.


    Damit ergibt sich eine sehr starke Abhängigkeit der Drahtabschmelzleistung vom Strom, aber nur eine geringe oder vielleicht sogar negative von der Spannung.


    Intetessant dabei finde ich, dass der Strom im Video beim Kurzlichtbogen mit steigender Spannung geringfügig abnimmt, während er beim Sprühlichtogen steigt.

  • Hallo Leute,


    ich bin tief beeindruckt über so viel geballtes Wissen betreffend die ganzen Schweißprozesse und die damit verbundenen elektro-physikalischen Gegebenheiten und die erforderlichen Einstellungen (oder eben nicht).

    Betreffend das RedMig: es gibt ja 2 Hauptstufen und je 7 Unterstufen. Beim Potentiometer betreffend die Drahtvorschubgeschwindigkeit richtet man sich nach der voreingestellten Haupt- und Unterstufe, passend für die verwendete Dicke des Drahtes.

    Stufe 4 entspricht also der Draht-Fördergeschwindigkeit 4 usw., um es mal kurz zu erklären. So in der Art zumindest sagte es mir 1 Kollege. Damit wäre die Grob-Einstellung o.k. und zu einer FEIN-Einstellung würde es bei einem Anfänger wohl kaum kommen, mangels Erfahrung und Vergleichs-Werten.


    Ich gehe also mal davon aus, dass ich ein Merkle kaufen werde mit einem zweiten Schlauchpaket für MIG. Sollte in 1-2 Jahren weiteres Interesse für ein WIG-Gerät bestehen, so kann ich dieses Thema ja dann immer noch in Angriff nehmen. Um mir das erste Mal "die Finger zu verbrennen" wird ein MAG-Gerät ja wohl für den Anfang reichen.

    Leider sind, da hat Migmax vollkommen Recht, die Kosten relativ hoch (Gerät, Gas-Flasche & Inhalt, guter Schutzhelm, Säge, Bandschleifer vielleicht später auch...). Aber: da weiss ich wenigstens, wofür ich in den kommenden Monaten arbeiten gehe ;)


    Besten DANK bisher an ALLE und bis später,

    Apo

  • Nimm als Zweitschlauchpaket am besten das gleiche wie du es auch für MAG hast. Mit ein bisschen Pech hast du sonst 2 unterschiedliche Systeme an Verschleißteilen.

    Merkle Brenner sind oftmals nicht mit Binzel (oder allen anderen, wo MB25 oder 15 oder so draufsteht) Verschleißteilen kompatibel.

    Kaufst du das Gerät im Set mit allem drum und drann?

  • DD,


    ich bin noch nicht im Bestellmodus, aber wenn Du mich schon darauf ansprichst ;): Folgendes

    ist im Jubiläums-Paket eines Deutschen Anbieters enthalten (Shop zum schweissen 24):


    RedMIG 2800 KMIG/MAG Brenner SB 307 G, 4m2. MIG/MAG Brenner SB 307 G, 4m ausgerüstet für CrNi- und Aluminium-Drähte2 Stück Drahtvorschubrollen für Aluminium-Drähte Ø1,0/1,2 mmAutomatikschweißmaske EURO-SHADE 4/9-13ABICOR BINZEL Kermik-Düsenspray, 400mlCoating Cap für Kermik-DüsensprayMassekabel 35mm² 4m langAdapter Korbspule K-300 mit FederDruckminderer für Co²/Argon 200bar/30l/minGasmessröhrchenCo²-Spezialzange Gr. 2Brennerhalter mit Magnetfuß. Kosten: 1.759 €. Darf ich das hier sagen ???? :zip:


    Es gibt auch ein BASIS-Paket mit etwas weniger Zubehör (Basis 1.499 €)


    Mein jüngerer Kollege riet mir dringend zu BINZEL. Die hier verzeichneten Brenner sind wohl von Merkle selber, oder ?

    Ansonsten: ist das Angebotene was Vernünftiges ? Sollte ich nach was Anderem fragen ?


    Die Schweißmaske kenne ich nicht weiter - ich wollte eigentlich einen Optrel Neo p550 haben. Vielleicht kann ich das ja noch tauschen. Vom Rest kenne ich zu wenig, um es beurteilen zu können.

    Vielleicht kannst Du mir ja dabei helfen a010.gif


    Thanks,

    Apo

  • Die Merkle Brenner sind sehr gut. Ich selber nutze einen. Kauf das Gerät am besten Mit dem Spulendorn für Korbspulen als Zubehör, und den Drahtvorschubrollen für Stahl und Aluminium.

    Den Rest findet man günstig in Ebucht...


    Bei den Brennern habe ich selber welche von Binzel, TBi und Merkle in Gebrauch. Das Verschleißteilesystem von Binzel und TBi ist identisch, das von Merkle überschneidet sich nur zu Teilen mit den genannten Herstellern. Ich würde zu einem Binzel Brenner tendieren, hier findet man viele Verschleißteile auch günstig auf dem freien Markt.

    Außerdem ist so ein Brenner auch in der Anschaffung günstiger. Du brauchst ja einen zweiten, der für Aluminium und Edelstahl gerüstet ist (Teflonseele).


    Für deine Anforderungen wäre denke ich der Binzel MB Grip 26 KD angebracht. Du erwähntest ja dass du öfters mal am Traktor schweißt, oder ein Tor bauen willst. Hier braucht man ja schon eine höhere Leistung, deshalb muss der Brenner ausreichend gut dimensioniert sein. Nimm einen mit mindestens 4 Meter Länge. So muss man nicht immer das Schweißgerät mitschleppen.


    Bei dem Brenner, den du für Alu nimmst, geh keinesfalls über 3 m Länge. Die Reibung steigt ja mit der Länge, und das kann zu Drahtvorschub Problemen mit dem weichen Aludraht kommen.


    Wenn du Alu schweißen willst, benötigst du ein Brenner mit 3 m Länge (alles drüber bereitet oft Probleme), für Stahl würde ich einen mit mindestens 4, besser 5 Meter empfehlen, der Mehrpreis ist gering, und man ist doch um einiges flexibler damit.

    Besonders wenn man an größeren Werkstücken (Tore, Landmaschinen...) arbeitet.


    Massekabel mindestens 4 m lang, und mindestens 35mm² stark.

    Hier würde ich auch nicht am falschen Ende sparen, die billigen Kabel sind oft relativ unflexibel.

    Die professionellen haben Stecker von Binzel und Dinse montiert.


    Als Helm kann ich die von Speedglass und Optrel empfehlen. Der Speedglas 100V z.B. ist nicht allzu teuer, aber dennoch sehr gut.


    Von Düsenspray halte ich nichts, bei mir hat das nie was gebracht. Meine Geräte (2x Merkle, Oerlikon) spritzen zwar schon etwas, bei sauberem Material, richtiger Brennerhaltung und guter Einstellung halten von den Spritzern auf dem Material allerdings keine.

    Ich schweiße auch viel Landwirtschaftlich, von dünnstem Blech bis 40mm und mehr, und die Nähte sind nahezu immer spritzerfrei. WICHTIG ist nur die Nahtvorbereitung.

    Düsensprays haben sich bei mir einfach nicht bewährt. Oftmals reicht es, den Brenner sanft auf den Boden zu klopfen und es fällt etwas Dreck heraus. Sind es hartnäckigere Spritzer, nehme ich einen Schraubendreher zur Hilfe.

  • Edit:

    Beim Druckminderer sind die Marken Harris, Rhöna, Kayser und Messer Griesheim zu empfehlen. Letztere wird man wahrscheinlich nur gebraucht finden, allerdings muss das nichts schlechtes heißen.

    Einer mit Flowmeter ist schön, allerdings nicht zwingend notwendig. Ich nutze sowas nur am WIG Gerät.

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