Verunreinigung auf WIG Elektrode

      Verunreinigung auf WIG Elektrode

      Guten Tag,

      ich nutze WIG im Hobbybereich. Habe ca. 150 Liter Argon verschweißt. Als Elektroden kommen 2.4mm WC20 zum Einsatz. Mir ist aufgefallen, dass auf der geschliffenen Spitze sich ein Konusförmiger schwarzer "Schirm" ausbildet. Er scheint aus der Elektrode herauszuwachsen, ca. 1mm vom Spitzenende entfernt. Das habe ich seit ich WIG schweiße, unabhängig von Strom, Gasfluss etc. Er bildet sich nach weniger als zwei Minuten Brenndauer aus und macht den Lichtbogen leider breiter, so dass ich zur nächsten Elektrode greifen muss.

      Kommt das jemandem bekannt vor?
      Ja, ich schleife die Flächen an und entfette sie mit einem Bremsreiniger, der schnell und restlos verdampft.

      Speziell diese Elektrode habe ich mal ringsrum angeschliffen, weiß nicht mehr warum. Allerdings ist das Problem auch bei allen anderen 9 Elektroden aus der Packung vorhanden.

      Den Schleifstein benutze ich nur zum Elektrodenschleifen. Es ist schon 80er Körnung. Ich glaube noch feiner bekommt man keine Scheibe im Handel (abgesehen von Diamantscheiben).
      Bremsenreiniger wäre hier nicht meine Wahl - versuch es mal mit Aceton....

      Hast Du vielleicht einen Stahl da liegen, der etwas abnormal ist?

      Ich habe bisher nur wenig Erfahrung zum WIG-Schweissen...aber meine bisher geschliffenen Elektroden sahen nicht so riefig/grobkörnig geschliffen aus...aber ich vermute eher, dass der Stahl das Problem ist....
      Hi,

      sieht ja echt nicht normal aus. Ist das die lackierte Seite der Elektrode, oder warum ist die vor dem Schliffkonus so schrumpelig und schwarz/grau?
      Erzähl mal ein bisschen mehr.
      Wie schleifst du die Elektrode?
      Was schweißt du und vor allem wie?
      Mit wie meine ich Parameter, Polung, Stromstärke, AC/DC usw...

      Schöne Grüße,
      Simon
      Ok, mehr Infos wurden angefragt. Hier sind sie:
      Elektrode schleife ich mit einem Schleifbock, 60er Körnung. Daran schleife ich tatsächlich nur WIG-Elektroden, sonst nichts.
      Ich schweiße normalen Baustahl, 3 bis 5mm stark. Klemme am Pluspol, Elektrode am Minuspol.
      Benutze 6er Düse mit Diffusor bei 6l/min. Stromstärke liegt zw. 100 und 120A.
      Bisher habe ich nur 2.4mm Elektroden vom selben Typ genutzt. Andere Elektroden (pink) sind auf dem Weg.

      Hier noch ein kurzes Experiement:

      1. Eine Elektrode vom Typ WC20/2.4mm genommen, diese recht spitz und mit sehr geringem Anpressdruck angeschliffen (60er Körnung), siehe erstes Foto.

      2. 40x40x4 Stahlrohr gebürstet und entfettet, siehe zweites Foto.

      3. Einige Schweißnähte gezogen, drittes Foto.

      4. Danach sah die Elektrode aus wie im vierten Foto. Diese Verunreinigung lässt sich manchmal einfach abkratzen, wie im fünften Foto. Manchmal ist sie aber sehr fest.

      Alle meine Elektroden sind blau bis schwarz angelaufen. Sie laufen an bis an die Kupferspannzange in der Düse.
      Ich habe nach einem Leck im Schlauch gesucht. Bei abgedeckter Keramikdüse gab es ein leises Zischen zwischen Keramikdüse und Teflonscheibe. Das Problem konnte aber durch Nachziehen der Düse behoben werden. Danach habe ich testweise eine blau angelaufene Elektrode mit Schleifpapier blank geputzt. Diese ist nach unter einer Minute Schweißen wieder blau angelaufen. Ist das normal?
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      Vorströmzeit 0, Nachströmzeit 6 Sekunden. Kann ich nicht an meiner Maschine ändern, ist fix.
      Man kann das Vorströmen aber erreichen indem man den Taster betätigt und die Elektrode erstmal weg vom Werkstück hält. Das Gas fließt dann 6 Sekunden nach, was locker ausreicht um die Spitze zu positionieren und den Bogen zu zünden.
      Servus,

      ich würde sagen dass da was mit den Elektroden nicht stimmt. Dass die Spitze aufssplintert ab ich bisher nur von den roten bei AC gehört, allerdings hab ich es selber schon erlebt dass die Spitze bei grauen und goldenen und DC nach einer gewissen Zeit ganz leicht stumpf und matt wird, ähnlich deinem Bild 5, nicht schlimm, man siehts halt.

      Wegen der Blaufärbung, ich habe mir das immer so erklärt (eben weil ich das eigentlich garnicht anders kenne): das Gas kommt im Brennerkopf von oben durch die Mitte, wird dann ca. in der oberen Hälfte von Gaslinse oder Spannhülsengehäuse hauptsächlich zu allen Seiten nach außen geleitet und fließt dann auf Höhe der unteren Hälfte von Gaslinse oder Spannhülsengehäuse außen dran vorbei. Wenn jetzt die Spannhülse in der unteren Hälfte die Mitte abdichtet kommt im Spannbereich kein Gas an die Elektrode. Theoretisch dürfte auch nur eine kleine Menge Restsauerstoff an die Elektrode kommen.

      Wär interessant was passiert wenn man die Elektrode rausnimmt und bei laufender z.B. Gasnachströmung wieder einsetzt? verstecksofa.gif
      Bzw. allgemein nochmal die Frage in die Runde, habt ihr diese Blaufärbung auch?
      schöne Grüße
      Tommy