Farblich abgesetzte Schweißnaht am Fahrradrahmen

      Farblich abgesetzte Schweißnaht am Fahrradrahmen

      Hallo Freunde,
      neulich kam mein Nachbar rüber und zeigte mir dieses Bild.
      Es zeigt ein geschweißter Fahrradrahmen mit gewollt farblich abgesetzter Schweißnaht.
      Meine Frage:
      Mit welchem Zusatz kann man solch ein Ergebnis ohne die Festigkeit des Grundwerkstoffes Stahl zu beeinflussen erzielen?
      Bronze, Messing oder gar Kupferlegierte Zusätze??????

      Der Rahmen wurde anschließend poliert und mit Klarlack lackiert. (sieht genial aus) !!!!!!

      MfG
      Johannes
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      Das mit der Wig Löterei (mit CuSi3) hab ich mal probiert. So viel Material (Zusatz) wie es bei den Sauerstoff Aze fillets üblich ist habe ich nicht auftragen können. Und die Kunden wollen ja Rahmen mit fillets wegen der weiten Radien und der damit verbundenen Optik.
      Und wenn da schon ne WIG Anlage steht versteht ich nicht warum ich dann damit löten soll, wenn die geschweisste Verbindung am Ende unter Pulver optisch vergleichbar ist und im Zweifelsfall sicherer ist.
      Ich würde mich auf jeden Fall nicht trauen eine Steuerrohrverbindung mit Wig zu löten.
      Bei Fahrrad Rahmen aus Stahl legierung bzw hochfesten Stähle, werden deshalb hart gelötet, um den Stahl nicht weich zu glühen . Bei Alu Rahmen und motorrad Rahmen ab 6000er Serie 7000 usw, die müssen bzw werden nach den schweißen gehärtet . Ähnlich bei Pulver beschichten von Alu Rahmen und Felgen . Nimmt der TÜV nur dann ab wenn ein Prozess Beleg dabei ist das die Teile nicht über 185 Grad eingebrannt würden . Da sonst Alu wieder weich wird .
      Deshalb schweißt man da nix rum
      Weiß dies deshalb weil i schon paar motorrad Rahmen gemacht . Und etliche Rahmen umgebaut habe . Da geht man auch ned zu irgend einen tüvler sondern die sich auf das spezialisiert haben .
      Tipischer UR-BAYER
      Die Stahlrohre für Rahmen der üblichen Hersteller haben eine sehr gute Schweisseignung. Defekte gibt es tatsächlich sehr selten.
      Die meisten Defekte die mir bei Fremdrahmen unterkommen sind konstruktiv bedingt. Defekte an eigene Rahmen hatte ich nach einigen hundert in rund 15 Jahren keine, egal ob mit Messing muffenlos gelötet (sind aber nur 5-10%) oder geschweisst.

      Wenn ich muffenlos löte muss ich der Festigkeit wegen schon Messing nehmen, dann bin ich mit rund 900 Grad aber schon wieder in Bereichen wo Veränderungen stattfinden und z.B. eine etwaige vorher erfolgte thermische Vergütung partiell hinfällig sein dürfte.
      Dazu habe eine größere Wärmeeinflusszone und eine längere Zeit auf erhöhter Temperatur als beim Schweissen. Das merkt man dann schnell z.B. an großen Tretlagergehäusen für Tandem Excenter, wo man beim Löten in Sachen Verzüge stark aufpassen muss.

      Beim Wig Löten bekomme ich in einem Durchgang kaum die für die Festigkeit erforderlichen Nahtquerschintte hin. Daher habe ich das schnell verworfen.

      Bei verzinkten Blechen im KFZ Bereich hat das sicher seine Berechtigung, bei Fahrradrahmen sehe ich da eher Nachteile.
      CUSI Lote kenn ich nicht.
      Löte ausschließlich mit Silberlot AG20 oder AG40 in Ausnahmefällen auch mal mit Messing.
      Warum CuSi3 welchen Vorteil, außer der Schmelztemperatur bietet diese Lot.
      Bei 650°C hätte ich (gerade bei einem sehr beanspruchten Mountainbike Rahmen) bezüglich der
      Festigkeit so meine bedenken!
      Moin,

      wir dürfen hier nicht Äpfel (MIG-Löten) mit Birnen (Flammlöten) vergleichen. CuSi3 und CuAl8 sind typische Lote für das MIG-Löten. Sie brauchen kein Flussmittel, dringen aber durch die kurze Einwirkzeit der Wärme auch nur wenig in die Kapillare ein. Möglich sind damit nur Überlappstöße. Trotzdem können sie bei entsprechender Vorbereitung ganz ordentliche Festigkeiten erreichen. Silberlote werden für das MIG-Löten (soweit ich weiß) nicht verwendet, zum einen, weil sie sehr teuer sind und zum anderen, weil sie deswegen nur selten (wenn überhaupt) als Draht verfügbar sind. Außerdem brauchen sie Flussmittel, welches beim MIG-Löten nicht sinnvoll aufgebracht werden kann.

      Beim Flammlöten dagegen entfallen diese Beschränkungen. Flussmittel kann aufgebracht werden, die Wärme kann gut dosiert werden und man kann das Lot mit der Flamme weit in den Spalt "hineinziehen", so dass die geforderten 80% Überdeckung auch erreicht werden.

      Warum also überhaupt mit CuSi3 MIG-Löten, wenn man es sich erlauben kann? Weil's schneller geht... :)
      Bei stumpfen Rohrverbindungen Messing oder Neusilber!!! Hochprozentigeres Silber ist hier zu heikel, es hat schlicht nicht die Festigkeit. Darüberhinaus neigt es zum Ausbilden von Microrissen beim Abkühlen, wenn es in entsprechenden Schichtdicken aufgetragen wird.
      Ein abfliegendes Steuerrohr kann keiner brauchen.
      Und wenn ein Hauptrahmenrohr versagt, weil es beim Löten mit Messing "weichgekocht" wurde, dann ist das Versagen wesentlich gutmütiger, als wenn eine Silbernaht versagt.

      Spaltlötungen (Muffenrahmen) und Anlötteile mache ich mit Silberloten ab 40% aufwärts.