Wer hat Erfahrung mit der WE 234 P und WE 250 P von Weldinger

  • Dann werde ich doch mal mein Oszi da ran halten. Ich denke, dass ein Kumpel von mir eine Strommesszange für Oszis hat. Die werd ich mir mal holen und dann gibts auch schöne Kurvenbilder zu den Werten. Könnte interessant werden zu sehen, ob die angegebenen Kurven auch solche sind.

  • Dann werde ich doch mal mein Oszi da ran halten. Ich denke, dass ein Kumpel von mir eine Strommesszange für Oszis hat. Die werd ich mir mal holen und dann gibts auch schöne Kurvenbilder zu den Werten. Könnte interessant werden zu sehen, ob die angegebenen Kurven auch solche sind.

    Super!. Und wenn du schon den Strom sichtbar machst, dann löse auch dieses Rätsel.

    Und wenn das Schweißgerät auch Dreieck kann, dann bitte auch für den Dreieckstrom.

    Danke.


  • kleinermuk

    ich denke mal des Rätsels Lösung wird das Oszi aufzeigen. Freue mich schon auf die Messungen.

    Sobald ich Zange und etwas Zeit habe, werde ich die Messungen durchführen und dann hier (mit Kurvenbildern) berichten.

    Ist irgendwie ein sehr interessantes Projekt. Ich weiß garnicht, ob ein Schweißgerät hier im Forum schon einmal so dermaßen unter die Lupe genommen wurde. Auf jeden Fall wird es jedem etwas bringen, der interesse an der Technik hat, oder der vor der Qual der Wahl eines Schweißgerätekaufs liegt, wie der Beitragsgründer Rinne01 .

  • Das erklärt für mich so einges.

    Ich muß bei meiner Oerlikon Praesto-TIG ( umgelabeltes Fronius) im Dünnblechbereich immer viel höhere Werte einstellen als die Leute auf youtube mit ihren Chinakrachern. Bei mir kommt die Regel 30 bis 35A pro Millimeter gut hin. 1mm Blech und 20A wie z.B. auf Trev's Blog - da würde sich bei mir gar nicht tun.

  • Im Video sind diese Werte zu sehen:

    Einstellung Messwert

    5A 45A

    Vorerst einmal danke für d Messungen u Videos!


    Minimalstrom: 5 … od auch 10 A sind von zB 30 od gar 45 A leicht zu unterscheiden da lediglich winziger Lichtbogen entsteht, der nur in Absenkphase brauchbar ist.

    Frage: Ampereeinstellung über Brennertaste funktioniert?


    Balance: ich würde meinen 50% Einstellung ergeben für positive u negative Halbwelle gleiche Amplitude u gleiche Dauer, also bei 50…60 Hz auch ohne TRMS messbar, vorausgestzt Sinus :).


    Elektrodenabbrand ab 200 Hz AC: werde mir dein Video am PC ansehen u demnächst hoffentl Gelegenheit haben auch ein Video aufzuzeichnen.


    Zündung: scheint bei dir tatsächl gut zu funktionieren. Aber Achtung: Schnelles Hintereinanderzünden funzt natürl immer, da Elektrode heiß. 5… Sek müsste man schon pausieren.

    Bin auf Oszibilder gespannt :).


  • ...so Freunde der Schweisstechnischen Unterhaltung, ich habe endlich etwas Zeit gefunden, um die Messungen mit meinem Oszi durchzuführen.

    Vorab: Nach den für mein Empfinden sehr positiven Messungen mit dem Zangenamperemeter im DC-Bereich, bin ich jetzt sehr enttäuscht über die Messungen im AC-Bereich. Ich habe alle 4 Kurven bei 50Hz und einer Balance von 50% mit den Strömen 5A, 50A, 100A, 150A, 200A und 230A gemessen.


    Sepp

    Die Ampereeinstellung über die Brennertasten funktioniert bei mir.

    Zu deiner Aussage bezüglich Elektrodenabschmelze muss ich dir Recht geben. Bei Balance 50% wird das Gerät zum richtigen Elektrodenfresser, egal welche Frequenz oder Kurvenform. Zusätzlich zerstört es ab 200A auch die Keramikdüsen. Ich habe noch nie gesehen, dass eine Keramikdüse schmilzt, aber genau das ist bei mir passiert. Erst am Rand geschmolzen und dann gebrochen.

    Ergebnis der Messungen: 2 Keramikdüsen, 1 Spannhülse und 1 Spannhülsengehäuse sind Schrott. Mein Elektrodenschleifgerät hatte ganz schön zu Ackern, um die ganzen Elektroden wieder spitz zu kriegen.



    ...soviel erst mal Vorab.

    Jetzt aber zu den Oszi-Bildern.

    Super!. Und wenn du schon den Strom sichtbar machst, dann löse auch dieses Rätsel.

    Und wenn das Schweißgerät auch Dreieck kann, dann bitte auch für den Dreieckstrom.

    Danke.

    Dieses Rätsel ist garnicht so leicht zu lösen, da die Wellenformen untereinander kaum einen Unterschied haben und auch kaum etwas mit den richtigen Wellenformen zu tun haben. Desweiteren sind alle Wellen mehr in den positiven Bereich verschoben, wodurch in der positiven Halbwelle mehr Strom fließt als in der Negativen. Bei manchen Wellen könnte man annehmen das der Spitzenwert eingestellt wird und bei Anderen siehts fast so aus, als ob es der Effektivwert ist. Also ein wenig kniffelig.


    Die Wellenformen sollten immer in der Reihenfolge Dreieck, Rechteck, Sinus und Trapez sein!


    AC 5A 50Hz Balance50%:


    AC 50A 50Hz Balance50%:

  • AC 100A 50Hz Balance50%:


    AC 150A 50Hz Balance50%:


    AC 200A 50Hz Balance50%:


    AC 230A 50Hz Balance50%:


    So, das sollten alle gewesen sein.

    Werde demnächst noch ein paar Messungen anstellen!

    Ich möchte noch ein bisschen mit der AC-Balance rumspielen, um zu sehen, wie sich die Kurve verändert.

    Ich werde auch noch Messungen bezüglich der AC-Frequenz anstellen, da der Frequenzbereich mit 1-250Hz angegeben ist. Mal schauen ob das stimmt.


    Für alle die nichts mit der dargestellten Welle eines Oszis anfangen können:

    Der gelbe Wert links unten zeigt die Stromhöhe eines "Kästchen" oder auch DIV genannt an. ;)


    Bis dahin verbleibe ich erst mal mit den besten Grüßen ins Forum.

  • dibyx! :)), besten dank!, das du dir die mühe gemacht hast, zu zeigen, was sich wirklich abspielt. das ergebnis sind nicht nur harte, sondern heisse fakten... :)).
    mir wär es ja lieber gewesen, wenn NUR das von mir getestet gerät oberhalb von 200 Hz ein eltronenschmelzofen gewesen wäre oder ich einfach vergessen hätte den gashahn aufzudrehen. aber möglicherweise handelt es sich um keine serienstreuung, sondern um einen serienentwicklungsfehler oder einfach um völlig überzogene betriebsangaben. fakt ist bisher, das WE 234p von weldinger hält leider nicht, was es verspricht, und die technischen daten gehören deutlich nach unten reduziert.
    AC: max 150 Hz.
    AC-Kurvenformen: undefiniert
    AC-Balance: unklar und vermutlich frequenzabhängig

    Verbraucherhinweis: Elektroden und Gasdüsenschmelze kann auch bei sachgemäßen Gebrauch eintreten. Funkenfluggefahr.

    ärgerlich ist für den käufer, weil er sich das gerät wegen der sehr guten technischen daten kauft und dann eine mogelpackung bekommt.


    vielleicht ist balanceeinstellung kompletter schrott, falls sie sich sich ab 200 Hz sehr deutlich ins plus verstellt (60...70..80...%). dh viel zu viele elektronen knallen auf die elektrode und brennen diese mitsamt düse in sekundenbruchteilen nieder. in meiner erinnerung verbrennt das wolfram auch bei nur 20% plus balance und 30 A. "Der Einstellbereich liegt zwischen 1550%, empfohlen werden 28%.", schreibt Weldinger auf
    https://www.hausundwerkstatt24…rter-fuer-Aluminium-230-A

    wie er auf genau "28%" balance kommt, weiß ich nicht :))). ist wahrscheinlich eine sinnbefreite verkaufsfloskel, die kompetenz vorgaukelt.


    lieber dibyx, (könntest du noch den AC-minimalstrom messen? nachtrag-korrektur: wurde gemessen, 45 A ...) eventuell noch den versuch 200....250 Hz und balance minimal, also minimal im plus (dann sollte sich die elektrode bei zb 70 A oder weniger nicht übermässig erwärmen). meine erwartung: sie glüht voll ab, auch bei 5 A. :))).


    frage: wie hast du das oszi in die leitung gehängt?

    Einmal editiert, zuletzt von Sepp ()

  • @ Dibyx

    Danke für die aufschlussreichen Messergebnisse. Ich habe zwar nicht mit sauberen Rechteck, sinus und Dreieck Wellenformen gerechnen, aber das schlägt alles was ich erwartet hatte um Welten. Besonders erstaunlich ist, dass die nicht mal Rechteck ordentlich hinbringen. Das konnten sogar schon die ganz alten Stahlwerkkisten sehr gut.

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    Mit deinen Messergebnissen könnte man ja schon fast Wellenformraten als Rätselspiel machen.

    Was mir etwas seltsam vorkommt: Bei mehreren Messungen bis hoch zu 150A scheint der Strom mitten in der negativen Halbwelle über die Nullinie zu gehen, ohne dass der Wechselrichter sichtbar umgeschaltet hat. Besonders deutlich ist das bei 5A "Sinus"

    Kann es sein dass der Messwandler einen gewissen Offset hat oder das Oszi durch die EMV des Gerätes gestört wird?



    @ Sepp

    Den Mindestrom hat er mittlerweile schon zweifach gemessen. Einmal mit der Strommesszange (ca.45A) und dann noch vier mal mit dem Oszilloskop.

  • Der Einstellbereich liegt zwischen 1550%, empfohlen werden 28%.", schreibt Weldinger auf
    https://www.hausundwerkstatt24…rter-fuer-Aluminium-230-A

    wie er auf genau "28%" balance kommt, weiß ich nicht :))). ist wahrscheinlich eine sinnbefreite verkaufsfloskel, die kompetenz vorgaukelt.

    Wie die auf diesen Wert kommen, kann ich auch nicht sagen. Ich hatte bei dem ersten Test mit Sinus 225Hz 80A, die Balance auch auf 25% gestellt und da ist ja nix abgeschmolzen. Vieleicht ist im AC-Modus nur mit der Balance zw 20% und 30% halbwegs ordentlich zu schweißen?!

    Aus diesem Grund möchte ich ja noch mal das Oszi ran halten und mit der Balance herumspielen, um zu sehen, was sich da genau ändert. Werde mir von meinen Kurvenbildern das annähernd Beste raussuchen und mit diesen Einstellungen heran gehen.


    Mit der AC-Frequenz mache ich auch noch ein paar messungen und wenn ich dann noch Zeit habe, dann nehme ich mal den Puls unter die Lupe.

    frage: wie hast du das oszi in die leitung gehängt?

    Ich habe mir ein Zangenamperemeter für Oszis geholt. Ist in dem Sinne ein normales Zangenamperemeter das den Strom misst aber am Ausgang eine Spannung rausgibt. In meinem Fall sind das 5mV/A. Oszis sind halt nur reine Spannungsmesser. Ich kenne zumindest kein Oszi, mit dem man direkt Strom messen kann.

    Kann es sein dass der Messwandler einen gewissen Offset hat oder das Oszi durch die EMV des Gerätes gestört wird?

    Das konnte ich mir auch nicht erklären. Hatte zuvor mehrere Testaufbauten für die Stromzange durchgeführt. Sprich über einen Labor-Transformator den genauen Strom eingestellt und mit der Messzange gemessen. Ergebnis war, das Oszi hat eine perfekte Sinus-Kurve mit der richtigen Stromhöhe angezeigt.

    Kleinere Störungen waren zu sehen, da die Messzange ja nicht komplett geschirmt ist und ich die Messungen in der Werkstatt und nicht in einem abgeschirmten Labor durchgeführt habe. Aber diese Störungen waren bei den Testaufbauten so gering, dass ich sie als Vernachlässigbar halte.

    Die EMV könnte die Messungen schon beeinflusst haben, aber um das auszuschließen müsste ich ja das Oszi oder das Schweißgerät komplett in einen faradayschen Käfig stecken.


    Nur hab ich solch einen Käfig gerade nicht zur Hand. :P;)


    Offset kann ich am Messwandler einstellen.

    siehe Bild mit der Stromzange. Ich habe den Zero Adjust vor jeder Änderung des Messaufbaus durchgeführt.

    100%ig konnte ich den Offset natürlich nicht einstellen, da ja wie weiter oben beschrieben, kleinere Störungen zu sehen waren, die mir die Grundlinie etwas breiter gemacht haben. Diese Verzerrungen der Linie lagen aber nur in einem Bereich von 1-2mV. Das heißt dann gewandelt in Ampere ca. 200-500mA, die ich, denke ich, auch vernachlässigen kann.

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