Gasdurchfluss ohne Brennerbetätigung

  • Guten Abend zusammen,

    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen:

    Von Beruf bin ich Architekt und seit Jahren selbstständig im Bereich Sanierung / Modernisierung tätig. Nachdem ich mich in den letzten Jahren vorrangig mit Holzarbeiten beschäftigt habe, möchte ich mich nun auch im Metallbereich (Schmieden und Schweißen) engagieren und meine sehr dürftigen Kenntnisse aus einem Praktikum zu erweitern und so im bald bevorstehenden Ruhestand neue Projekte anzugehen.

    Natürlich habe ich auch ein Problem, bei dessen Lösung ich um Eure Mithilfe bitte:

    Kürzlich habe ich ein altes Schutzgassschweißgerät von Elektra-Beckum bekommen. Man kann damit schweißen - nur ohne Schutzgas.

    Offenbar liegen zwei Fehler vor:

    1. Das Schlauchpaket (Euroanschluss) sitzt nicht richtig fest im Geräteanschluss und anscheinend entweicht hier weiterhin das Schutzgas, nachdem ich die kleine Dichtung (O-Ring 4,0 x 1mm) bereits erneuert habe, da sie fehlte. Lässt sich das Problem nur mit einem neuen Schlauchpaket beheben oder kann man den Sitz z.B. durch Verstellen des Euroanschlusses am Gerät korrigieren (weiter hinein- oder herausdrehen)?

    2. Offenbar ist auch die Steuerung des Magnetventils defekt. Bereits beim Einstecken des Steckers (ohne dass das Gerät eingeschaltet ist) ist ein Klacken zu hören und sofort strömt Gas aus. Ohne Spannungsversorgung ist das Magnetventil zu. Das separat verbaute relativ große Relais lässt sich von Hand schalten. Offenbar liegt der Fehler in der Steuerplatine. Kennt jemand die Bezeichnung der auf der Platine hierfür verbauten Steuerungselemente oder sogar Lieferanten hierfür? Oder kann mir jemand die Bedienungsanleitung / den Schaltplan zukommen lassen?

    Vielen Dank für Eure Hilfe vorab und liebe Grüße

    peter

  • Hallo KL,

    ich habe die Platine mal so gut es geht ausgebaut. Da wurde anscheinend schon mal rumgebastelt. Etliche Klemmanschlüsse sind verlötet und nicht mehr geklemmt.

    Hier die Vorder- und Rückansicht:

    .IMG_4145_autoscaled.jpg

    IMG_4173.JPG


    Außerdem habe ich die Leitungen so gut es ging verfolgt. Wenn das auch hilfreich ist, bitte Info.

    Gruß

    peter

  • Hallo,

    Außerdem habe ich die Leitungen so gut es ging verfolgt. Wenn das auch hilfreich ist, bitte Info.

    Ja das wäre von Vorteil.

    Welche Leitungen gehen vom Stecker ab, und wohin gehen diese?


    Verstehe ich richtig, das Schweißgerät funktioniert bis auf das Gasventil?

    D.h. Mit dem Drücken der Brennertaste beginnt der Vorschubmotor zu laufen, das Haupschütz

    schaltet ein, der Drahtvorschub lässt sich regeln. Schweißstrom ist auch da.

    Es happert nur am Gasventil?

    Mit welcher Spannung arbeitet das Gasventil?

    Mit welcher Spulenspannung arbeitet das Haupschütz?


    Folie7.JPG

  • Hi,

    meinst Du den 8-poligen Stecker auf der Platine (Du hast auf der Rückseite L1out, L1in...drangeschrieben)?

    Deine Funktionsbeschreibung ist absolut korrekt. Außer dem ständigen Gasdurchfluss (sobald ich den Netzstecker auch bei ausgeschaltetem Gerät einstecke, klackt es und das Magnetventil öffnet), läuft alles takko. Ich kann auch schweißen - nur eben nicht sinnvoll mit Schutzgas. Der Drahtvorschub ist regelbar.


    Das Gasventil müsste mit Netzspannung arbeiten (jedenfalls sind die drei Anschlussleitungen (schwarz und blau mindestens 1,5mm² und der gelb-grüne PE in gleicher Stärke ist hier ebenfalls angeschlossen).

    Das Hauptschütz besitzt auf jeder Seite fünf Anschlüsse:

    Rechte Seite: unter Anderem 230V in, Klemme 1: direkt vom Netzstecker (braun), Klemme 2: Zum Platinenstecker (schwarz), Klemme 1+2 sind außerdem braun gebrückt, Klemme 3: direkt vom Netzstecker (blau), Klemme 4: ????nicht klar (blau), Klemme 3+4 sind außerdem braun gebrückt, Klemme 5: Zum Platinenstecker (braun)

    Linke Seite: 230V out, Klemme 1: Schweißstrom-Stufenschalter (schwarz), Klemme 2: Magnetventil (schwarz), Klemme 3: Schweißtrafo (braun), Klemme 4: Magnetventil (blau), Klemme 5: Platine (braun)


    Ich hänge mal Fotos vom Magnetventil, dem Hauptschütz und dem Platinenstecker an:


    IMG_4176_autoscaled.jpg


    IMG_4175_autoscaled.jpg


    IMG_6029_autoscaled.jpg


    IMG_6031_autoscaled.jpg


    IMG_4179_autoscaled.jpg


    1a und 1b sind die beiden weißen Kabel, 3a ist L1 in (schwarz), 4a ist L1 out (schwarz), 2a ist nach 3b braun gebrückt. An 2b und 4b sind ebenfalls braun belegt. Wie schon gesagt: Hier wurde vor meiner Zeit rumgebastelt (verlötet).

    Gruß

    peter

  • ...Übrigens: Die drei dünnen Kabel, die direkt an der Platinenrückseite angeschlossen sind, kommen vom Poti des Drahtvorschubreglers.


    Sorry, hatte eben die Brücke 3-4 fälschlicherweise auf der linken Seite des Hauptschützes notiert. Sie ist aber auf der rechten Seite.

    lg

    peter

  • Deine Funktionsbeschreibung ist absolut korrekt.


    D.h. Mit dem Drücken der Brennertaste beginnt der Vorschubmotor zu laufen, das Haupschütz

    schaltet ein, der Drahtvorschub lässt sich regeln. Schweißstrom ist auch da.

    Hallo,

    da hast mich ein wenig angeschwindelt:):).

    Das was ich auf dem Bild sehe, stimmt nicht mit meiner Aussage "... das Hauptschütz schaltet ein" überein. Das Hauptschütz ist immer eingeschaltet, da dies mechanisch immer eingeschaltet ist. D.h. am Brenner liegt immer die Schweißspannung an, unabhängig davon ob der Brennertaster gedrückt ist oder nicht. Wenn das Gasventil über dieses Schütz auch geschaltet wird, dann hast genau dieses Verhalten, dass das Gasventil sofort nach anliegen der Versorgungsspannung öffnet. Vielleicht wurde dieser Schalter unabsichtlich in die Position

    "I" gebracht, bzw. das Schweißgerät hat noch einen anderen Fehler, und dieser Fehler konnte mit dieser Aktion "behoben" werden.

    Folie10.JPG

  • Aaaah! Da kann man deutlich sehen, dass ich absolut kein Elektrofuchs bin, sorry!

    Ich glaube, das Schütz lässt sich nicht manuell schalten bzw. der Schalter hüpft ohne Netzverbindung immer wieder in diese Stellung zurück. Das schaue ich mir gleich noch einmal an.

    Dann ist das Klacken anscheinend das Gasventil, das bei Netzverbindung sofort schaltet.

    Dass die eine Befestigungsschraube des Leistungstransistors fehlt, hatte mich auch schon stutzig gemacht. Und anscheinend ist der ganzen Platine warm geworden. Die runden Kunststoffhalter an den Ecken sind ganz leicht mit dem Platinenmaterial "verschmolzen". Einer sitzt noch dran. Aber immerhin hat der Transistor noch nicht aufgegeben;).

    Die abstehende Litze hat keine Verbindung - da schau ich aber auch nochmal nach.

    Bis gleich

    peter

  • So, schon wieder eine Fehlinformation von mir:

    Der Schalter am Schütz lässt sich manuell auf "O" stellen - geht nur etwas schwer. Bei Netzverbindung ist jetzt auch kein Klacken mehr zu hören.

    Leider hat sich aber schon gestern abend ein Steckverbinder für den Drahtvorschub aus der Platine gelöst. Den muss ich erst einmal wieder vorsichtig einlöten für einen Funktionstest.

    ...dauert ein bisschen - muss erst üben...

    Gruß

    peter

  • So, habe gerade das gelöste Kabelsteckerchen wieder eingelötet und erst mal provisorisch die Platine wieder festgemacht für einen ersten Test:

    Sagenhaft! Drahtvorschub reagiert auf den Brennerschalter, Gasventil reagiert auf den Brennerschalter, es kommt sogar Schutzgas an der Brennerdüse an - ich hatte mir zum Prüfen schon mal ein Anemometer (Gasmessröhrchen) für kleines Geld besorgt (die Undichtigkeit im Euroanschluss ist anscheinend nicht so dramatisch).

    Na, wenn das Alles war, kann ich mich wohl beglückwünschen und Dir nur ganz herzlich danken.

    Die nächsten Tage werde ich dann wohl mit Testschweißen verbringen:):):).

    Suuuper!

    Lieber Gruß

    peter

    Abschlusskommentar folgt.

  • Die nächsten Tage werde ich dann wohl mit Testschweißen verbringen

    Dann solltest dem Transistor schon einen Kühlkörper spendieren, damit dieser einen einigermaßen "kühlen" Kopf behält. Diese Variante kannst direkt aufsetzen ohne den Transitor auszulöten. Die Nummer ist vom großen Kaufhaus. Wäre doch schade, wenn dieser stirbt :).

    Wir wollen hier ja nicht lesen " ....der Motor für den Drahtvorschub läuft immer" oder

    "...der Motor für den Drahtvorschub läuft nicht mehr" :)

    Folie8.JPG

    Gruß

  • Servus,

    was die Gasundichtigkeit am Euro ZA angeht, abgesehn von dem O-Ring kämen da noch die Schlauchanschlüsse in Frage, im Gerät die Verbindung vom Magnetventil zum ZA oder im Schlauchpaketstecker der Gasschlauch der letzendlich zum Brennerkopf geht.


    Die Klemmung auf den Schlauchtüllen könnte nachgelassen haben (bei deinem Bild vom Magnetventil ist z.B. keine Schlauchklemme vorhanden), diese Schläuche könnten im Bereich der Anschlüsse spröde geworden sein. Oder die Verbindung der Schlauchtülle zum ZA- oder Steckerkörper (gelötet oder geschraubt) hat was abbekommen.

    schöne Grüße
    Tommy

  • Sch....

    Habe die Brennerdüse und Gasdüse ausgetauscht, um sicher zu gehen, dass da kein Fehler vorliegt aber:

    Drahtvorschub läuft und ist regelbar und Gas kommt. Jetzt fliegt mir aber fast/nicht immer die Sicherung auf Schweißstufe 4 (Sicherung ist träge, C16), manchmal sofort, wenn ich den Brennergriff betätige, manchmal erst, wenn ich zu schweißen versuche und der Lichtbogen zündet (das war auch vor der jetzigen Bastelei schon manchmal der Fall, meist fiel aber eben die Sicherung bereits beim Einstecken).

    Auf Stufe 1, 2, 3 sowie 5 und 6 läuft der Drahtvorschub und das Gas aber der Lichtbogen zündet überhaupt nicht.

    Kann es sein, dass da immer noch zwei Fehler drinstecken? Z.B. Kurzschluss zeitweise im Schlauchpaket (je nachdem, wie ich es gerade halte/bewege) und Schweißstrom eben aus irgendwelchen Gründen nur auf Stufe 4?

    Erst einmal ein anderes (neues) Schlauchpaket testen?


    So ein Aufsteckkühlblech werde ich mir jedenfalls besorgen, danke!

    Gruß

    peter

  • Tschuldigung - ich stehe auf dem Schlauch: Wer ist das große Kaufhaus hier im Schweißerforum?

    In der Bucht finde ich nichts, beim großen Internethändler auch nicht, kein Conr..., kein Völkn...

    Gruß

    peter

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