WIG Lichkegel zieht bei Kehlnaht und zum Teil auch bei geraden Nähten weg.

      WIG Lichkegel zieht bei Kehlnaht und zum Teil auch bei geraden Nähten weg.

      Hallo liebe Schweisserfreunde.

      Eventuell kann mir hier wer einen Tipp geben. Ich kenne Stahlschweissen aber im Aluminium bin ich Neuling aber es geht eigentlich sehr gut.

      Ich schweisse Aluminium, 2mm dicke Vierkanntrohre also 40x20x2mm.

      Ich schweisse mit 100Ampere, 2,5mm Draht und einer 2.4mm Wolfram Elektrode.
      Gas Argon 100% und einer 5 Düse.
      Schweissteile tu ich immer bürsten (Stahlbürste brauch ich nur für Alu), mit handelsüblichem Sprit reinigen da der sich super verflüchtigt und wenn es grössere Sache sind vorwärmen.

      Ich habe immer wieder das Problem, speziell bei Kehlnähten, dass der Lichtkegel wegzieht, also nicht unter der Elektrode ist sondern nach einer Seite wegzieht.

      Bei der Kehlenaht ist es immer so, dass der Kegel nach unten wegzeiht.

      Ich habe versucht das Ganze einmal zu zeichen. :)

      Ich hoffe wer kann mir ein Tipp geben was ich falsch mache.:)
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      Leider hat der TS auf die Antwort von Tommy bisher nicht reagiert.
      Gleiche Beobachtung - das 'Wegziehen' des Flammkegels - habe ich auch schon erfahren. Ein Grund dafür könnte das Magnetfeld der Fixierhilfen sein, so meine Vermutung. Ob's stimmt, weiß ich jedoch nicht. Wäre daher an einer fachkundigen Antwort auf diese Erscheinung ebenfalls interessiert. Ich verwende die goldfarbenen Wolframelektroden und schleife sie ausschließlich längs zur Spitze hin an.

      BG - Reinhard
      Das Verhalten wird als "Blaswirkung" bezeichnet und hervorgerufen durch magnetisches Feld um die Elektrode und teilweise auch durch die Wahl des Stromabflußes durch die Masseklemme. Abhilfe, bzw. Verminderung bringt eine andere Wahl des Masseklemmungspunktes am Werkstück. Ganz viel bringt
      ein kurzer Lichtbogen. Dazu den Elektrodenabstand zum Werkstück kurz halten - max. 3mm. In der Zeichnung ist dieser viel zu lang.
      Ist meine Meinung dazu.

      Gruß
      Die bisher genannten Gründe kommen natürlich auch in Frage.

      Meine Frage hat darauf abgezielt ob die genannte 2,4er Elektrode je nach Konfiguration mit den genannten 100 A nicht evtl. unterlastet ist, dann ist der Lichtbogen auch nicht richtungsstabil. Z.B. sind in der WIG-Fibel von EWM für eine Elektrode mit Oxidanteil dieser Größe bei AC 120...210 A angegeben.

      Was nicht heißen soll dass die Kombination 100 A und 2,4er Elektrode nicht funktionieren kann, aber halt weniger bei einer stumpf vorbereiteten Eletrode mit voll ausgebildeter Kalotte, sondern eher bei einer spitz geschliffenen Elektrode (evtl. gebrochene Spitze).
      Das geht durchaus auch bei AC, wenn die Balance deutlich auf der negativen Seite ist und man wie hier mit eher wenig Strom in Relation zum Elektrodendurchmesser unterwegs ist. Umgekehrt ist der Lichtbogen an einer spitz vorbereiteten Elektrode tendenziell richtungsstabiler.
      schöne Grüße
      Tommy
      Ein weiterer oft unterschätzter Grund für das Weglaufen des Lichtbogens ist die Wärmeleitfähigkeit des Aluminiums. Gerade beim Schweißen unterschiedlich dicker Bleche wird der Lichtbogen zum dünneren Blech hinwandern, weil dieses sich schneller erwärmt und dem Lichtbogen sozusagen bessere Bedingungen bietet.

      Das Bürsten oder Hobeln der Oxidschicht unmittelbar vor dem Schweißen wird nicht mehr empfohlen. Es ist zwar einerseits sinnvoll, weil man mit der Oxidschicht auch Schmutz und Feuchte entfernt, die sich darin angereichert haben, allerdings wird der Lichtbogen auf frisch gereinigtem Material nur widerwillig brennen. Er wandert umher und flackert, weil er sich quasi die Oxide zusammensucht, auf denen er viel lieber brennt. Besser ist es, das Material nach dem Reinigen einige Zeit trocken liegen zu lassen, bis sich die Schicht wieder komplett neu, aber eben sauber, gebildet hat...

      Gruß,
      Thomas