Umbau des Stahlwerk Fußpedals

      Umbau des Stahlwerk Fußpedals

      Guten Tag,

      An meinem Stahlwerk AC/DC WIG 200 S (mit dem ich mittlerweile sehr zufrieden bin) benutze ich wann immer möglich das Pedal. Da ich noch das Gerät mit Analogelektronik besitze, ist die Schnittstelle zwischen Pedal und Schweißgerät nur Analogspannung und ein Schalterkontakt. Das Gute daran ist, dass man damit den Minimalstrom am Potentiometer im Gerät vorgeben kann und den Maximalstrom mit dem Potentiometer im Pedal begrenzen kann.

      Der erste Nachteil ist sofort klar, die Einstellung im Pedal sieht man in der Anzeige am Gerät nur, wenn man das Pedal durchtritt, das löst aber auch den Startschalter aus, das Gasventil macht auf und nach der Gasvorlaufzeit versucht das Gerät zu zünden. Das nervt etwas, wenn man nur die Einstellung prüfen will.
      Also war meine erste Modifikation der Einbau eines zusätzlichen Schalters, um die Leitung zum Startschalter zu unterbrechen. Ab da konnte ich ohne Gasverbrauch und Zündung in Ruhe den Maximalstrom einstellen.

      Mein zweites Problem war, dass es kaum möglich war, den Minimalstrom zu nutzen, ohne versehentlich den Schweißvorgang zu unterbrechen, da der Startschalter sofort wieder geöffnet wird, sobald man an die Minimalstellung kommt.
      Meine erste Lösung war, den Startschalter als zusätzlichen Taster in die Pedalwippe zu verlagern. ich konnte dann völlig entspannt das Pedal vollständig zurückbewegen und dennoch mit dem eigestellten Minimalstrom weiter schweißen. Ein Jahr lang war ich damit sehr zufrieden.

      Der Umbau mit einem Fußtaster in der Pedalwippe ist aber relativ umständlich und völlig überflüssig. Meine derzeitige Lösung ist ganz einfach:
      Ich benutze als Schalter den Taster im Brenner und im Pedal nur das Potentiometer. Dazu muss man nur den Stecker des Fußpedals modifizieren. Die beiden Pins für den Schalter führt man zusätzlich (oder ausschließlich) als 2-poliges Kabel aus dem Schalter und steckt da die Schalterkontakte des Schlauchpaketes dran. Hierfür ist nur eine billige 2-polige Steckverbindung nötig. Da ich zwei unterschiedliche Schlauchpakete benutze, musste ich bei beiden den 5-poligen Stecker durch den kleinen 2-poligen ersetzen. das Fußpedal bleibt immer angesteckt, egal ob ich es benutze oder den Schweißstrom nur am Gerät einstelle. Der Schalter im Fußpedal ist dabei abgeschaltet, würde aber auch nicht stören. Da bei meinem Umbau die Schalterleitungen nach wie vor auch am Fußpedal angeschlossen sind, kann ich natürlich auch mit Brennern ohne Taster schweißen.

      Falls hier jemand wissen will, wie das alles aussieht und wie das verdrahtet ist, kann ich gerne noch Fotos und etwas Beschreibung nachliefern.

      Viele Grüße
      Manfred Weigl

      PS
      Bitte keine Kommentare zur Bezeichnung "Fußpedal", das ist Originalton Stahlwerk.

      Manfred Weigl wrote:

      Falls hier jemand wissen will, wie das alles aussieht und wie das verdrahtet ist, kann ich gerne noch Fotos und etwas Beschreibung nachliefern.

      Hallo Manfred, wäre daran sehr interessiert. Habe auch ein analoges Gerät aber noch kein Fußpedal und habe Deinen Beitrag auf die Schnelle auch noch nicht vollständig verstanden. Aber das kann ja alles noch werden f050.gif .

      BG - Reinhard
      Hallo,

      hier ein Bild meines umgebauten Pedals. Man sieht den "Fußtaster" in der Pedalwippe, eine zusätzliche Buchse am 5-poligen Originalstecker, um zusätzlich zum Pedal auch noch den Brennerschalter anschließen zu können, falls man lieber mit dem Taster am Brenner arbeitet. Dabei kann mit dem Schalter auf dem Pedalgehäuse der Pedalschalter deaktiviert werden. Diesen Schalter benötige ich ja ohnehin, um mittels der Anzeige am Schweißgerät die Einstellung des Maximalstroms zu prüfen, ohne einen Schweißvorgang (Gasvorlauf und Zündung) zu starten.
      Umgebautes Fußpedal.jpg

      Das folgende Bild zeigt die Mechanik unter der Wippe, welche den "Fußtaster" für den Startschalter zeigt. Der Schalter wurde aus dem Pedalgehäuse ausgebaut und oben, unter die Wippe montiert. Der "Fußtaster" ist auf der Wippenwelle gelagert und wird von einer, aus einer Fahrradspeiche gewickelten Feder, nach oben gedrückt. Diese Feder stützt sich nicht am Gehäuse, sondern an der Wippe ab, da sich die Fußtastermechanik ja mit der Wippe mitbewegt. Man sieht, die Mechanik mit 2 Federn auf einer Welle ist nicht schön und es ist eine enorme Fummelei, die beiden Federn auf der Wippenwelle vorzuspannen und dann die Wippe einzubauen. Übrigens konnte ich damals die Blechteile nur grauenhaft schweißen, da ich den Regler für den ARC Sprühlichtbogen im MMA-Modus auf 50A stehen hatte und nicht wußte, dass im WIG-Modus diese 50A zum Schweißstrom addiert werden. Das steht aber auch in keiner Beschreibung meines Gerätes.
      Ich würde heute diesen Umbau nicht mehr vornehmen, obwohl ich das Pedal, so wie es jetzt ist, sehr gerne verwende, aber der Aufwand lohnt sich nicht, denn es ist fast immer möglich, zusätzlich zum Fußpedal den Brennerschalter zu verwenden, und nur der Einbau eines zusätzlichen Schalters in das Pedal, um um den Startschalter zu deaktivieren, ist sehr einfach.
      IMG_0214.jpg

      Falls ich das Fußpedal nicht am Schweißgerät anstecken will, kann ich auch noch diesen Adapter verwenden. Da ich ja an meinen Schlauchpaketen die Originalstecker nicht benötige und deshalb einen übrig hatte, konnte ich diesen als Adapter verwenden, ich wollte nicht einen zusätzlichen Anschluss in mein Schweißgerät bauen.
      IMG_0216.jpg

      Ich habe leider nur eine schwer leserliche Schaltungsskizze welche die elektrische Beschaltung der Potentiometer und der Verdrahtung im Pedal, einschließlich der Steckerbelegung, zeigt. Da ich aber kein Programm zum Schaltplanzeichnen benutze, dauert es etwas, bis ich eine schönere Skizze hochladen kann.

      Hier noch ein Bild bezüglich der von mir verwendeten 2-poligen Steckverbindung, welche übrigens in vielen Steckernetzteilen verwendet wird.
      Stecker.JPG

      Viele Grüße
      Manfred
      Und hier noch die Elektrik des Fußpedals. Die Skizze zeigt, wie der zusätzlichen Schalter angeschlossen ist, und an welche Steckerpins des Fußpedals die zusätzliche Buchse für den Brennerschalter angeschlossen ist. Ob die Farben der Kabel im Inneren des Fußpedals bei jedem Exemplar die gleichen sind, kann ich natürlich nicht sagen.
      Leider ist die Handskizze schwer zu lesen, ich kanns aber nicht besser.

      IMG_0382.jpg