Kaputter Überlastschutz an altem Elektrodenschweißgerät von Lorch

      Hallo,

      Tz1 wrote:

      k, jetzt bin ich etwas verwirrt...also der Kondensator auf dem Bild ("Betriebskondensator.jpeg") ist derjenige Kondensator, welchen ich aus dem Schweissgerät ausgebaut habe.
      Bedeutet das nun, dass die Firma Lorch beim Bau des Schweissgerätes einen relativ nutzlosen Kondensator in das Gerät eingebaut hat und dass es besser gewesen wäre, wenn von Anfang an der von kleinermuk oben empfohlene AEG-Kondensator ("Folie2.JPG") in das Gerät eingebaut gewesen wäre?


      1) Wollte dich nicht verwirren :P
      2) bei meinen Betrachtungen, verlasse ich mich vowiegend auf die Grundlagen der Elektrotechnik und der Hilfswissenschaft Mathematik.
      3) Bei den Berechnungen muss man immer gewisse Annahmen treffen, da ja nicht alle elektrischen Größen bekannt sind, bzw nicht auf dem Typenschild
      angegeben sind. So ist in diesem Fall nicht bekannt, welchen Induktivität/ohmscher Widerstand der Trafo hat. Es gibt Richtwerte wo ein nicht kompensierter Trafo einen cos phi von 0.4 - 0.6 (vielleicht auch 0.65) aufweist. Ich bin bei meinen Brerechnungen von dem golden Mittelwert von 0.5 ausgegangen. Bei den stufengeschalteten Trafos ändert sich die Induktivität ja auch mit jeder Stufe, da ja Windungen dazu-, bzw. weggechaltet werden.
      4) Ein auf dem Typenschild angegeben cos-phi Wert von 0.7 ist ja auch nicht berauschend. Und bei welcher Leistungsstufe gilt dieser ???
      5) Ich gehe davon aus, das man diesen Wert von verbauten Kondensator gewählt hat, um den Wert von 0.7 bei mittler Leistung (90-100A) zu erreichen.
      Vielleicht war das damals eine Vorgabe.
      6) Und wir jürgi schon ausgeführt hat, hat der Kondensator überhaupt keinen Einfluss auf die Schweißeigenschaften vom Gerät. Die Stromkosten
      werden dich auch nicht berühren, da Blindleistung bis dato nicht erfasst werden. Einzig alleinen der Blindstrom belastet die Leitungen und den
      Leitungsschutzschalter.
      7 Soweit ich auf den Bildern entnehmen konnte, ist das Gerät schutzisoliert. Damit kann es keinen Lüfter haben, da es keine Lüftugsschlitze haben darf.
      Hat das Gerät einen Schutzleiter ? Normalerweise haben schutzisolierte Geräte keinen Schutzleiter.
      8) Wie viel so ein Komensationskondensator bringt, habe ich auf den nachfolgenden Bildern dargestellt. Wunder wirken können diese auch nicht.
      Ich bin von einem cos-phi von 0.5 für den Trafo ausgegangen. Wird wahrscheinlich ein wenig besser sein (0.6). Macht das Kraut aber auch nicht fett.

      Folie4.JPGFolie9.JPGFolie3.JPGFolie5.JPG<a href="https://www.schweisserforum.de/index.php/Attachment/2732-Folie8-JPG/?s=c76efae0daf875430327339e0a86181a93819ec6">Folie8.JPG</a>Folie1.JPGFolie7.JPGFolie8.JPG

      Und wenn du den cos-phi für jede Stufe ohne Kondensator genau wissen möchtest, dann kaufts du dir so ein ähnliches Leistungsmessgerät und misst für jede Stufe den Power Factor.
      Folie10.JPG
      Diese Werte stellst dann ein und von jürgie bekommst dann für jede Stufe den Wert des Kondesators geliefert, der einen guten cos-phi von 0.85 liefert :P :P :P :P :P .
      Mir ist das zuviel Arbeit.
      Dann ersetzt den jetzigen einpoligen Stufenschalter gegen einen zweipoligen Stufenschalter und schaltest damit für jede Stufe den richtigen Kondsator dazu.
      Ich hoffe, es ist genug Platz im Gehäuse :P :P .

      Würde man einen cos-phi von 0.85 anstreben, dann müsste man bei 140 A gleich 3 83uF Kondensatoren und bei 90 A 2 83uF Kondensatoren
      parallel schalten.
      Folie12.JPG

      Ich persönlich würde es genauso wie jürgi geschrieben hat, halten. Die zwei Drahtenden isolieren, das Ding zuschrauben und weiter schweissen.


      Gruß
      einen Lüfter konnte ich am Gerät nicht finden. hat das jetzt was zu bedeuten? bzw. steht die Lüftung in irgendeinem Zusammenhang mit dem Kondensator?

      Wollte auch gerade mal testen, ob das Gerät auch ohne den Kondensator läuft. Leider hab ich Idiot vergessen Fotos von den Anschlüssen zu machen als das Gerät noch zusammengebaut war und bin mir jetzt nicht sicher welcher von beiden der Minus-Pol (wo die Elektrode anzuschliessen ist) und der Plus-Pol (wo die Masse anzuschliessen ist) ist? Weiss jemand von euch zufällig, ob der grüne oder der blaue Anschluss Plus oder Minus ist?
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      stimmt, wird ja auch mit 50 Hz angegeben... war nur etwas verwirrt, weil dies hier in einem anderen Post gelesen hab:

      "Beim E- Handschweißen richtet sich die Polung der Elektrode in erster Linie nach der Umhüllungsart der verwendeten Elektroden. Am Pluspol (Anode) ist die Temperatur etwas höher. 99,9 % aller basichen Elektroden wird am Pluspol verschweißt (und bitte davor auch die üblichen 2 h bei etwa 300°C rücktrocknen). Fast alle anderen Elektrodentypen, also rutil, sauer und zellulose bzw. deren Mischungen, werden am Minuspol verschweißt (Sonderanwendungen wie Hotpasses im Rohrleitungsbau seien mal dahingestellt). Auch rutilbasiche Mischtypen werden üblicherweise am Minuspol verschweißt wobei es auch einige Typen gibt bei denen beides möglich ist."

      egal, ich probier jetzt auf jeden Fall mal das Ding Anzuschlie
      Dann sollte meine Elektroden ja für Gleich- und Wechselspannung geeignet sein.

      Hab das Gerät jetzt mal ohne Kondensator angeschlossen; da haut's aber sofort die Sicherung von der Steckdose raus ohne dass das Einschaltlämpchen überhaupt angeht. Hab daraufhin einen neuen Kondensator, welchen ich gestern im Fachhandel gekauft hab, eingebaut. Jetzt geht das Gerät wieder ganz normal mit leuchtendem Einschaltlämpchen an. Schweissen konnte ich leider noch nicht, da alle derzeit verfügbaren Steckdosen mit 8A gesichert sind und es sofort die Sicherung raushaut, sobald man die Elektrode anlegt. Ich hoff mal, dass die andere Steckdose (35A) auch bald wieder tut, damit ich bald wieder loslegen kann.
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      • Elektroden.jpeg

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      Hallo,

      Tz1 wrote:

      Hab das Gerät jetzt mal ohne Kondensator angeschlossen; da haut's aber sofort die Sicherung von der Steckdose raus ohne dass das Einschaltlämpchen überhaupt angeht


      Alles was ich nicht verstehe, muss ich hinterfragen:

      1) Du hast das schon so gemacht wie auf dem Bild eingezeichnet ( das Teil entfernt und die Drahtenden stehen nicht zusammen) bevor du das Schweißgerät ans Netz angesteckt hast?
      2) Das würde ja heissen, wenn du jetzt einen Kabelschuh vom Kondensator abziehst, dann fliegt die Sicherung raus, wenn du es ans Netz nimmst. Kannst du das testen?

      Folie16.JPG

      Gruß
      hab's jetzt mal so wie dus oben beschrieben hast ohne kondensator angeschlossen . hattest auf jeden fall recht, das gerät funktioniert auch ohne...
      hatte beim letzten versuch die beiden kabel, die zum kondensator führen miteinander verbunden; sah halt auf den ersten blick für mich wie ein offener stromkreis aus...

      glaub aber ich hab's jetzt endlich mal gecheckt: der kondensator ist wohl parallel geschalten, was zum kurzschluss führt, wenn mann die kabel miteinander verbindet. Wäre der Kondensator in reihe geschalten, müsste man die kabel aber schon verbinden damit's läuft... hoff mal ich erzähl da jetzt keinen totalen schwachsinn...
      werd mir die tage mal deine erläuterung/rechnung genauer anschauen und versuchen es nachvollziehen bzw. verstehen zu können. kann sein, dass sich da auch noch ein paar fragen dazu auftun.... auf dem gerät ist der cos phi auf jeden fall mit 0.7 angegeben (s.o.)