MIG MAG Drahtvorschub stottert

  • Guten Morgen Zusammen,


    seit einiger Zeit habe ich ein Problem mit dem Drahtvorschub bei meinem Metallit MIG 250 C2 luftgekühlt … Der Drahtvorschub stottert massiv, über das Poti lässt sich der Vorschub kaum einstellen, bzw. bleibt dann nicht gleich, manchmal kommt der Draht so schnell, daß es mir den Brenner wegdrückt. Habe zuerst die Seele des Paketes getauscht, kein Erfolg, dann ein 3m anstatt des 4m Pakets probiert, auch kein Erfolg. Zuletzt die Rolle am Drahtvorschub getauscht, auch nicht geholfen. Wenn ich den Draht „leer“ über den Taster laufen lasse, kommt alles gleichmäßig, aber sobald ich schweiße, fängt der Vorschub massiv an zu ruckeln ?(?( ???? Hat jemand eine Idee, was die Ursache sein kann ?? DANKE !!!! Gruß, Hans

  • Hallo Hans,

    Der Drahtvorschub stottert massiv, über das Poti lässt sich der Vorschub kaum einstellen, bzw. bleibt dann nicht gleich, manchmal kommt der Draht so schnell, daß es mir den Brenner wegdrückt.

    Wie hast du das festgestellt, bzw. ist das eine Vermutung aufgrund des Verhaltens beim Schweißen?

    Bei einer 15 KG vollen Schweißrolle mit einem 2-Rollen (1Druckrolle, 1 Schubrolle) sind solche Geschwindigkeitsänderungen nicht möglich, da der Draht auf der Rolle durchrutschen würde.

    Den nächsten Hinweis, dass die Drahtvorschubregelung funktioniert hast du, dass diese ohne Schweißen sauber funktioniert. Den Draht drückt es dir weg, da der Lichtbogen ausgeht und daher keine Abschmelzleistung vorhanden ist.

    Man findet im Internet keine Bilder/Schaltplan über dieses Schweißgerät.

    Im Prinzip gibt es 2 Varianten für die Spannungsversorgung vom Drahtvorschub. Vom Steuertrafo oder vom

    Schweißgleichrichter (=Schweißspannung= Drahtvorschubautomatik).

    Ich tippe eher, dass entweder von der Versorgungsspannung 3x400V ein Außenleiter (muss man bis zum Trafo überprüfen) fehlt (Sicherung, CEE-Stecker, Anschlusskabel), oder der Schweißgleichrichter defekt ist.



    Gruß

  • Hallo,

    vielen Dank für die Hinweise. Daß der Vorschub beim Schweissen stottert ist eine subjektive Wahrnehmung, das Gerät selber brummt dann auch deutlich lauter, als es früher war. Als der Vorschub noch funktionierte, habe ich das nicht als so laut empfunden. Der Vorschubmotor wird mit 230V AC versorgt, deshalb verfolge ich nachher gleich Deinen Hinweis, daß die Spannungsversorgung nicht sauber funktionieren könnte. Melde mich mit den Erkenntnissen.....

  • jetzt weiß ich schon etwas mehr, die 3x400V kommen zumindest im Gerät an. Es ist scheinbar ein Brand Label eines erfi-Gerätes, zumindest auf der Steuerplatine steht erfi T99-xxx. Vermutlich ein evo 250 früherer Bauart, die Platine ist mir 09/2010 datiert. Versuche jetzt mal den Gleichrichter auszubauen, eine beschädigte Diode müsste ja deutlich zu erkennen sein .....


    nochmals vielen DANK !!!!!

  • das Gerät selber brummt dann auch deutlich lauter, als es früher war

    Hallo,

    ich möchte dir das Osterfest nicht verderben, aber dieses Verhalten lässt den Schluss zu, dass im Trafo

    (kann Primär- oder Sekundärseitig sein) ein hoher Strom fließt. Da steht es 50/50, dass der Trafo einen Windungsschluß

    hat, oder beim Gleichrichter gleich mehrere Dioden einen Kurzschuss haben. Beim Gleichrichter sind die Kosten mit ca. 70€ überschaubar. Wenn es der Trafo ist, ist es wahrscheinlich ein Totalschaden.


    Gruß

  • Der Vorschubmotor wird mit 230V AC versorgt, deshalb verfolge ich nachher gleich Deinen Hinweis, daß die Spannungsversorgung nicht sauber funktionieren könnte.

    Das wäre das einzige Schweißgerät, bei dem es so wäre.:).


    Der Drahtvorschubmotor ist in der Regel ein 24V DC Motor oder eher selten ein 12V DC oder 42V DC Motor.

    Die Geschwindigkeit wird in der Regel mit PWM (Pulsweitenmodulation) geregelt. Bei einem 3x400V Schweißgerät ist der

    Steuertrafo Primärseitig mit 400V versorgt - gibt keinen Neutralleiter. Öfters sieht man eine 230V Anzapfung, wenn der Kühlventilator mit 230V läuft und keine 400V~ Version ist.

    Gruß

  • ich schau' gleich nochmal, aber ich meine auf dem Motor ist ein Aufkleber 230V AC ??

    Die Dioden scheinen, zumindest keinen sichtbaren, Schaden zu haben. Am Ausgang des Gleichrichters liegen bei Stufe 1 etwa 18V DC und bei Stufe 7 etwa 39V DC an. Du hast recht, N gibt's keinen im Gerät, der Steuertrafo wird mit 400V versorgt. Gruß, Hans

  • auf dem Motor steht natürlich nix von 230 V AC :-( ... Wenn ich an den Klemmen der Motorleitung messe, und den Taster betätige, liegen seltsame 3,4 V AC an, aber der Motor läuft und die Drehzahl lässt sich über das Poti verändern. Hab einige Testnähte gemacht, das stottern war subjektiv weniger, bzw. fast weg ...??? Eventuell hat die Steuerplatine einen Schaden ???

    Der Lüfter läuft übrigens mit 400V.

    Gruß, Hans

  • Wenn ich an den Klemmen der Motorleitung messe, und den Taster betätige, liegen seltsame 3,4 V AC an, aber der Motor läuft und die Drehzahl lässt sich über das Poti verändern.

    Du musst mit dem Voltmeter Gleichspannung messen. Wenn es eine PWM Steuerung ist, dann liegt so eine Spannung, wie auf dem Bild zu sehen ist, an. Und mit dem Potentiometer regelt man, wie breit die Pulse sind.

    Mit einem Oszilloskop sieht man es viel besser.

    Was du noch machen kannst ist, dass du während du schweißt, die Schweißspannung mit dem Voltmeter beobachtest.

    Die darf sich nicht großartig ändern. Das Gleiche kannst du auch beim Vorschubmotor machen.

    Und jetzt brummt der Trafo nicht mehr ??

    Mach doch ein paar Bilder vom Innenleben (Trafo, Gleichrichter, Steuerungsplatine) damit wir was zum Schauen haben :)


  • Am Ausgang des Gleichrichters liegen bei Stufe 1 etwa 18V DC und bei Stufe 7 etwa 39V DC an

    Leerlaufspannungen passen auch. Überprüfe das Massekabel vom (Drahtbruch, Übergangswiderstand) vom Steckdorn - Massezange, bzw. Masseverbindung zum Schweißobjekt. Arbeitest du eventuell mit Magneten in der Nähe vom Schweißbrenner (Masse-Magnet anstatt Massezange, Werkstückmagnet)?

  • ja klar, DC-Spannung ähnlich einem Frequenzumrichter. Da kann ich natürlich mit meinem Handmessgerät nix richtiges messen. Die Leerlaufspannungen passen gut zu der Tabelle oben. Die Masseverbindung ist ok, verwende auch keine Magnete. Bilder stelle ich gleich noch ein par ein..

    Gruß, Hans

  • Also, wenn ich mir als Hobbybrutzler deine Schweißnähte ansehe, dann sind die nicht schlecht. Und bei solchen Nähten

    würde ich nicht vermuten, dass das Schweißgerät ein Problem hat.


    Ich habe mir das Bild von der Steuerung angesehen.

    1) Der Drahtvorschub funktioniert autonom. Keine Drahtvorschubautomatik, keine Einstellung vom Drahtrückbrand, keine Drahteinschleichfunktion. Die Spannungsversorgung für den Motor kommt von der Platine (Trafo).

    2) Die verbauten Bauteile auf der Platine geben keine PWM-Steuerung der Drehzahl her.

    Die Drehzahl wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem phasenanschnittgesteuerten Gleichrichter realisiert.

    Ich bin mir sehr sicher, dass dieser problemlos funktioniert.

    3) Was ich mir auf jeden Fall näher ansehen würde, sind die Kontakte vom 2-poligen Rapa Relais, das den Schweißtrafo schaltet. Da wurde gespart. Ein Schütz wäre an dieser Stelle besser gewesen.



  • Hallo,

    es kling komisch, aber so gut wie am Montag hat das Gerät lange nicht mehr funktioniert, eventuell habe ich einen Wackelkontakt oder dergl. beseitigt ??

    Das Relais gegen einen Schütz zu tauschen wäre kein Problem. Ausserdem finde ich etwa seltsam, daß man das Gerät nicht komplett ausschalten kann, die Steuerplatine liegt immer an Spannung, auch wenn der Stufenschalter auf 0 steht.

    Muss diese Tage nochmal ein bisschen was an der Frontladerschaufel schweißen, dann sehe ich ja ob's wieder tut.. Nochmal vielen Dank für Deine hilfreichen Hinweise ... Gruß, Hans

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!