Stahlwerk WIG AC/DC 200 Puls: Bei AC kein Lichtbogen

      Stahlwerk WIG AC/DC 200 Puls: Bei AC kein Lichtbogen

      Mein Stahlwerk WIG AC/DC 200 Puls Bj.2012 (eine der alten blauen Stahlblechkisten, noch keines der etwas moderner gestylten Geräte) baut im AC Betrieb von heute auf morgen keinen Lichtbogen mehr auf, die Zündung an sich funktioniert aber. Statt vieler Erklärungen ->
      toenne-online.de/vid/ac-alu-problem.mp4 .
      DC funktioniert ganz normal.
      Kennt jemand dieses Problem - ggf. auch bei baugleichen Geräten - und könnte mir Tips zur Fehlersuche und -behebung geben?
      Wobei ich lieber gleich gestehe dass sich meine Elektronikkenntnisse eher an der Oberfläche abspielen (und zwar ganz oben an der Oberfläche *g*), speziell wenn wie hier noch nicht einmal ein Schaltplan verfügbar ist.
      Im Inneren ist das Gerät übrigens blitzblank, nicht zuletzt da extrem selten gebraucht. Ich hatte das Teil auch zu Stahlwerk geschickt, bekam es aber mit der Diagnose 'nicht reparabel mangels Ersatzteilen' zurück (dafür war das Gehäuse nun kräftig verschrammt, da arbeiten wohl Grobschlosser im Service...).
      Klar, das sind dort natürlich auch nur reine Platinentauscher. Wobei es schon schräg ist dass ein Gerät mit 5 Jahren Garantie beworben wird, und nach 6 1/2 Jahren gibts dann keine Teile mehr...wurden wohl doch mehr benötigt als erwartet?
      Egal...es wäre toll wenn mir geholfen werden könnte - danke!

      Gruss
      Toenne
      Die HF Zündung funktioniert ja offensichtlich. Wenn DC funktioniert, sollte das Leistungsteil in Ordnung sein.
      So ein Inverter macht den AC, indem er den Gleichstrom ganz schnell umpolt. An dieser Stelle fürchte ich das Problem.
      Kannst du irgendwelche Bauteile entdecken, die heiß gelaufen sind?
      Ich nehme an ihr habt den Thread im Nachbarforum nicht grossartig weiterverfolgt.
      Ist auch nicht notwendig, denn die Lösung meines Problems war letztlich simpel: In obigem Schaltplan stach mir der Kondensator an den Abgangsklemmen ins Auge (s.Bild): Laut Plan 100nF. Bei meinem Gerät hängen da
      aber nur 10nF?
      In meiner Kruschelkiste habe ich noch zwei 10nF/630V gefunden, also flugs parallel mit dran - zündet sofort und schweisst besser denn je! Die jetzt drei Kondensatoren mit gesamt 30nF werde ich in Kürze durch einen 100nF ersetzen, das sollte es dann gewesen sein.

      An der Stelle auch gerne nochmal erwähnt: Stahlwerk hat das Teil als "aus-Mangel-an-Ersatzteilen-nicht-reparabel" deklariert! Und wollte es auch direkt verschrotten, ich habe dann aber doch um Rücksendung gebeten.
      Dass es überhaupt mal funktionierte ist wohl der Tatsache geschuldet dass der 10nF damals noch frisch war und es so gerade eben funktionierte (so gut wie jetzt ging es aber tatsächlich nie). Nun ist er gealtert, hat nur noch gemessene 8.5nF, und das ist wohl endgültig zu wenig. Warum wurde hier die Bestückung des 'Originals' geändert? Das Ding gibt (bzw. gab) es ja von verschiedensten Herstellern, fast möchte ich wetten dass dort überall der 100nF verbaut ist.
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      • kondensator.jpg

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      Vielen Dank für die Rückmeldung.
      Vielleicht hat der Chinese einfach in die falsche Kiste gegriffen und 10 statt 100 myF eingelötet.
      Ernüchternd ist auch die Tatsache, dass Kondensatoren nach so kurzer Zeit schon nachlassen. Wenn dann noch knapp dimensioniert wird, sind Probleme vorprogrammiert.
      Ja kein Wunder wenn man schaut leistungsplatine ab 30euro . Kondensatoren sind auch in Lebenszeit in betriebsstunden abgegeben sehr hochwertige gehen über 30000 Stunden Lebenszeit. Standart um 2000stunden . Bei no Name billigteilen eher nicht mal an die 2000stunden . Is natürlich auch der Preis Unterschied ob der kondi 5euro oder 100euro kostet. Is wie bei allen billigteilen so . Nix wertiges drin ........
      Tipischer UR-BAYER

      Jürgi wrote:

      Vielleicht hat der Chinese einfach in die falsche Kiste gegriffen und 10 statt 100 myF eingelötet.

      Das glaube ich eher nicht. Im grossen und ganzen und vor allem angesichts des niedrigen Preises ist das Gerät wirklich recht sauber gefertigt, das hat mich eher erstaunt. So einen Fehlgriff halte ich daher für ausgeschlosen. Da ja auch alle Platinen mit 'Stahlwerk' bedruckt sind gehe ich von kundenseitiger Vorgabe aus, über das 'warum' ist es müssig nachzudenken.
      Immerhin sind solche Kisten - nicht zuletzt wegen der Verwendung diskreter Bauteile - noch relativ gut reparabel. Ein Service Manual mit Schaltplänen wäre dabei aber natürlich hilfreich, wenn ein Vertrieb schon nicht selbst prüft und repariert dann wäre es nett, zumindest diese beizulegen. Ist ja nicht so dass hier ein besonderer eigener Entwicklungsaufwand zu schützen wäre, das ist halt der Clone von einem Clone von einem Clone...
      Wenn der neue Kondi da und drin ist gebe ich nochmals Rückmeldung über die Funktion. Es ist ja immerhin möglich dass die 100nF tatsächlich wieder etwas zu viel sind und man z.B. mit 33nF oder 47nF besser fahren würde - Versuch macht kluch. :D
      Die dicken Linien sind Buslinien, d.h. jeweils mehrere Leitungen zusammenfasst. Was du also als Überbrückung des Kondensators ansiehst ist lediglich die Bündelung zweier Leitungen. Kenntlich gemacht durch den roten Punkt, china-style halt ;) .
      Gilt analog natürlich für die Einkoppelung des HF-Signals.
      Ach ja, was den Kondensatorwert angeht hast du natürlich generell recht. Wobei - und das kannst du nicht wissen - mein Multimeter tendenziell immer zuviel anzeigt.
      Zwei Fakten aber: Das Gerät funktionierte ursprünglich, nach 6 1/2 Jahren und ungefähr 1/2 Jahr Nichtnutzung plötzlich nicht mehr. Und nach Erhöhung der Kapazität funktioniert das Teil besser denn zuvor. Reicht mir eigentlich schon um da irgendeinen Kausalzusammenhang zu sehen, die ursprünglichen Konstrukteure werden an dem Wert ja wahrscheinlich auch etwas gefeilt haben und dann bei 100nF gelandet sein. Ach ja, das Gerät war und ist von innen picobello sauber, wäre ja sonst vielleicht auch noch ein Thema.
      Wie gesagt, mal abwarten wie es mit den 100nF dann funktioniert. Möglicherweise zündet es dann ja wieder schlechter weil das HF-Signal zu stark gedämpft wird, dann schalte ich halt zwei seriell und versuche es mit 50nF.

      Deine Schilderung finde ich hoch interessant und das Verhalten von der Fa. Stahlwerk blamabel und höchst unseriös. Leider kennen sich die wenigsten - und ich zähle mich auch dazu - mit den Innereien eines Schweißgerätes nicht aus. Die Fa. Stahlwerk, auch wenn es wohl nur ein Verküfer ist, sollte ihre Produkte nicht zu Wegwerfartikel herabstufen, wenn durch einfachen Austausch der Schaden behoben werden kann. Leider könnte man mir auf diesem elektrotechnischen Fachgebiet auch ein X für ein U vormachen. Kein Wunder, wenn das Misstrauen der Kunden wächst.

      @ Toenne - stell doch bitte mal Fotos zu dem betreffenden Teil / Stelle ein, damit auch Fachfremde wissen um welches Teil es genau geht. Nur so können wir uns weiterentwickeln - danke.

      BG - Reihard

      P.C. bitte auch ein Foto vom ganzen Gerät.
      Ich hatte jetzt ehrlich gesagt keine Lust extra neue Fotos zu schiessen, daher ein vielleicht nicht ganz optimales Bild aus meinem Bestand.
      Wer aufgrund dessen den Kondi trotzdem nicht identifizieren kann lässt ohnehin besser die Finger davon :D .
      Wichtig: Es sind - zumindest bei meinem Gerät - zwei Kondensatoren in einen gemeinsamen Ringkabelschuh gepresst und am Plus (=Masseklemmen) Anschluss angeschraubt. Interessant ist nur der im Bild linke dessen anderes Beinchen mit einem Stück Draht und einem weiteren Ringkabelschuh bei der Einkoppelspule mit untergeklemmt ist.

      blamabel und höchst unseriös

      Blamabel? Ja.
      Höchst unseriös? Da ich keine Lust auf Anwaltspost habe verkneife ich mir diese Aussage. Interessant ist halt dass das Gerät mangels Ersatzteil nicht reparabel gewesen sein soll. Was umgekehrt natürlich die Frage aufwirft: Welche Baugruppe hätte die denn sonst ausgetauscht? Und für wieviel Euronen? Und aufgrund welcher Diagnose? Mich beschleicht nämlich das Gefühl dass gar keine wirkliche Fehlersuche stattfand sondern das eher nach dem Motto lief "Mal ausprobieren...oha, geht ja wirklich nicht. Wird dann wohl wahrscheinlich die Steuerplatine sein, die haben wir sowieso nicht mehr da...also den Deckel gleich wieder zu machen".
      Dass ich das ursprünglich optisch tadellose Gerät dann mit den Macken auf den Bildern zurück erhalten habe passt dann schon wieder ins Bild...ist ja 'eh Schrott, also was solls...
      Ach ja, das ist nicht eine Macke aus zwei Perspektiven sondern es sind je eine vorne und hinten, also insgesamt fast über die gesamte Gehäuselänge.
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      • kondi2.jpg

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      • kondi.jpg

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      Hallo,

      Toenne wrote:

      Die dicken Linien sind Buslinien, d.h. jeweils mehrere Leitungen zusammenfasst. Was du also als Überbrückung des Kondensators ansiehst ist lediglich die Bündelung zweier Leitungen


      Aaaaah, dann handelt es sich sozusagen um einen MIX aus Interconnection- und Circuit-Diagram. Auch sehr interessant und aus technischer Sichtweise zu nichts zu gebrauchen.


      Toenne wrote:

      Es sind - zumindest bei meinem Gerät - zwei Kondensatoren in einen gemeinsamen Ringkabelschuh gepresst und am Plus (=Masseklemmen) Anschluss angeschraubt. Interessant ist nur der im Bild linke dessen anderes Beinchen mit einem Stück Draht und einem weiteren Ringkabelschuh bei der Einkoppelspule mit untergeklemmt ist.


      Ich glaube, dass es sich dabei um das HF-Kopplungselement handelt. Er müsste dann, so wie im Bild eingezeichnet . angeklemmt sein.

      Folie14.JPG

      Gruß

      kleinermuk wrote:

      Hallo,
      Auch sehr interessant und aus technischer Sichtweise zu nichts zu gebrauchen.

      Ich will dir ja nicht zu nahe treten aber das ist Unfug. Es ist ja schon sensationell dass ein Hersteller überhaupt Pläne rausrückt, da kann ich mit der Herausforderung etwas darüber nachdenken zu müssen durchaus leben.
      Auch Layoutprogramme wie Eagle bieten die Möglichkeit zugunsten der Übersichtlichkeit Leitungen als Bus zu bündeln, das hat schon seinen Sinn. Irreführend ist hier lediglich der rote Punkt der eine elektrische Verbindung suggeriert, da hat der Zeichner entweder nicht durchgeblickt oder sein Layoutprogramm gab es nicht anders her.
      Aber wie gesagt, gut dass es das Layout überhaupt gibt. So reift z.B. gerade der Plan in mir das Teil mit regelbarer AC-Frequenz nachzurüsten, das scheint eine eher übersichtliche Aufgabe zu werden...dank Schaltplan ;) .
      Hallo Toenne

      Ich habe genau das gleiche Problem an meinem Gerät habe es gebraucht gekauft und wunderte mich über das Verhalten das die Elektrode dabei abbrennt aber zum Schweißen nicht geeignet. Habe noch ein Gerät was ganz simpel ist damit kann ich gut Schweißen ich dachte schon das an meiner Einstellung was nicht richtig ist bei so einer Menge Möglichkeiten. Aber das Video was du rein gestellt hast ist das gleiche verhalten.

      Daher wollte ich mal wissen ob es der Kondensatoren mit 100nF gebracht hat.

      MfG