Beiträge von Manfred Weigl

    Hallo Holger,

    ob Deine eingestellten Werte optimal sind, kann ich kaum beurteilen. Ich schweiße Alu immer mit Pedal, da ich mit 4Takt noch nicht zurecht komme. Bei 2mm Blechen würde ich als niedrigsten Strom 50A vorgeben und bei vollem Pedal auf 110 A gehen. Für den Start gebe ich immer gleich Vollgas, da erstens das Blech noch kalt ist und zweitens will ich möglichst schnell ein Schweißbad damit ich Schweißdraht dazugeben kann. Sobald die Naht schön zusammenläuft gehe ich etwas zurück mit dem Strom und wenn die Blechteile sehr heiß werden, kann ich beinahe bis 50A zurückgehen. Bei großen Werkstücken fließt aber aufgrund der guten Wärmeleitung von Alu soviel Wärme ab, dass 50A viel zu wenig wäre. Da stelle ich als Mindeststrom mehr ein. Aber das hängt alles von den Werkstücken ab, die Materialstärke ist bei Alu also nicht der einzige Parameter welcher für den Strombedarf maßgeblich ist. Es ist ja auch ein Riesenunterschied ob ich an Kanten oder in der Fläche bin. Denn da kann die Wärme ja in allen Richtungen abfließen.

    Deshalb ist für mich bei Alu das Schweißen mit Pedal einfacher. Ein guter Schweißer würde es wahrscheinlich schaffen, mit einer festen Stromeinstellung durch die Anpassung der Geschwindigkeit zurecht zu kommen. Aber da ich Probleme habe, den Schweißdraht schnell und präzise zuzugeben, versuche ich einfach mit konstanter niedriger Geschwindigkeit die Naht zu ziehen.

    Das Problem beim Alu-Schweißen ist, dass die Oxidschicht, welche sich in Sekunden aufbaut, nicht aufgeschmolzen wird, sondern nur an der Oberfläche vom Lichtbogen in der Phase „Elektrode positiv“ weggeschoben wird. Im Stoß zwischen den Blechen verhindert die Oxidhaut, dass das geschmolzene Alu zusammenfließt. Deshalb braucht man an Stößen Schweißzusatz, um eine verbindende Naht darüber zu legen. Wenn Du diese Naht dann sauber wegschleifst, hast Du wieder zwei getrennte Blechstücke.

    Bei dickeren Blechen, so ab 2mm muss man diese flach anfasen und mit Zusatz verbinden. Dann kann man die Naht sogar wieder planschleifen. Besser ist aber, man lässt es wie es ist.

    Bei Aluminium mache ich immer schön dicke und breite Raupen und schleife nur, wenn es unbedingt nötig ist, aber nie wegen der Optik.

    Hallo Werner,

    DDrehmomentapostel hat sicher bereits alles Wichtige erwähnt. WIG in Zwangslagen ist tatsächlich optimal in Bezug auf Schweißbadkontrolle. Ich will nur noch anmerken, dass mein Hauptproblem ist, dass man in Zwangslagen meist auch keine gute Auflage für die Hand findet. Bei MMA kann man da die Elektrode leichter führen, da diese durchaus spürbar mit der Umhüllung das Werkstück berühren kann. Bei WIG muss man da oft völlig „freihändig“ den Brenner millimetergenau im Abstand führen. Trotzdem schweiße ich definitiv gerade in Zwangslagen, wann immer möglich, WIG, trotz 50 Jahren Übung mit MMA und nur zweieinhalb Jahren mit WIG.

    Sehr schöne Arbeit, das Design gefällt mir. Ich hoffe, wir sehen dann auch Fotos vom fertigen Zaun. Die Säulen und Fundamente für die schweren Elemente, vor allem für die Torflügel, sind sicher auch eine Herausforderung.

    Da immer noch keine Antwort von Profis kam, hier meine Meinung als fachfremder Rentner:


    Du machst nichts verkehrt mit Düse, Elektrode Argondurchflussmenge, Nachströmzeit und Zusatz.


    Edelstahl ist eine Legierung. Legierungen neigen dazu, bei hohen Temperaturen sich unter Umständen zu entmischen oder die Gefügestruktur zu verändern und dann sogar mehr zu korrodieren als z.B. Baustahl.

    Deshalb ist es bei Edelstahl wichtig, die Temperatur schnell abzubauen. Dummerweise hat Edelstahl auch eine sehr geringe Wärmeleitung. Deshalb wird Kupfer oder Aluminium auf die Rückseite gedrückt, um die Temperatur schnell runter zu kriegen. Bei Rohren hilft nur schneller schweißen (mit etwas höherem Strom), um möglichst wenig Material neben der Naht zu erhitzen. Das Material muss noch innerhalb der Argon- Abdeckung abkühlen, um Korrosion zu reduzieren. Deshalb ist nur das Ende der Naht bei Dir schön, ich denke, die Nachströmzeit liegt bei Deinen Tests bei mehr als 5 Sekunden.

    Da die letzten Beiträge entweder sehr professionelle Informationen oder Fragen zur Geräteauswahl waren, hier von mir nochmal ein Bastlerprojekt.



    Die schönsten Angelplätze sind schwer zugänglich oder haben steiles oder stark bewachsenes Ufer. Im Gegensatz zu den existierenden Lösungen im Fachhandel wollte ich eine robuste und universelle Lösung, welche auch zum Transport meiner Ausrüstung in unwegsamem Gelände taugt und soweit einfach zerlegbar ist, das alles auch in einem VW Golf ohne Verrenkungen verstaut werden kann.



    schweisserforum.de/index.php?attachment/4385/

    So sieht das aufgebaut aus:

    Die Plattform steht hier mit den vorderen Stützen im Fluss und mit den hinteren direkt auf der Uferkante. Das Zubehör, wie Rutenauflagen, Halter für Kleiteile- und Köderbox, usw. wurde auch speziell dafür angefertigt.




    Rahmen.jpg

    Das ist der Rahmen, aus 50mm Alurohr mit 3mm Wandstärke geschweißt. Die Auflagen für den Lattenrost sind aus 4mm Flach-Aluminium, stumpf an die Längsrohre geschweißt. Vorne sind noch die Auflageschalen für das Fahrwerk, hinten sieht man die Befestigung für den Anglerstuhl. Die Schweißnähte sind nicht schön, aber das liegt an meinem Alter, denn die Schweißarbeiten waren recht einfach bei diesen Wandstärken. Ich habe alles mit Pedal geschweißt, da man beim Start mit kaltem Alu recht hohe Ströme braucht, und gegen Ende einer Naht teilweise auf den halben Strom absenken musste. Meine Einstellung war meist 170A bei voll getretenem Pedal und 90A bei Fuß vom Pedal. Als Schalter benutzte ich fast ausschließlich den des Brenners, der Zündschalter im Pedal ist dabei deaktiviert.



    Einraster_autoscaled.jpg

    Hier sieht man an der Unterseite den Einrastmechanismus des Lattenrostes (Die Heftpunkte an der Auflageleiste sind nur zur Abstützung, die Oberseite ist durchgeschweißt).



    IMG_1819_autoscaled.jpg

    An der Unterseite kann das Rad für den Transport eingerastet werden. Die Fahrwerksteile sind aus leichtem Stahlrohr (1mm Wandstärke) gebaut.


    IMG_1820_autoscaled.jpg

    Die Arretierung erfolgt automatisch über den Bolzen welcher von einer Feder nach vorne geschoben wird. für die Demontage muss nur der Blechbügel nach hinten geschoben werden.



    Schubkarre.jpg

    Wenn die hinteren Stützen auf eine geeignete Höhe eingestellt sind, werden noch die Handgriffe mit Spannelementen wie bei Fahrradsattelstützen angeklemmt. Nun kann die Plattform als geländegängige Schubkarre für Angeltasche, Rutentasche, Eimer, Futterbehälter, Kescher, Anglerstuhl... dienen. Damit man die Ausrüstung nicht verliert, wird noch ein Spanngurt um die 4 Stützen gezogen.

    Da ich ein AC/DC-Gerät habe, kann ich das nicht beurteilen. Allerdings wurde auch noch nie erklärt, was am Schweißstrom bei billigeren Geräten schlechter sein soll. Ich konnte bei meinem Gerät messen, dass der Strom erstaunlich stabil bleibt, unabhängig vom Abstand und Zustand der Wolframelektrode und der Lichtbogen ist absolut ruhig, solange die Spitze gut ist. Ich weiß nicht, wie Gleichstrom bei teueren Maschinen besser oder „gleicher“ sein soll.

    Hallo,

    da bis jetzt keine Antworten kamen, versuche ich es mit einer recht pauschalen Aussage.

    Also wenn Du es gewohnt bist, mit Profi-Maschinen zu schweißen, dann wirst Du mit einem 300€ Gerät nicht zufrieden sein.

    Wenn Du aber kleine Mängel, schlechte Beschreibungen und weniger robuste Mechanik akzeptieren kannst, dann macht es durchaus Sinn mit einem billigen Gerät anzufangen. Dies trifft bei mir voll zu, ich bin mit meiner Schweißmaschine seit bald 3 Jahren zufrieden und finde die Schweißeigenschaften perfekt, wohl wissend, dass es für den siebenfachen Preis besseres gegeben hätte. Sollte das Gerät nach 5 Jahren irreparabel sein, kauf ich mir einfach ein neues.


    Grüße

    Manfred

    Das mit dem Kontrastsehen ist völlig richtig. Bei mir ist das eine ganz normale Alterserscheinung. Die meisten Menschen nehmen das erst wahr, wenn sie im Alltag Probleme bekommen. Der Augenarzt bescheinigt mir immer noch 100% Sehvermögen, aber gegen helles Licht verschwindet bei mir alles im Grau. Wenn ich meine, vor 45 Jahren mit MMA gemachten Schweißnähte ansehe, kann ich kaum glauben, wie gut die gegenüber den heutigen sind. Aber für eine Operation wegen Grauem Star sind lt. Arzt meine Augen noch viel zu gut.

    Da ich mit WIG diese Probleme kaum habe, schweiße ich, wenn möglich, immer WIG.

    Da kann ich mich RRadler nur anschließen. Das beste Beispiel ist „weldingtipsandtricks“.

    Ich finde übrigens, dass gerade WIG ideal ist für Anfänger. Da man hier das Schweißbad gut beobachten kann, ist es ideal und recht einfach, erst einmal ohne Zusatz ein paar Nähte zu schweißen, um das Prinzip zu verstehen und ein Gefühl für die Brennerführung (Winkel, Abstand ...) zu bekommen.

    Bei MMA ist man ja da erst völlig blind. Erst nach langer Übung erkennt man an der Helligkeit und dem Aussehen der flüssigen Schlacke über dem Schweißbad, wie die Naht gelingen wird. MAG ist da nicht viel besser, das Schweißbad ist zwar nicht abgedeckt mit Schlacke, aber das extreme „Gebrutzel“ macht die Beobachtung schwieriger.

    Dass man sich als Anfänger bei WIG erst viele Informationen holen muss ist klar, aber mit amerikanischen YouTube-Videos ist das kein Problem.

    Hallo,

    scheint ein gutes Teil zu sein. Was mich aber immer stört, ist der Messbereich der Durchflussmesser. Für den WIG-Brenner ist 30l/h absurd. Die meist benötigten 5 bis 7l/h sind auf der Skala ganz unten nur wenige grobe Strichlein. Ideal wäre, wenn einer der beiden Durchflussmesser nur bis 10l/h ginge, dann müsste man nicht so genau draufschauen.