WIG und V2A-Bleche mit komischer Schweißnaht

  • Hallo zusammen ..


    Ich komme bei den ersten WIG-Versuchen nicht weiter.

    Die Schweißnähte sehen komisch aus und ich komme bei der Problemlösung nicht weiter ..


    Es sind 2mm V2A-Bleche 1.4301 (eigentlich)

    Zusatz 1.4316


    Gerät ist eine Tetrix 230 AC/DC

    2,4-er Nadel in Gold .. Düse Gr.8 und Gas von 6-10 l/min getestet

    Stromstärken von 40-75A probiert


    Und das ist das ‚beste‘ was ich geschafft habe ..

    Sieht alles andere als normal oder richtig aus.

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    Was mir auffällt ..

    Nur der letzte Zentimeter der Naht bleibt goldig - Nahtanfang oder alles vorherige, da ist die Naht eher grau / stumpf.


    Und die Schweißnaht ist komischer Weise leicht magnetisch geworden.

    liegt das nur am Zusatz - oder was ist das für ein Zaubertrick?!?


    Woran kann das noch liegen?!?

  • Da immer noch keine Antwort von Profis kam, hier meine Meinung als fachfremder Rentner:


    Du machst nichts verkehrt mit Düse, Elektrode Argondurchflussmenge, Nachströmzeit und Zusatz.


    Edelstahl ist eine Legierung. Legierungen neigen dazu, bei hohen Temperaturen sich unter Umständen zu entmischen oder die Gefügestruktur zu verändern und dann sogar mehr zu korrodieren als z.B. Baustahl.

    Deshalb ist es bei Edelstahl wichtig, die Temperatur schnell abzubauen. Dummerweise hat Edelstahl auch eine sehr geringe Wärmeleitung. Deshalb wird Kupfer oder Aluminium auf die Rückseite gedrückt, um die Temperatur schnell runter zu kriegen. Bei Rohren hilft nur schneller schweißen (mit etwas höherem Strom), um möglichst wenig Material neben der Naht zu erhitzen. Das Material muss noch innerhalb der Argon- Abdeckung abkühlen, um Korrosion zu reduzieren. Deshalb ist nur das Ende der Naht bei Dir schön, ich denke, die Nachströmzeit liegt bei Deinen Tests bei mehr als 5 Sekunden.

  • Moin,


    es ist so gut wie unmöglich, nur mit den Schutzgas aus dem Brenner eine metallisch blanke Naht hinzulegen. Etwas Verfärbung ist normal, sie muss aber entfernt werden, um die Korrosionsbeständigkeit zu erhalten. Dazu eignen sich Edelstahl-Drahtbürsten (keine Bürsten aus "schwarzem" Stahl), Glasperlenstrahlen oder Beizen. Auch eine sogenannte "Gaslinse" (eine extra große Gasdüse mit strömungsberuhigendem Metallgeflecht drinnen) kann das Ergebnis verbessern.


    Der glänzendere Fleck am Nahtende kommt vom extra-Schutz durch die Gasnachströmzeit, da hat Manfred Recht.


    Dass ein normaler Feld-Wald-und-Wiesen-Edelstahl vom Schlage eines 1.4301, 1.4404 oder 1.4571 leicht magnetisch ist, ist nicht nur normal, sondern sogar erwünscht. Der dafür verantwortliche Restferrit im Gefüge bindet einen Großteil der unvermeidlichen Verunreinigungen im Stahl und schützt somit vor Heißrissbildung. Dieser Restferritanteil liegt üblicherweise zwischen 3 und 8%, und das äußert sich dann eben in ganz leichtem Anziehen eines Magneten.


    Gruß,

    Thomas

  • Servus,


    mMn kann man noch versuchen etwas zügiger zu schweißen, aber ansonsten ist das schon okdaumen_blau.gif

    Es kommt auch ein bisschen auf Nachtart und Stoß an, z.B. bei einer Kehlnaht an einem T-Stoß würde sich das Argon tendenziell etwas langsamer verflüchtigen und die "zurückliegende" Naht etwas besser schützen.

    schöne Grüße
    Tommy

  • Besten Dank für die hilfreichen Infos.


    Ich vermute das die Bleche sowas wie 1.4301 ist (waren Reststücke aus der Restekiste) ..

    Die sind vor und nach dem Schweißen nicht magnetisch.

    Lediglich die Naht ist nach dem Schweißen leicht magnetisch geworden, der Zusatz jedoch (vorm Schweißen) ist unmagnetisch.

    Das schien mir kurios.


    Gas-Nachströmzeit erhöhte ich auch schon von 6 auf 8 Sek.

    Eine Gasdüse mit Metallgeflecht steckte schon im Brenner (mit 8-er KeramikDüse).

    Selbst eine 12-er Glasgas-Düse (auch mit Metallgeflecht) brachte kaum Besserung.

    Mit der entstanden die Nähte vom Bild.


    Die ordentliche Naht-Nachbereitung versteht sich später ja auch von selbst.

    Nur hätte ich vorher halt gern schon eine schöne gleichmäßige leicht güldene Naht.

    So wie das hier *träum ..

    E69FFEDD-91F5-4377-935A-A2D6A01A3E40.jpeg



    Ich werde mal die nächsten Tage nochmal etwas schneller testen.

    Oder mit etwas dickerem Material- um die gleichmäßigere Führung der zittrigen Hand zu verbessern :D


    Ich war bis jetzt nur der Meinung das Alu weitaus schwieriger sei.

    Da sahen die Nähte aber schon nach 2-3 Min Parameter testen - weitaus passabler aus.

    Gleichmäßige Schuppung, leicht silbrig glänzend, minimaler Einbrand auf der Rückseite.


    Dagegen erinnern mich die V2A-Ergebnisse eher so an ‚Gott-gebe-das-es-klebe‘||

  • Vielleicht solltest Du es mal mit der Pulsfunktion probieren. Auf jeden Fall würde ich erst einmal auf ein paar Bleche einige Raupen ziehen, um die Schweißgeschwindigkeit und die gleichmäßige Zugabe des Zusatzwerkstoffes zu trainieren. Wichtig bei diesen Stahl, den Kantenversatz und Luftspalte (Kehlnähte) zu vermeiden. Sauberkeit im Schweißnahtbereich ist natürlich auch sehr wichtig bei der Nahtvorbereitung. Es könnte auch sein, diesbezgl. wurde noch keine Angabe gemacht, daß der Schweißzusatzwerkstoff (WIG Stab) zu dick ist und bei deinem Schweißstrom es viel zu lange dauert bis sich der "Tropfen" gelöst hat.

  • Besten Dank für die hilfreichen Infos.


    Ich vermute das die Bleche sowas wie 1.4301 ist (waren Reststücke aus der Restekiste) ..

    Die sind vor und nach dem Schweißen nicht magnetisch.

    Lediglich die Naht ist nach dem Schweißen leicht magnetisch geworden, der Zusatz jedoch (vorm Schweißen) ist unmagnetisch.

    Das schien mir kurios.

    Zusatz hat 1,6mm (für 2mm Bleche).

    Bleche hab ich mit SchleifVlies sauber geschliffen und mit Bremsenreiniger entkeimt.


    Gas-Nachströmzeit erhöhte ich auch schon von 6 auf 8 Sek.

    Eine Gasdüse mit Metallgeflecht steckte schon im Brenner (mit 8-er KeramikDüse).

    Selbst eine 12-er Glasgas-Düse (auch mit Metallgeflecht) brachte kaum Besserung.

    Mit der entstanden die Nähte vom Bild.


    Die ordentliche Naht-Nachbereitung versteht sich später ja auch von selbst.

    Nur hätte ich vorher halt gern schon eine schöne gleichmäßige leicht güldene Naht.

    So wie das hier *träum ..

    E69FFEDD-91F5-4377-935A-A2D6A01A3E40.jpeg



    Ich werde mal die nächsten Tage nochmal etwas schneller testen.

    Oder mit etwas dickerem Material- um die gleichmäßigere Führung der zittrigen Hand zu verbessern :D

    Oder erstmal auf Blech Nähte ziehen üben.


    Ich war bis jetzt nur der Meinung das Alu weitaus schwieriger sei.

    Aber da sahen die Nähte nach 2-3 Min Parameter testen weitaus passabler aus.

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