Ist ein Versatz zwischen Seitenwand und Deckplatte ein Reklamationsgrund oder Standard?

      Ist ein Versatz zwischen Seitenwand und Deckplatte ein Reklamationsgrund oder Standard?

      Ich denke jeder hat bzw. musste schon einmal Möbel zusammenschrauben und diesbezüglich festgestellt, daß nicht alles so paßt wie man sich das vorstellt.

      Die meisten Schränke haben ja bereits vorgebohrte Löcher für Holzdübel und Befestigungsschrauben so das man eigentlich keine Chance hat etwas korrigieren zu können.

      Wie auf den Bild unten zu sehen steht in diesem Fall die Seitenwand ca. 1mm zu weit nach innnen, was einen qualitätsbewußten Menschen natürlich überhaupt nicht schmeckt, aber für den Verkäufer/Hersteller kein Grund ist, diesen Mängel zu beseitigen, weil "normaler Qualitätsstandard".

      Man findet im Netz ja vieles über Reklamationen, aber bisher konnte ich einen solchen Fall nicht ausfindig machen. Ebenso blieb die suche nach etwaigen Toleranznormen ohne Erfolg.

      Vielleicht hat ja hier jemand eine Idee/Rat.

      Hängeteil-rechts-oben.jpg

      Hängeteil-links-oben.jpg
      Mit freundlichen Grüssen
      Gernoth
      Hallo Gernoth,

      sieht nach funierter Spanplatte aus oder?
      Ist unschön, aber bei sowas würde ich immer versuchen selber Hand an zu legen, da der Aufwand für eine Reklamation meist viel zu groß und der Mangel zu gering ist.
      Zumindest dann, wenn es kein qualitativ hochwertiges Möbel ist.
      Liegt es an zu ungenauen Bohrungen für die Verbindungsbeschläge?

      Gruß

      Christofer
      Wehret den Anfängen!

      Morten wrote:

      Wer billieg kauft,kauft zwei mal.

      Dann würde ich es ja auch verstehen, aber wir haben uns genau deswegen für eine höhere Preisklasse entschieden.
      Im übrigen bin ich bei meinen Recherchen im Internet auf Qualitätsmengel aller Preisklassen gestoßen.

      Christofer wrote:


      sieht nach funierter Spanplatte aus oder?

      Es sind MDF Platten

      Christofer wrote:


      Liegt es an zu ungenauen Bohrungen für die Verbindungsbeschläge?

      Genau so ist es.
      Mit freundlichen Grüssen
      Gernoth
      MDF-Platten sind nur geringfügig besser wie Spanplatte und neigen bei ungestützten hängenden Brettern zum durchhängen. Außerdem macht er Werkzeugschneiden sehr schnell stumpf. Ich verwende es daher nur selten in meiner Werkstatt.
      Welche Art von Verbindungsbeschlägen hast Du?

      Seihe dazu: selbst-schreinern.de/Verbindungsbeschlaege---64.html

      Ist es ein Topfbohrloch (z.B. 30 mm) welches zu hoch geraten ist und damit die Deckenabdeckung nach oben drückt, bzw nicht weit genug nach unten zieht (wenn mit Exzenterspanner versehen)?
      Wehret den Anfängen!
      Besorg Dir einen Buche-Rundstab, vermutlich 15 mm (vorher messen). In das Loch mit Holzleim einkleben und trocknen lassen, Kreppband als Schutz des Funieres drunter kleben, und mit einer Säge mit geringer Schrängung absägen. Ein Stahlsägeblatt ohne Sägebogen geht zur Not. Ich habe dafür eine Dübelsäge die ein bewegliches Blatt und keinerlei Schränkung hat, dann kann man sowas ohne Spuren absägen.
      Den Lochmittelpunkt für das neue Zapfloch etwas tiefer anzeichnen. Wenn Du sicher bist das die Identisch mit den auf Deinem Bild sind, dann kannst Dich nach den Maßen in den Bildern richten:



      Ansonsten beachte, das die Einschraubdübel alle unterschiedlich lang sind, je nach Hersteller, im Zweifelsfall aber bei 1mm Spalt den Bohrmittelpunkt 2 mm tiefer legen, damit Du noch Spannreserve hast. Mit Stichahle vorstechen und dann mit Forstnerbohrer 15 mm neu bohren. Von Oben dann das Einschraubdübelloch nachbohren. Einstecken und Exzenter spannen.
      Wehret den Anfängen!
      Hallo Gernoth,

      die Riffeldübel stecken doch in der Seitenwand und dienen lediglich dazu das die Teile bündig abschließen zu lassen, da die Einschraubdübel in der Regel ca. 2 mm Spiel haben und den brauchen sie damit man den Exzenterspanner drehen und spannen kann. Es geht doch hier um die Deckplatte des Korpus. Ich verstehe das so, das in jeder Seitenwand oben 2 oder 3 Riffeldübel stecken und warscheinlich 2 Einschraubdübel. Wenn beide Seitenwäde stehen und Du die Riffeldübel in die Seitenwand oder die Deckplatte eingeschlagen hast (ich gehe mal davon aus das Du den selber zusammen gebaut hast), dann schraubt man noch die 2 Einschraubdübel in die Deckplatte, setzt ihn von oben auf die Seitenwand (wenn man nicht den Platz hat ihn liegend aufzubauen) und nun kann man von innen die Exzenterspanner einsetzen und die Platte spannen. Dann sollte sich die Platte auf die Seitenwand ziehen lassen Als Beispiel mal hier eine IKEA-Aufbauanleitung (Seite 11, Pos 14 und 15).
      Wenn Du sagst das die Löcher nicht passen, gehe ich davon aus das die Exzenterspanner nicht spannen können, weil die Löcher in der Seitenwand zu hoch dafür sitzen die Einschraubdübel beim aufsetzen der Deckplatte zu weit in das Zapfloch hineinragen und man den Exzenterspanner dreht ohne das er spannt und gegen die Begrenzung gedreht wird. Dann brauchst Du an den Riffeldübeln aber nichts ändern.
      Generell gibt es aber mehrere mögliche Ursachen dafür das da oben, ein Spalt entstanden ist:

      1. können die 8mm Riffeldübellöcher in der Seitenwand hinten nicht tief genug gebohrt sein, so liegt die Deckplatte auf dem Riffeldübel und der Exzenterspanner kann die Deckplatte natürlich nicht bündig auf die Platte ziehen.

      2. Meistens wird die Rückwand in einen Schlitz in die Deckplatte gesteckt. Wenn hier die Rückwand zu lang ist oder aber der Schlitz in der Deckplatte nicht tief genug gesägt/gefräst wurde, dann liegt die Deckplatte auf der Rückwand und nicht auf dem Seitenteil auf. Das sollte man dann aber an der Rückwand sehen die sich ausbeulen sollte.
      Bei Hängeschränken sind die Rückwände verschrubt um Zugkräfte aufnehmen zu können.

      Gruß

      Christofer

      PS: ggf mal ein Bild vom ganzen Schrank machen und eines von innen machen, dort wo die Exzenterspanner sitzen.
      Wehret den Anfängen!
      Es geht eigentlich hauptsächlich darum, das die Seitenwände "zu sehr" nach innen stehen, also mit der Deck- und Bodenplatte nicht bündig abschließen. Aufgrund der Riffeldübel hatten wir jedoch beim zusammenbau keine Chance das korrigieren zu können. Abgesehen davon bin ich aber der Meinung das es sich eben um einen Qualitätsmangel handelt.
      Was auf dem Bild zu sehen ist hat eigentlich nichts mit den Spannern zu tun (also Luft zw. Seitenwand und Decke/Boden) sondern mit Versatz.
      Mit freundlichen Grüssen
      Gernoth
      Da habe ich die Foto´s falsch interpretiert. Dann ist es noch einfacher, in die Dübellöcher die Dübel einleimen, trocknen lassen, bündig abschneiden und neu bohren. Das Maß für die Lochmitte nimmst Du dir von der Bodenpltte oder Seitenwand je noch dem wo das Maß stimmt. Mit einem 8 mm Holzbohrer verläuft das Loch aber nicht so schnell wie mit einem Metallbohrer.
      Ist schneller behoben wie das Theater wenn Du es reklamierst.
      Wehret den Anfängen!
      Nein, Du hast recht und den Fehler auf dem Bild richtig gedeutet (mein Fehler - es ist Luft aber auch versetzt), es handelt sich aber dort um das Teil zum aufhängen des Schrankes. Aber das würde ich dann auch so machen wie mit den Holzdübeln, also die Löcher für die Plasteführungen.

      Danke für Deine Hilfe, ggf. werde ich noch einmal darauf zurückkommen. Auf Grund der schlechten Qualität auf dem Markt überlege ich, wenn neue Küchenschränke fällig werden, diese selber zu bauen, dann weiß ich wenigstens das es nicht besser geht engelring.gif .
      Mit freundlichen Grüssen
      Gernoth
      Hallo Gernoth,

      deshalb baue ich inzwischen alle Möbel selber. Preiswerter wird es aber nicht unbedingt, da zumindest ich mir erst das gesamte Werkzeug kaufen musste und das Material ist auch nicht geschenkt. Das Letzte was ich vor der Winterpause gebaut habe war unser neues Schlafzimmer.
      Ein ähnliches Bett (ohne Seitenkonsolen und Bettkasten) aus 27 mm Buche Leimholz, wie ich es auch gebaut habe, hätte mich im Laden über 1000 € gekostet. Das Material für das ganze Schlafzimmer kostete dann im Vergleich nur 600 €. Arbeitszeit natürlich nicht gerechnet.

      Gruß

      Christofer
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      • P2130234.JPG

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      Wehret den Anfängen!
      Für den Anfang, wenn Du nur aus fertigen Platten bauen willst, auf jeden Fall folgende Maschinen:
      • Handkreissäge mit Führungsschiene
      • Excenterschleifer 125 oder 150 mm Durchmesser (Der läuft bei mir am meisten)
      • Bohrständer
      An Werkzeug:
      • Stemmeisensatz, Holzhammer
      • Forstnerbohrersatz
      • Holzbohrersatz
      • Ein paar Zwingen, am besten Korkuszwingen
      spater dann eine Oberfräse, eine Lamellenfräse etc.
      Wehret den Anfängen!
      Bohrständer heißt: wo ich meine Handbohrmaschine einspannen kann, oder?


      Ja genau oder besser eine Standbohrmaschine.

      Die Platten kann ich mir ja im Baumarkt zusägen lassen.


      Mein erstes Möbel, eine Apothekerkommode habe ich aus Buche Leimholzplatten aus dem Baumarkt bebaut. Ich muss aber sagen das die 1. im Baumarkt nicht immer so genau das Ganze zuschneiden, 2. die Qualität der Hölzer meist schlechter ist, wie in einem Holzhandel und 3. der Preis auch noch höher ist wie im Baumarkt.
      Wehret den Anfängen!
      Danke für die Hinweise/Ratschläge, bin ja nichts anderes aus dem Forum hier gewöhnt :whistling: .

      Aber was mich noch interessiert ist, wenn man die Löcher z.B. in einer Seitenwand gerade bohren muß (z.B. Dübel oder den "Tunnel" zum Zapfloch), dann hilft mir doch auch nicht eine Ständerbohrmaschine, weil ich die Platten dort ja nicht einspannen kann.

      Gibt es diesbezüglich irgendwelche Hilfsmittel damit der Bohrer auch gerade das Loch bohrt?
      Mit freundlichen Grüssen
      Gernoth