Röhrchen an Rohr schweißen

      Röhrchen an Rohr schweißen

      Moin!
      Wie würdet ihr die folgende Aufgabe angehen?
      Ein Röhrchen D=12mm, WS=1,5mm soll aufrecht an ein Rohr D=42,4mm, WS=2mm wig-geschweißt werden (Bild A).
      Die Naht soll möglichst dünn und fein sein.
      Hatte es mit 1,6mm Zusatz versucht, dann bekomme ich leider eine relativ dicke Naht, die die Optik stört.
      Ohne Zusatz brennen mir die Kanten des Röhrchens sofort weg (Bild B).
      Ultimativ geil wäre ein Ergebnis wie in BildC.
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      Auf jeden Fall wäre es sehr von Vorteil das kein Luftspalt vorhanden ist, der Lichtbogen sollte etwas mehr auf das "dickere" Rohr gerichtet sein und ich würde den 1mm Zusatzwerkstoff wählen. Dadurch bekomme ich eine schöne niedliche Naht und kann die Stromstärke ggf. noch weiter reduzieren. Man braucht halt weniger Strom um den 1mm Zusatzwerkstoff abzuschmelzen als bei einen 1,6mm Draht. Ach ja, wenn man den Zusatzwerkstoff mehr an das dünnere Röhrchen hält, kann man es vor "Lochbrand" ebenfalls schützen, da ja auch noch Wärme zum aufschmelzen des Stabes benötigt wird.
      Mit freundlichen Grüssen
      Gernoth
      Hab noch nen Tipp bekommen, Strom ca. 55A und dann ganz nah in die Kehle rein und nur kurz anpunkten.
      Danach mit Zusatz rundum.

      Alternativ Vollmaterial nehmen und ohne Zusatz verlaufen lassen, das werd ich wohl zur Sicherheit machen.
      Muss die Röhrchen später über Kopf im Freien am Handlauf anschweißen, da sehe ich jetzt schon schwarz wenn das alles so empfindlich ist.
      Nur zur Info, habs jetzt wie folgt gemacht, so klappt es wunderbar:

      Rundstab, Vollmaterial: 60A, ohne Füller verlaufen lassen.
      Röhrchen auf Rohr: Puls, Impuls 60A, Ruhe 30A, 33% Impuls, 33Hz, ohne Füller verlaufen lassen.
      Röhrchen im Rohr: Puls, Impuls 80A, Ruhe 40A, 33% Impuls, 33Hz, ohne Füller verlaufen lassen.
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      derdiek wrote:

      …Röhrchen auf Rohr: Puls, Impuls 60A, Ruhe 30A, 33% Impuls, 33Hz, ohne Füller verlaufen lassen…
      Von mir meinen Allerbesten, dass Du uns an Deinen Erkenntnissen teilhaben lässt.
      Das wünscht man sich von allen (meisten :D ) hier.

      Zu Deinen Ausführungen aber noch die Frage wie die Aufzählung „…Puls, Impuls 60A, Ruhe…“, etc. zu verstehen ist.
      Sicherlich sind das Einstellungen am Schweißgerät, aber was ist das jeweils genau?
      Du stellst mit dem Puls ja quasi 2 Ströme ein, einen hohen und einen niedrigen Strom, diese wechseln sich ab, mit einer bestimmten Frequenz und mit einem bestimmten Verhältnis. Das Gerät wechselt also immer zwischen z.B. 30A und 60A hin und her.
      Mit Impuls meine ich den Spitzenstrom, also den "Hoch-Anteil" eines Rechteckpulses.
      Ruhestrom ist der minimale Strom ("Niedrig-Anteil") während des Pulses.
      Wenn ich jetzt eine Frequenz von 33Hz einstelle, habe ich 33 Zyklen (Strom "hoch", Strom "runter") pro Sekunde. Das war ein grober Richtwert, den ich von einem youtube video übernommen hab und der funktioniert für mich ganz gut. Alternativ 1Hz, dann kann man richtig schön mit dem Takt schweißen und bekommt schöne Raupen wie im Anhang.
      Zusätzlich kann man den Anteil der "Hochstrom-Phase" während eines Zyklusses steuern. Stellt man den auf 50%, und die Frequenz auf 1Hz, ist der hohe Strom für 0,5Sek an, danach für 0,5Sek der niedrige Strom. Bei 33% ist der niedrige Strom entsprechend länger aktiv und der hohe Strom ist weniger lang pro Zyklus.
      Dadurch brennt einem eine dünne Kante weniger schnell weg und man bringt weniger Hitze ins Bauteil.

      Bei 1Hz ist die Schweißnaht aber auch etwas breiter, weil in dem Moment, wenn der hohe Strom dazu kommt, sich sofort ein relativ großes Schweißbad bildet. Das wollte ich in diesem Fall aber nicht, daher die höhere Frequenz von 33Hz. Man muss dann aber auch entsprechend schnell sein um gerade so ein Schweißbad an der Kante zu verbinden aber nicht zu viel aufzuschmelzen.

      Unten nochmal ein Bild wie es mit 1Hz aussieht, auch ohne Zusatz.
      Aber bin da kein Profi, hab sowas nie gelernt und hab mir alles aus youtube und diesem Forum angeeignet und einfach ausprobiert.
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      Nochmals danke, jetzt ist es 100%-ig nachvollziehbar. Dass dazu oben eingefügte Foto zeigt aber nochmals eine andere, vierte Schweißposition.
      Hast Du die Stirnseiten des Bolzens bzw. Röhrchens zuvor an den Rohrbogen angepasst (rund ausgeschliffen)?
      Bei 'C' ist die Spaltfreiheit ja recht leicht zu erreichen.
      Genau, auf dem Bild oben (Version D) ist ein Mix aus Version A und C.
      Ist Vollmaterial, durch ein Loch gesteckt, jedoch ohne Krümmung.

      An den gelrümmten Flächen habe ich die Röhren vorher rund geschliffen, damit es möglichst Spaltfrei auf das Rohr passt. Wenn das nicht gemacht wird klappt es nicht ohne Zusatz.