chinesische Schweissgeräte (220V/230V) in Japan (100 V - 50/60 Hz) nutzen

  • Oh ja, Asche auf mein Haupt. Ich habe mir die Sicherungen nie so genau angeschaut und gestern als ich das Ding knipste war Freitag abend...der Tag war heiß, die Arbeit hart und das Feierabendbier schon durch die Kehle gelaufen. Da ist es nicht mehr so dolle mit der Aufmerksamkeit😁 Also Resüme....so wie ich das nun sehe wird mir wohl oder übel nichts anderes übrig bleiben als die städtischen Blitze anzurufen, damit die mir eine dickere Leitung ins Haus ziehen von der Oberleitung.....und dann gleich 230V, 60A!

  • Hallo nochmal aus Nippon. Das Thema Spannungswandler oder 200 Volt Leitung legen lassen, ist bei mir leider noch nicht beendet. 200 Volt von der Freileitung ins Haus zu legen kostet doch einen Berg Scheine und selbst 200 V sind ja nicht dasselbe wie die 230V welche das Schweißgerät (welches ich kaufen möchte) für maximal Leistung braucht.

    Deshalb habe ich mich nochmal umgeschaut und diesen Spannungswandler gefunden.

  • Da ich ja mindestens 6kva brauche sollte dieses Gerät mit 10kva doch eigentlich genügen. Sehe ich das richtig?

    Ich meine - wenn diesen Spannungswandler an meine 100V Haussteckdose anschließe (welche mit 20A abgesichert ist) und danach an dem 230V Ausgang des Spannungswandlers das Schweißgerät. Das müsste
    doch passen wenn der Spannungswandler über 60A abgesichert ist, oder?

    Wie gesagt, ich habe wenig Ahnung von Elektrik und und hoffe deshalb auf etwas Nachhilfe.


    Gruß aus Nippon

  • Hallo,

    ja, der wird prinzipiell funktionieren. Allerdings hat so ein 10kVA Trafo einen hohen Einschaltstrom, k.A. ob deine Sicherungen das aushalten oder ob du da noch einen Sanftanlauf einbauen musst.

    Was dir aber klar sein sollte:

    Wenn du nur 20A/100V am Eingang hast, kannst du trotz 230V am Ausgang dein Schweißgerät nur "knapp über Standgas" betreiben. Also um die 100A, genaueres hängt von der PFC deines Gerätes ab.

    Also Dünnblech bis max 3mm.

    Gruß, BK

    P.S.:

    Wenn du aber KEINEN neuen Anschluß mit mehr Power nimmst, brauchst du auch keinen 10kVA Trafo... das ist nur für den Fall gedacht, wenn du dein 230V Gerät mit Vollast betreiben kannst.

  • Wenn du den 110V - 220V - Trafo an eine 100V - Versorgung hängst, kommt da aber auch nur 200V raus. Dann bist du leistungsmäßig genau da, wo du mit einem frischen Anschluss landen würdest.

    Fährst du nicht am Ende eventuell doch günstiger, wenn du dir ein Schweißgerät besorgst, das von vornherein für 100V konstruiert wurde? So ein Trafo in der Größe ist auch nichts, was du mal eben irgendwo ins Regal stellst, wenn du ihn nicht brauchst. Der wiegt doch locker 60kg (oder noch deutlich mehr)

  • Vielen Dank für die ausführliche Antworten! So langsam wird mir jetzt auch klar, daß ich um eine dickere Leitung inkl. Sicherung 60A aufwärts nicht drum herum komme. Das mit dem Spannungswandler wird nichts...das verstehe ich nun dank der perfekten Erklärung vom Bastlerkönig🙏. . Dazu käme noch, daß ich das Schweißgerät in dieser Variante nur hier am Haus nutzen kann. Das sind keine rosigen Aussichten. Ich werde mich mal nach einem portablen Benzin - Stromerzeuger umschauen. Die werden hier ziemlich oft im Außenbereich von kleinen Firmen verwendet. Ich hoffe nur das bei so einem Stromerzeuger nicht gleich die Drehzahl in den Keller wandert beim Zünden (HF bei Wig). Ich werde mich auf jedenfall melden wenn es soweit ist. Mit 3 mm Dünnblech schweißen wäre ich nicht zufrieden. 10 - 15 mm Stahl schweißen sollte schon möglich sein.

    Grüße in die Heimat und nochmals vielen Dank für die Mühe, einem Maurer der von Elektrik nicht viel versteht, geduldig das Problem zu erklären😇👍

  • Wenn du dir einen Benzin Stromversorger holst, achte darauf, wieviel Leistung der pro Phase "kann". Ideal wäre ein 400V Drehstromerzeuger in Verbindung mit einem 400V Drehstrom Schweißgerät.

    Ein 400/230V Erzeuger kann bei einer 1Phasen 230V Last wg. der dann entstehenden Schieflast längst nicht so hoch belastet werden, wie angegeben.

    Oder einen, mit einem sehr stark belastbaren 230V Ausgang.

    Ich habe so einen 10kVA Drehstromerzeuger der auch noch einen 230V Anschluß mit 32A zur Verfügung stellt.

    Sowas sollte dann vermutlich gehen- hängt immer auch vom Schweißgerät ab.

    Für so richtig dickes Zeugs und Mag:

    Da brauchst du sehr viel Leistung, mein 550A Gerät braucht einen 63A Drehstromanschluß bei 400V.

    Sowas wirst du vermutlich nur im Industriebetrieb anschliessen können ;)

    Dann gehen aber auch 15mm Blech in einem Zug


    P.S.:

    Die HF Zündung beim Wig braucht übrigens nur ganz wenig Leistung, verglichen mit dem Lichtbogen danach.

    P.P.S:

    Wo in Japan bist du denn Zuhause?


    Gruß, BK

  • Den letzten Trafo den er abgebildet hat kann er mit 100V im 110V Eingang betreiben und bekommt dann auf der 240V Seite ungefähr 225V raus.

    Das verstehe ich nicht. Der Trafo hat ein Übersetzungsverhältins von genau 2. Und der Trafo hat auch keine Wicklungsanzapfungen. Ohne Berücksichting der ohmschen Widerstände der Wicklungen, hat man bei einer Eingangsspannung von 100V am Ausgang 200V zur Verfügung. Um 225V am Ausgang zu erzielen, muss am Eingang eine Spannung von 112.5V anliegen.


    @Kanu

    1) Aus meiner Sicht ist so eine Investition nicht notwendig, wenn ich noch kein Schweißgerät habe. Ich gebe ca. 300-350€ dafür aus, ohne einen Nutzen dafür zu haben. Und nicht Preise von Alibaba und Aliexpress vergleichen. Preise bei Alibaba beziehen sich oft auf große Stückzahlen, und Versand und Zoll sind auch nicht inkludiert.

    2) Und beim Trafo geht es nur um die Spannungsanpassung. Die Leistung U*I kann man dadurch nicht steigern.

    Und einfach den Leistungsschutzschalter von 20A auf 60A austauschen spielt es in Japan auch nicht - auch in diesem Land

    gelten die Gesetze der Elektrotechnik :book:. Es bleibt bei den 100V * 20A = 2000VA. Bei kurzzeitiger Überlastung von 1.4

    100V * 28A = 2800VA. Mehr geht nicht.

    3) Bei 100V Eingangsspannung und einer 20A Absicherung wirst bei einem Wig Schweißgerät ohne PFC (Power Factor Correction) mit einem cos phi von 0.7 bei ca. 105-110A Schweißstrom anstehen. 3mm Bleche gehen schon zum schweißen.

    4) Und auch bei den Multivoltage Geräten muss man genau auf das Typenschild schauen, denn die sind auch für 110V und nicht für 100V gebaut. Aber bei einer Eingangsspannungstoleranz von +- 15% (93.5V - 126.5V) wird es auch mit 100V funktionieren. Das Andeli TIG-250 PLS z.B. dürfte mit einem Preis von ca. 950€ nicht so schlecht funktionieren.

    Und das kannst direkt anstecken. Eine Schutzkontaktsteckdose vom Typ-B wird in Nippon schon vorhanden sein :/.

    Und dann bastelt du dir ein Adapter mit einem Typ-B Stecker (15A) und einer Schukokupplung (Typ-F).

    Wenn du wieder in deine alte Heimat umziehst, dann kannst es mit 230V betreiben. 8o






  • Oje!!!

    1) Willst du WIG oder MIG/MAG schweißen?

    2) Bei 10-15mm Stahl bist du bei einem Schweißstrom von 250 - 300A.

    3) Mit einem Generator schaut das ungefähr so aus.

    Ja genau! Der Generator unten links auf dem Screenshot (wie auch von Bastlerkönig beschrieben) wäre genau mein Ding👍😁MIG/MAG würde ich nur zum heften nehmen und da sind 3 mm ausreichend. Habe zwar auch schon 10 - 15 mm Rohre unter MAG geschweißt aber das ist eine dreckige, mühselige Angelegenheit...und das ständige Vorschleifen mit der Flex wenn man mal unterbricht und neu ansetzt, nervt gewaltig. Allerdings bei TIG und vor allem aber beim schweißen mit den "hashi's" 🥢😜 (MMA)...sollten schon Werkstücke bis 15mm, Kehlnaht oder dreifache Lage möglich sein. Kann ja vielleicht mal vorkommen, daß ich mal einen Doppel - T-Träger oder einen dicken Zaunspfahl oder weiß der Geier was, vor mir habe. Allerdings nur privat und nicht täglich 7 Stunden.

  • Ein 400/230V Erzeuger kann bei einer 1Phasen 230V Last wg. der dann entstehenden Schieflast längst nicht so hoch belastet werden, wie angegeben.

    Oder einen, mit einem sehr stark belastbaren 230V Ausgang.

    Ich habe so einen 10kVA Drehstromerzeuger der auch noch einen 230V Anschluß mit 32A zur Verfügung stellt.

    Genau so einen habe ich gefunden (allerdings mit 7kva)...bin aber nicht sicher ob der es bleiben wird. Ich bin heute morgen nur mal kurz auf der Suchleiste von
    Alibaba gewesen....nur so aus Neugier und weil die feuchte Hitue draußen einen nicht mehr so lange schnarchen lässt. Es ist hier im Sommer noch einen Zacken heißer und feuchter als im Aquarium/Terrarium - Haus im Zoo.

    Wohne ungefähr 30km südlich von Wakayama 😎


    Gruß
    DB

  • Na das ist ja mal eine ausführliche Info! Holy crap....Respekt!...und vielen lieben Dank dafür! Die Geräte von Andeli sind definitiv so ziemlich die Spitzenklasse bei all den Schweißgeräten auf Alibaba. Allerdings eben auch die teuersten dort. Auch das Feedback weltweit ist durchweg positiv. Mich interessieren eher die Geräte welche die Hälfte davon kosten.

    Ich kenne die die beiden Plattformen (Alibaba und Aliexpress) einigermaßen und habe auch schon bestellt auf Aliexpress (das ist ja eher die Plattform für private Besteller). Man kann allerdings oftmals auch Einzelposten bei Alibaba kaufen bzw. ein "Exempel".....und Details über das Shipping etc. lassen sich relativ leicht beim Chat mit dem Verkäufer regeln. Allerdings sind meine bisherige Erfahrung eher so, daß es relativ schwierig ist einen Verkäufer zu finden welcher mit den technischen Details des Produkts welches er anbietet, auch genügend vertraut ist. Das merkt man schnell bei Fragen zu Details. Da heißt es oft - ahhh, ich melde mich später noch einmal 😁.

    Da muss er erst die Firma fragen für die er das Zeugs verschleudert. Auch ist mir unklar wie diese Verkäufer dort 1 Jahr Garantie anbieten können und der Service. Wenn etwas kaputt geht an den Maschinen...wo bekommt man Ersatzteile? Ok, bei Andeli und vielleicht noch 2 oder 3 anderen Firmen klappt das sicher aber sehr viele Produkte mit dem selben! (nicht nur gleichen!) Inhalt werden unter verschiedenen Design und Namen und Preisen verkauft. Da gibt es noch mehr Fallstricke aber es gibt eben auch eine riesige Vielzahl an Geräten und oft sind die Preise recht günstig.

    Ach so....die Konstruktion mit den Steckern würde ich übernehmen...nur die Erde lass ich weg.....also direkt vom Typ A zu Typ F. Bei uns existiert quasi im normalen Haushalten kein Erdkabel. Manchmal hängt bei Baumaschinen (Bohrmaschine z. B.) so ein grünes Anhängsel (Draht) neben dem Stecker aus der Leitung (wie ein Blinddarm). Nur für dem Fall, daß der Benutzer so eine ausländische

    Typ B Steckdose hat😁😉...die meisten schneiden diesen dünnen Wurmfortsatz einfach ab nach dem Kauf. War ja bis in die 70er in Deutschland (auf jedenfall in der DDR) auch nicht notwendig.

    Das 230 V Schweißgerät nach der Rückkehr nach Deutschland weiter benutzen? Oh nein! Da wird nix draus!

    Ich hatte ein "one way ticket" gekauft😎

    Außerdem könnte ich in dem "Deutschland" von heute wohl eher nicht mehr glücklich sein, so wie damals noch vor über 17 Jahren....Ich hatte ja vor Nippon schon ununterbrochen 8 Jahre in Norwegen gelebt.

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