Technische Fragen über Schweißgerät und Strom

      Technische Fragen über Schweißgerät und Strom

      Ich möchte gerne demnächst das Elektroden Schweißen durch ,,Learning by doing" lernen und
      da ich als Anfänger keine Erfahrung habe würde ich gerne etwas über das Schweißgerät erfahren.
      Zb. wenn die Masseklemme am Schweißtisch befestigt wird, steht dann der Tisch permanent unter Strom oder ensteht
      der Strom erst durch die Berührung der Elektrode? Wenn ich nach getaner Arbeit das Gerät abschalte, kann man die Masseklemme
      und das Elektrodenkabel einfach abziehen oder steht das alles noch unter Strom? Ich hab vieles zum Thema Schweißen gelesen
      und Videos geschaut aber das sind fragen die ich über Google und Co. leider nicht gefunden habe..!
      Moing moing
      Anders als bei mig/mag wo mann einen taster betätigt ist bei e-hand dauernd (Bei eingeschalteten gerät Strom an ). Deshalb solltest du hierbei Vorsicht walten lassen ,denn mit Berührung mit der elektrode oder brenner wird der stromkreis geschlossen (unbedingt drauf achten das du mit der elektrode "nicht das Gehäuse vom schweißgerät erwischt ,das mögen die so nicht ) .
      Tipischer UR-BAYER
      Der Stromkreis schließt sich aber erst, wenn Masseklemme und Elektrode zusammen kommen. Wenn du nur die Masseklemme oder nur die Elektrode an blanker Stelle berührst, passiert gar nichts.
      Wenn du die Masseklemme und mit der anderen Hand die blanke Elektrode berührst, kannst du ein kleines Kribbeln spüren. Mit trockenen Händen wahrscheinlich nicht einmal das. Die Spannung ist viel viel geringer als an der Steckdose. Die meisten Geräte haben nur etwa 65 Volt. Das ist meiner Meinung nach völlig ungefährlich.
      Maximal zulässig sind 113V Gleichspannung. Das haben aber nur teure Profigeräte.

      castro822 wrote:

      …weil das einfach nirgendswo genau erklärt wird…
      …das ist, mit Nachsicht gesagt - totaler Quatsch!
      In diesem unseren Lande wird nach dem dualem System ausgebildet - und nicht nur deshalb - gibt es, auch und gerade zum Erlernen von Berufen rund um die Schweißtechnik, mehr als ein Buch für nahezu jeden Stand der Vorbildung! ! !
      Dazu muss aber ein gewisses Schreib-Leseverständnis vorausgesetzt werden!

      Der „Filmchenkanal“ im www reicht da in der Regel nicht!
      Zu viel „Verkäufer“!

      Mit den bW für weitere „Schweißerlebnise“ JP
      Nur leider verstehe ich das meiste kaum aus solchen Texten, sie lösen eher Angst und Bedenken aus
      als das exakte Verständins und Vorbereitung der Sicherheit. Vielleicht ist es besser für mich nen Schnupperkurs
      zu Absolvieren als sich allein da ranzuwagen. Trotzdem, Danke für die Infos..!
      Pappalapap.
      Einfach anfangen und machen.
      Das erste mal Elektrode zünden erfordert schon ein bisschen Überwindung aber wenn man sich nicht ran traut lernt man auch nichts.
      Ich habs mir auch selbst beigebracht, nur mit Hilfe des Internets und üben üben üben.
      Nimm dir Testbleche, pack dich feuerfest ein, kauf dir nen Automatikhelm und los gehts
      Wenns überhaupt nicht klappt, mach nen Kurs.
      @ castro822.

      Deine Idee einen Schweißkurs zu machen, ist mal eine sehr sinnvolle Idee, die meinereiner Dir auch so empfehlen möchte.
      Beim Schweißen gibts es doch Vieles zu beachten, dass - nicht zuletzt - der Sicherheit dient.

      Von den Strömen und Spannungen wurde hier schon einiges geschrieben, die ist aber nur die Basis, dass es zu Temperaturen von weit über 3.000 Grad kommt. Zum Vergleich, eine elektrische Herdplatte wird so zwischen 300 und 400 Grad heiß. Und insbesondere die Schweißspritzer sind meist der Grund, dass ungewollte Unfälle und Verletzungen auslöst werden. Gegen die überaus hohen UV-Strahlen sollten nicht nur die Augen und das Gesicht, sondern die ganze Haut geschützt werden.

      Wenn ich an die vielen Filmchen denke, bei denen die vielen Spacken im Höschen, mit Schlappen „rumbrutzeln“, bekommt rumbrutzeln eine zusätzliche unschöne Bedeutung.

      Soll jetzt kein Spruch zur Abschreckung sein, was da später mal an Hautkrebs bei rauskommt, bringt wohl keiner in einem Filmchen ins Netz!

      Was die Schweißspritzer so anstellen, kann‘st beim „Heimwerkerking Finn Kliemann“ oft genug sehen. Das hat er sogar schon mal zusammengeschnitten… Das sieht vielleicht witzig aus, ist aber äußerst schmerzhaft!

      Wie schon oben gesagt, ein Kurs ist mit Sicherheit die beste Grundlage und auf Dauer billiger, weiger schmerzhaft und führt schneller zum Erfolg als teure Fehler durch Nichtwissen!
      Einfach drauflos machen überlässt man den … Anderen!

      Allzeit sichere Schweißerlebnisse wünscht JP
      Die ersten Gehversuche mit Elektrodenschweißen solltest du außerdem an einem gut belüfteten Ort machen. Nicht im Keller bei geschlossenen Fenstern bitte! Bei den oben genannten Temperaturen verdampfen viele Substanzen, die es auf natürlichem Wege niemals in die Atemluft schaffen würden und die du ganz sicher nicht einatmen willst.
      Kippt der Bauer Milch in den Tank, wird der Trecker sterbenskrank.
      Jetzt übertreib mal nicht. Was die Gefahren angeht, hilft gesunder Menschenverstand. Ich hab mich beim Schweißen noch nie ernsthaft verletzt, mal eine kleine Brandblase, ja. Mit der Flex dagegen hab ich mir schon einige Schrammen zugefügt. Das ist m.E. eines der gefährlichsten Werkzeuge in der Hobbywerkstatt. Folgendes sollte man beachten:

      1. Löschzeug bereit halten. Vorallem wenn man am Auto schweißt.
      2. Nach dem Schweißen noch einige Zeit in der Werkstatt sein, um einen verstecken Brand zu erkennen.
      3. Nie ohne Helm schweißen. Auch nicht mit Augen zu und schnell mal was heften.
      4. Schweißerhandschuhe, flammhemde Bekleidung (immer Langarm) und geschlossene, feste Schuhe tragen.
      5. Schweißgut nach dem Schweißen nicht anfassen. Das bleibt lange sehr heiß.

      Schweißkurs ja, aber aus anderen Gründen.
      Da ist nichts übertrieben.

      In jeder Hinsicht bin ich Vollprofi, auch und gerade in Bezug auf das was ich nicht weis! Da wird nicht „schöngeredet“, oder bagatellisiert. In Kenntnis meiner Unkenntnis, kenn ich aber immer die richtigen Fachleute die dann auch zur Lösung herangezogen werden!

      Nur weil es an „jeder Ecke“ Schweißgeräte zu kaufen gibt, jeder noch so unbedarfte Hansel Filmchen „ungestraft“ im Nerz verbreiten kann, heißt das noch lange nicht, dass das „mal eben so“ jeder kann, geschweigedenn auch problemlos, ohne sich oder andere zu gefährden, oder hinkriegt!

      Und den „Gesunden Menschenverstand“ lasse ich schon lange nicht mehr als das alles rechtfertigende „Totschlagargument“ gelten.

      Was in meinem Joballtag sogenannte Profis für einen selbstüberschätzenden, trotz und nach vorheriger Absprache und Abklärung, schriftlicher Bestätigung und Abnahme, Blödsinn und daher oft hochgradig fahrlässigen „Scheiss“ machen, füllt Ordner, nämlich mit Mängelberichten!

      Wie und auf welcher theoretischen, oder gar fachlichen Basis, soll man denn bei „jedermensch“ (gendergerecht eingedeutschtes „jederman“ :D ) da dann ansetzen?

      Ist eher eine rhetorische Frage, daher die schlussendlich Antwort: Gar nicht!

      Mein Tipp, Grundwissen vermitteln, oder vertiefen, Anfänge begleiten, dann klappt’s auch, mehr oder weniger schnell, mit einem positiven und nicht zuletzt sicherem Schweißergebnis!

      BW JP
      Man darf meiner Meinung nicht mit einer "das geht halt nicht besser" Mentalität an sowas rangehen, sondern solange üben, bis man wirklich mit dem Ergebnis zufrieden ist.
      Und man braucht schon einiges an fachlichem Background (den man sich auch übers Internet zusammensuchen kann), um beurteilen zu können ob man grad die Naht seines Lebens gezogen hat oder ob eine Naht irgendwie ganz gut aussieht aber innerlich voller Schlackeeinschlüsse ist. Das merkt man ganz schnell beim Schlacke abklopfen.

      Aber trotz allem muss man sich ja mal überlegen was ein einzelner Heftpunkt schon alles aushält, bis da wirklich was auseinander bricht muss schon rohe Gewalt an die Teile kommen.
      Hallo,
      1) Grundwissen über die verschiedenen Schweisprozesse sich anzueignen (Schulung) schadet sicher nicht.
      2) Vorsichtsmaßnahmen beim Schweißen zu treffen sind sehr empfehlenswert.
      3) Wenn man gutes, trokenes Schuhwerk an hat - und das sollte sowieso eine Grundvoraussetzung beim Schweissen sein - und das Schweißgerät hat die elekrische Prüfung bestanden, dann wird es bei einer Berührung der Elektrode/Elektrodenhalter keine dramatischen Auswirkungen haben. Man wird es nicht einmal merken können, da der Strom, der über den Körper fließt, sehr gering ist < 2mA. Ich habe den Körperwiderstand sehr gering angenommen (850 Ohm), sodas die Rechnung bei Brührung über die beiden Händen (ca. je 500 Ohm ) auch noch recht gut stimmt. Aber Barfuß würde man schon in den gefährlichen Strombereich von über 25mA kommen.
      Wobei man erwähnen muss, dass der Gleichstrom nicht das gefährliche Herzkammerflimmern wie Wechselstrom mit 50Hz auslöst. Der Stromfluß von den Händen über die Füße ist wesentlich gefährlicher - da dieser über das Herz verläuft,
      als der Stromweg von über die beiden Hände.

      Wechselstromwerte über den Körper (Werte vom Intrnet):
      bis 0,5 mA nicht spürbar oder leichtes Kribbeln.
      0,5 ... 5 mA deutliches Kribbeln bis Muskelverkrampfungen, Ursache meist selbst überwindbar.
      5 ... 15 mA schmerzhafte Verkrampfungen, die Loslassschwelle ist überschritten.
      15 ... 25 mA Behinderung der Atmung und des Kreislaufs verspürbar.
      25 ... 50 mA Atmungsbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckanstieg.
      >50 mA Kammerflimmern, Herzstillstand bei einer Einwirkdauer über eine Herzperiode (≤1 s)

      Aber wenn einem drotz aller Sicherheitsvorkehrungen nicht wohl dabei ist, dann kauft man sich ein Schweißgerät mit VRD-Funktion. Bei der VRD-Funktion wird die Leerlaufspannung auf unter 15V DC abgesenkt und erst bei erkennen von einem Widerstandstandswert zwischen Elektrode und Masse < 200 Ohm, die volle Ausgangsspannung von 50 - 90 V DC angelegt.

      Bei meinem PUMA SX 2200 GC liegt die gemessene Leerlaufspannung bei 13.2V

      So schaut es bei "normalen" Verhältnissen aus ( und es wurde mit der max. zulässigen Leerlaufspannung von 113V DC gerechnet. In der Praxis liegt die je nach Gerät zwischen 60 - 95 V bei einem Inverter) :
      Das gilt aber nicht für die Bedinungen beim "Behälterbau" - aber das wird der TE ja nicht machen!!!

      Folie5.JPGFolie4.JPG

      Gruß
      @rradler
      Natürlich bleibt die Kirche besser im Dorf…
      Aber besser mal die Beiträge zu ende lesen.
      Gerade beim Schweißen können durch Nichtwissen ganz schnell, ganz böse Fehler mit weitreichenden, auch irreparablen Schäden entstehen. Auch und gerade beim „Hobbyschweißen“! sprechende_015.gif
      Meine Devisen.
      Sicherheit geht vor!
      Wehret den Anfängen!


      Mein Alias kommt auch nicht von ungefähr. :whistling:
      JePuneT = Jeder Punkt ’ne Tonne… :D
      Hab mir die ,,Finn Kliemann" angetan und naja entweder die Wissen was sie Tun oder
      keiner von denen hat jemals eine richtig gewischt bekommen, für mein Auge nicht schön anzusehen.

      Als Anfänger hätte es bei mir so ausgesehen: An einem Sonnigen Tag Draussen im Hof auf Beton
      das Schweißgerät abstellen, Verlängerungskabel für den Stromanschluss anschließen, Massekabel an Gerät
      Anschliessen und Masseklemme an Werktisch, Elektrode am Gerät Anschliessen, darauf achten das nichts
      Metallisches in der Nähe ist, Gerät Einschalten. An Stück Stahlblech Probeschweißen. Nach Beendigung
      Elektrodenhalter auf Boden ablegen.Gerät Ausschalten, Schuko abziehen, Elektrodenhalter abziehen,
      Massekabel abziehen.

      Für Bekleidung & Sicherheit: Schweißhelm, Schürze, Handschuhe, Schweißerschuhe, Jeans, P3 Halbmaske,
      Feuerlöscher (Pulver), Sicherheitsbrille

      Vielleicht übertreibe ich ja aber ich kann mich noch Gut erinnern wie sich ein Stromschlag anfühlt,
      aber naja durch den Text über die Sicherheitsbestimmungen bin ich jetzt einfach zu verunsichert.
      Was mich jedoch noch so interessieren würde, in einem ungünstigsten Fall das doch etwas Metallisches auf dem
      Boden liegt, und der Elektrodenhalter mit der Elektrode direkt drauf fallen würde und berührt und man wäre
      dazwischen, wie würde der Strom sich da Verhalten?
      Wenn das Stück Metall auf dem Boden nicht direkt mit der Masseklemme verbunden ist passiert nichts.
      Ansonsten machts kurz Klack, es funkt und die Elektrode ist festgeschweißt.

      Wenn du immer schön Handschuhe an hast kriegst du nirgends nen Stromschlag.

      Ich hatte beim Wigschweissen schon öfter mal was abbekommen wenn die HF Zündung loslegt und keine Masse am Bauteil war. Aber beim Elektrode schweissen passiert sowas eigentlich nicht.