Lorch SEW 200N - zieht zu viel Strom primärseitig - Absicherung löst aus

      Lorch SEW 200N - zieht zu viel Strom primärseitig - Absicherung löst aus

      Hallo Zusammen,

      habe ein nostalgisches Schweißgerät erstanden - ein Lorch SEW 200N. Baujahr scheint um 1987 zu sein.

      Das Gerät verfügt sowie im WIG als auch im MAG Modus über 2 Leistungsstufen. In Stufe 1 lässt sich das Gerät im über alle Betriebsarten vollumfänglich nutzen, alles funktioniert. Benötige ich mehr Leistung (> 150A), so fliegt mir in Stufe 2 nach kurzer Zeit immer die Sicherung.

      Gemäß Typenschild hat das Gerät einen max. Maschinenstrom von 34A, meine Absicherung in der Unterverteilung beträgt 35A - sollte also ausreichend sein.

      Ein befreundeter Elektriker hat mit einer Strommesszange den Strom an L1 mit 42A ! und an L3 mit 48A ! gemessen (das Gerät arbeitet nur über 2 Phasen).

      Fazit:
      Das Gerät zieht einfach zu viel Strom (womöglich auch in Stufe 1, jedoch hier unauffällig da die Absicherung mit 35A den Bereich abdeckt).


      Nun stellen sich für mich folgende Fragen:
      1. Ist einem dieses Proble m an diesem Typ und ggf. Abhilfemaßnahmen bereits bekannt?
      2. Wie gehe ich hinsichtlich Fehlersuche am besten vor? Vielleicht lassen sich ja Ersatzteile noch irgendwo auftreiben und ich bekomme das Gerät wieder hin...
      • Stromzufuhr wurde überprüft und ist i.O.
      • Alle Sicherungen im Gerät sind i.O.
      • im Leerlauf erwärmt sich keine Komponente übermäßig (die auf einen primärseitigen Defekt hinweisen könnte)
      • ... nächste Schritte ... ?

      Ein paar Bilder und die Stromlaufpläne hänge ich mal an...


      VIELEN DANK FÜR EUER FEEDBACK !!

      Liebe Grüße,
      Andi
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      Servus,

      andi132 wrote:

      Strom an L1 mit 42A ! und an L3 mit 48A ! gemessen

      Ist es plausibel dass sich da zwei verschiedene Werte messen lassen, wenn das Gerät nur über zwei Phasen angeschlossen ist? Ist abweichend zum Primärplan der Neutralleiter im Spiel?
      Unter welchen Bedingungen ist das gemessen? Damit mein ich z.B. sekundär kurzgeschlossen oder während dem Schweißen, wenn letzteres, welches Verfahren, beide Messungen gleichzeitig? Wenn nacheinander spielt u.U. schon sowas wie bspw. verschiedene Lichtbogenlängen eine Rolle, Abhilfe wäre da z.B. im WIG-Betrieb ein fest eingespannter Brenner der ein massives Werkstück malträtiert
      Welche Charakteristik hat deine Absicherung?
      schöne Grüße
      Tommy
      Hi Tommy,

      vielen Dank für deine Antwort. Das Schweißgerät läuft wie im Stromlaufplan beschrieben nur auf den beiden Außenleitern. Der Neutralleiter ist nicht angeschlossen.

      Ich habe in Stufe 2 mit WIG mit 200...220A geschweißt, die Messungen wurden nacheinander gemacht. Ob ich dabei unterschiedlich lange Lichtbogen hatte kann ich nicht mehr sagen - ehrlich gesagt hat sich mein Elektriker über die unterschiedlichen Werte auch gewundert, darauf bin ich aber nicht gekommen.

      Die verbauten Sicherungen in der Unterverteilung für die Anschlussleitungen sind C32.

      Bei Lorch erhalte ich leider keinen Support mehr da das Gerät zu alt ist und über den offiziellen Weg keine Ersatzteile mehr angeboten werden. Ich habe jedoch noch die Hoffnung auf dem Gebrauchtmarkt ein passendes Ersatzteil zu finden und das Gerät wieder voll funktionstüchtig zu bekommen....

      Wir werden nochmal messen - diesmal dann gleichzeitig mit 2 Messzangen. Wenn wir das machen wäre es prima wenn Ihr mir noch ein paar Tipps geben könnt was wir prüfen können, um so vielleicht das defekte Bauteil delektieren zu können.

      Herzlichen Dank und viel Grüße,
      Andi
      Hallo,
      wenn man sich den Schaltplan ansieht, dann gibt es da nicht sehr viele Fehlerquellen. Ich schätze, 90% Trafo und 10% Gleichrichter.
      Wichtig wäre die Stromaufnahme im Leerlauf des Tafos. Also Brennertaste drücken, aber nicht schweissen. Ich kenne jetzt nicht die technischen Daten vom Tafo, schätze aber, dass der Leerlaufstrom nicht viel höher als 2-3 A sein sollten.
      Wenn man da mehr als 5A fließen, gehe ich davon aus, dass der Trafo einen Windungskurzschluss hat. Das würde dann auch beim Schweißen den hohen Primäsrtom erklären, da sich der magnetische Fluss ändert (höher wird).

      Gruss
      Ich sehe das auch so wie kleinermuk.
      Noch ein Gedanke dazu.... Wenn das Gerät viel mehr Strom zieht als vorgesehen und am Brenner nicht mehr raus kommt, muss die Differenz in Wärme umgewandelt werden. Also würde ich mit mittlerer Einstellung etwas schweißen, so dass die Sicherung nicht fleigt. Dann das Gerät vom Netz nehmen und prüfen, wo im Schweißgerät Bauteile heiß geworden sind. An der Stelle wird die Energie "verbraten". Ich tippe auch auf den Trafo.

      Gruß
      Jürgen