Füllmenge einer neuen Gasflasche

      Füllmenge einer neuen Gasflasche

      Hallo zusammen,

      habe die erste Gasfüllung nun verbraucht und mir eine neu gefüllte Flasche im Tausch besorgt. Es ist eine 20 l Gasflasche mit Argon 4.6. Zuhause nach Anschluss des Manometers zeigte dieser statt der erwarteten 200 bar nur knappe 190 bar.
      Ist das normal und so üblich, oder fehlen in der Gasflasche tatsächlich über 10 %. Man könnte doch beim Flaschentausch den Manometer gleich beim Verkäufer montieren und so den Füllstand prüfen.
      Wie handhabt Ihr den Tausch einer sog. Eigentumsflasche?

      BG - Reinhard
      Moin,

      der Nennfülldruck einer Gasflasche ist auf eine Normtemperatur von 15°C bezogen. Liegt die Temperatur darüber oder darunter, wird auch der Druck steigen oder sinken (basigas.de/share/Warum_ist_die…sche_im_Sommer_voller.pdf).
      Hat die Flasche allerdings bei 15°C nur 190bar, ist sie nicht korrekt gefüllt (am besten mit einem zweiten Druckregler überprüfen), dann würde ich reklamieren. Das beste wäre tatsächlich, das direkt beim Kauf vor Ort zu prüfen, so erspart man sich Diskussionen...

      Gruß,
      Thomas

      P.S.: Im ersten Beitrag oben ist die Abweichung nur 5%, das klingt dann nicht mehr ganz so schlimm... ;)
      Eventuell 5% zu wenig - also 2,50 Euro. Nicht schön, aber mich würde eher die Frage bewegen, ob eventuell das Ventil leicht undicht ist. Das halte ich für wahrscheinlicher, als daß in der Abfüllanlage zu wenig Gas eingefüllt wurde.

      Ich habe derzeit so eine Gasflasche, die man wie blöd zudrehen muß (was ja eigentlich nicht nötig sein sollte), sonst ist das Ventil nicht ganz dicht.
      Danke für Eure Infos. Sind natürlich nur 5 % und keine 10. Hatte mich da im Eifer des Gefechts vertan.
      Wenn das Flaschenventil nicht ganz dicht wäre, dann sollten beim Händler, und auf dem Weg vom Abfüller dort hin, doch schon einiges an Gas mehr entwichen sein, als diese 5 %. Ich denke die Flasche steht dort auch eine Weile bis zum Verkauf an den Endkunden. Würde auch erwarten, dass vor oder bei der Befüllung die Flaschenventile jeweils auf Dichtheit geprüft werden.

      Lt. der von Thomas verlinkten Erläuterung mit Drucktabelle hätte die neu befüllte Flasche bei hochsommerlichen Temperaturen (ca. 30°C und mehr) nach Manometer in jedem Fall deutlich über 200 bar haben müssen, damit beim Endkunden im kühlen Keller bei ~15°C die 200 bar stehen. Somit ist der Fülldruck, gemessen im kühlen Keller bei ~18°C mit 190 bar nicht korrekt befüllt.

      Werde bei der nächsten Füllung darauf besonders achten müssen. Es könnte ja auch sein, dass ein "Spassvogel" das Flaschenventil im Lager mal kurz öffnet, um zu "prüfen" ob es eine volle Flasche ist oder sonst was im Schilde führt.

      BG - Reinhard

      reidiekl wrote:


      Wenn das Flaschenventil nicht ganz dicht wäre, dann sollten beim Händler, und auf dem Weg vom Abfüller dort hin, doch schon einiges an Gas mehr entwichen sein, als diese 5 %. Ich denke die Flasche steht dort auch eine Weile bis zum Verkauf an den Endkunden. Würde auch erwarten, dass vor oder bei der Befüllung die Flaschenventile jeweils auf Dichtheit geprüft werden.

      Kleines Leck halt, ein paar Bar pro Monat. Die Abfüllerrei ist ja Massenbetrieb und da geht um den Cent. Ich weiß nicht, was die das prüfen. Und wenn der Händler einigermaßen Umsatz macht, steht die Flasche sicher nur ein paar Wochen rum.

      Bei meiner derzeitigen Flasche hatte ich folgendes Phänomen: ich mache immer alles drucklos, um alles zu schonen. Ich schweiße ja oft ein paar Wochen nichts. Als ich dann das Schweißgerät wieder rausgeholt habe, war alles unter Druck, Flaschenventil war zu - mein Manometer hat auf der Niederdruckseite ein Absperrventil, so daß das Gas da nicht weitergekommen ist. Beim ersten mal dachte ich an ein Versehen meinerseits, aber das hat sich wiederholt. Erst seit ich das Ventil zudrehe wie blöd (macht man ja eigentlich nicht, nicht gut für das Ventil), ist das nicht mehr der Fall.
      Nach dem Schweißen mit der neuen Gasflasche habe ich festgestellt, dass der Druck am Manometer absinkt. Das Flaschenventil ist geschlossen und auch das Abgangsventil zum Schweißgerät ist zugedreht.
      Dass der Manometer über Nacht von 190 bar auf 110 bar fällt ist für mich neu. Bei der ersten Gasflasche blieb der Druck konstant wenn ich, wie vor geschrieben, zugedreht hatte. Wenn ich das Flaschenventil dann wieder öffne, dann steigt der Druck entsprechend dem Flascheninhalt.
      Es kann dann doch "nur" eine Undichtigkeit zw. Flaschenventil und Absperrventil hinter dem Druckminderer sein. Und wieso entsteht diese gerade nach dem Flaschentausch?
      Das kann doch nicht normal sein, muss ich mir Sorgen machen und wie kann ich die Ursache finden und das Problem abstellen?

      BG - Reinhard

      P.S. - Leider sind die Fotos etwas verschwommen
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      Da ist dann vermutlich die Verschraubung zur Flasche undicht. Eventuell ein bisschen fester anziehen.

      Was hast Du denn da nach dem Druckminderer rangeschraubt - ich meine das Harris-Teil.

      Nachtrag: Kleine Undichtigkeiten findet man mit Seifenwasser - einfach den ganzen Druckminderer einsprühen und schauen wo sich Blasen bilden. Es gibt Lecksuchsprays, aber die sind im Prinzip nichts anderes.
      Vielen Dank für Eure beiden Antworten.
      Die Überwurfmutter 27 habe ich schon kontrolliert - hat original eine Kunststoff-Dichtscheibe. An- bzw. nachgezogen habe ich die auch schon recht heftig. Die Armatur war zur ersten Gasflasche nagel neu. Heute morgen war der Manometerdruck wieder auf 100 bar gesunken.
      Könnte auch die Verschraubung des Manometers in der Gewindefassung undicht geworden sein? Oder evtl. die für die Gasmengenanzeige? Drehe auch immer das Ventil hinter dieser zu. An den Manometerverschraubungen habe ich bisher noch nichts nachgedreht. Die Anzeigen würden dann auch schräg stehen. Mit was wird das Gewinde gedichtet? Gibt es dafür etwas besonderes, oder reicht Teflonband? Habe auch noch flüssige Gewindedichtung Loxeal 53-14, aber mit dieser noch nicht gearbeitet. Wird die statt oder zusätzlich zu den üblichen Gewindedichtungen (Hanf, Teflon etc.) eingesetzt. Wäre eine Flüssigdichtung für 200 bar geeignet, sind ja keine "normalen" Drücke wie bei Hausinstallationen etc. Von außen zu sehen ist von Dichtungsmaterial übrigens nichts. Bin echt ratlos. Werde als nächstes die Gewinde mal mit Leckspray einsprühen. Ob man da was sieht, wenn es so langsam entfleucht?

      Ja, ist ein sog. Gassparventil. Von dessen Wirksamkeit ich aber auch noch nicht überzeugt bin. Im Verhältnis meines bisherigen sehr geringen Schweißumfanges, zum gefühlsmäßig hohen Gasverbrauch, ist WIG-Schweißen m. E. eine recht teuere Angelegenheit. Mal schauen ob sich da dran noch etwas verbessert.

      BG - Reinhard
      Hallo Reinhard,
      als Anfänger hatte ich bei meiner zweiten 20l Flasche Argon 4.6 das Problem dass die Verschraubung an der Flasche, selbst nach hohem Drehmoment an der Überwurfmutter nicht dicht wurde. Da der Wechsel im Winter bei nahe 0 Grad Celsius erfolgte, hatte ich den Kunststoffdichtring in Verdacht. Nachdem ich alles auf ca. 30 Grad aufgewärmt hatte und nochmal, bei nicht sehr hohem Anzugsmoment verschraubt hatte, war alles dicht wie bei der ersten Flasche. Ich denke, der Dichtring war bei Kälte nicht plastisch genug.

      Grüße
      Manfred

      reidiekl wrote:

      Vielen Dank für Eure beiden Antworten.
      Habe auch noch flüssige Gewindedichtung Loxeal 53-14, aber mit dieser noch nicht gearbeitet. Wird die statt oder zusätzlich zu den üblichen Gewindedichtungen (Hanf, Teflon etc.) eingesetzt. Wäre eine Flüssigdichtung für 200 bar geeignet, sind ja keine "normalen" Drücke wie bei Hausinstallationen etc.

      200 bar wird die nicht halten. Ich habe eine von Petec und die ist bis 18 bar angegeben. Kann mir nicht vorstellen, daß andere Flüssigdichtungen viel mehr abkönnen. Verwendet wird das Zeug genau wie normale Schraubensicherung - also die sauberen ölfreien Gewinde damit einschmieren. Sie härtet unter Luftabschluß zwischen Metalloberflächen aus, erst dann Druck draufgeben. Nicht zusätzlich zu Teflonband verwenden.
      Habe zwischenzeitlich mal Leckspray aufgesprüht aber es haben sich keine Aufschäumung oder Luftblasen gezeigt.
      Bleibt bei Euch der Füllstandsdruck stabil, wenn das Flaschenventil und das Ventil nach den Armaturen geschlossen ist?
      @ Manfred - Ist eine gute Idee, werde den weißen KU-Dichtring mal in heißem Wasser aufwärmen und dann neu verschrauben. Vielleicht hilft's, werde berichten.

      BG - Reinhard
      Meistens bleibt bei mir der Druck sogar wochenlang hoch, obwohl ich immer nur das Flaschenventil zudrehe. Hin und wieder aber auch mal nicht. Dann schraub ich den Druckminderer von der Flasche und gucke, ob da irgendwo Dreck oder eine Macke ist. Oder ich friemel mir einen frischen O-Ring in den Anschluss (man könnte sich natürlich auch die passende Dichtung besorgen, aber O-Ringe hab ich da und bisher hat es damit auch geklappt)
      Kippt der Bauer Milch in den Tank, wird der Trecker sterbenskrank.

      derdiek wrote:


      Scheint aber normal zu sein:

      Nein, normal ist das nicht. Nicht bei einem Druckminderer mit Absperrventil auf der Ausgangsseite. Da testet man quasi nur die Dichtigkeit des Druckminderers und der Verschraubung zu Flasche. Was die in dem Artikel meinen ist was anderes: die lassen die Verbindung zum Schweißgerät offen. Und da kann es sein, daß der Druck mit der Zeit langsam abfällt, vornehmlich weil das Magnetventil nicht ganz dicht ist. Daher kann es sein, daß die Flasche nach einiger Zeit leer ist, wenn man vergessen hat das Flaschenventil zuzudrehen.

      Nur: bei so einer geringen Leckage würde ich mir keine Sorgen machen. Eventuell wie Obijan geschrieben hat: Druckminderer runter, Dichtfläche zur Flasche inspizieren (eventuell ist die ja beschädigt) und einen neuen Plastikdichtring verwenden.

      Manfred Weigl wrote:

      Nachdem ich alles auf ca. 30 Grad aufgewärmt hatte und nochmal, bei nicht sehr hohem Anzugsmoment verschraubt hatte, war alles dicht wie bei der ersten Flasche. Ich denke, der Dichtring war bei Kälte nicht plastisch genug.

      Habe den weißen Dichtring aus ? bei ca. 80° C in den Wasserkocher gehängt. Weicher fühlte er sich danach auch nicht an. Ging schon schwer runter und dann fast noch schwerer wieder drauf. Habe den Eindruck, der ist bei der Aktion geschrumpft. Weich war er in keiner Wärmphase. Auf den Fotos ist nichts bemerkenswertes hinsichtlich der Undichtigkeit zu erkennen.

      Obijan wrote:

      Oder ich friemel mir einen frischen O-Ring in den Anschluss (man könnte sich natürlich auch die passende Dichtung besorgen, aber O-Ringe hab ich da und bisher hat es damit auch geklappt)

      O-Ring-Dichtung bei 200 bar Druck ??? Sollte man den weißen Dichtring mit jeder neuen Flasche wechseln? Wo bekommt man diese Dichtringe? Im Katalog 'Die Schweiß-Profis' habe ich gar keine Dichtringe für die Armatur gefunden.

      rradler wrote:

      Nur: bei so einer geringen Leckage würde ich mir keine Sorgen machen. Eventuell wie Obijan geschrieben hat: Druckminderer runter, Dichtfläche zur Flasche inspizieren (eventuell ist die ja beschädigt) und einen neuen Plastikdichtring verwenden.


      Geringe Leckage - ich weiß nicht?
      Je voller die Flasche, desto mehr entweicht. Das merkt man, wenn die Verschraubung gelöst wird und der Staudruck entweicht.
      Ich warte jetzt mal ab, ob die Dichtring-Erwärmung etwas gebracht hat.

      BG - Reinhard
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