1.4301 WIG geschweißt, 0,8mm

      1.4301 WIG geschweißt, 0,8mm

      Hallo zusammen,
      es geht bei mir um ein "kleines" Anlagenbau-Projekt, was ich in meinen Leerlaufphasen auf der Arbeit realisieren will.

      Es handelt sich um eine Bienenwachsschmelz- und Sterilisationsanlage.
      Gebaut werden ein Zentralheizungskessel mit 50l Ölvolumen, doppelwandig, Vor- und Rücklaufanschluss für eine Thermalölpumpe, der Mantel enthält eine Schüttdämmung.
      Außerdem 1+x Wachsschmelzkessel zwischen 5 und 50l. Diese werden ebenfalls doppelwandig, wobei der Mantel mit dem Heizkreislauf verbunden wird, der Kessel bekommt einen Ablaufhahn.
      Betrieben wird die Anlage mit Thermalöl und einer Vorlauftemperatur mit 160-180°C. Der Heizkessel wird mit elektrischer oder Gasheizung betrieben und die Temperatur auf 1ca. 180°C gehalten. Die Temperaturregelung der einzelnen Wachskessel erfolgt dadurch, dass ein 3-Wege-Ventil das heiße Thermalöl entweder durch den Mantel oder eine Verbindung zum nächsten Kessel bzw Rücklauf leitet.

      Das ganze wird mit 1.4301-Blech in 0,8mm gebaut, weil ich das Blech für lau aus dem Schrottcontainer der Produktion entnehmen darf. Dickeres haben wir nicht da, nur dünner bis 0,5mm.
      Geschweißt wird in WIG, ich bin auch schon fleißig am üben. Die Nähte müssen nicht 100% sein, sollten aber dicht halten und eine saubere Reinigung der Wachskessel erlauben. Bisher funktioniert es ganz gut eigentlich, habe aktuell diverse Fronius-Schweißgeräte (leider ohne Puls) zur Auswahl, demnächst kommt eine EWM picotig 200 AC/DC pulse dazu. Da kommen dann auch andere Elektroden mit dabei, aktuell haben wir nur rote da :(
      Schweißverzug bei schweißen auf Stoß habe ich bisher ganz gut im Griff. Die besten Ergebnisse hatte ich bisher bei 24-30A, habe es auch schon mit bis zu 50 oder 60A probiert. Funktioniert beim verlaufen lassen auch, mit Zusatz bin ich da aber noch zu langsam. Gas: Argon 4.8 mit 6l/min bei einer 6er-Gasdüse. Ich schweiße aktuell mit einer 2,4mm Elektrode in rot. Zusatz müsste ich nochmal nachschauen, was wir da haben. Bei der EWM sind neue Zusätze für Alu, Baustahl und Edelstahl mitbestellt, aber aktuell arbeite ich mit den Zusätzen, die im Lager liegen. Die Bedingungen sind noch nicht optimal, aber schonmal besser als gar nichts und in zwei bis drei Wochen werden sie dann perfekt.

      Mein Problem ist aktuell die Formierung der Wurzel. Das Heften stellt kein Problem in der Hinsicht dar und Beizen im Nachhinein ist nicht das Problem, aber auf der Rückseite habe ich beim Durchschweißen Blumenkohl, der da wohl eher nicht hingehört. Den Stumpfstoß der Kesselwände könnte ich auf einer Aluschiene mit Stickstoff (das Gas haben wir produktionsbedingt da) formieren. Problematisch stelle ich mir die Bodennaht vor, weil alles von innen geschweißt werden soll und ich von außen formieren muss. Hatte schon überlegt, einige Radien-Formierwerkzeuge anzufertigen, womit ich von außen die Kehlnaht formieren kann. Wäre Formierpaste eine Alternative? Und lässt sich der Blumenkohl mit dem Formieren komplett vermeiden? Mache seit Wochen Schweißübungen (als ich vor zwei Monaten angefangen habe in der Firma, war ich beim WIG-Schweißen blutiger Anfänger und zähle mich immer noch nicht zu den fortgeschrittenen Anwendern)
      Weil es für ein großes Privatprojekt ist, werde ich bei Bedarf auch eine Flasche Formiergas holen, ebenso wie eine 20l Argon-4.6 Flasche und eigene Zusätze, damit mir keiner auf der Arbeit was nachsagen kann ;)
      Außerdem habe ich Probleme mit Anfang und Ende der Naht, wenn ich von der Mitte des Blechs nach außen schweißt, darf ich nicht bis zum Ende gehen, sondern muss ein wenig früher anhalten und warte kurz, bis das Blech bis zum Ende rotglüht und verschmilzt. Andernfalls habe ich am Ende direkt ein Loch drin. Aber so wie es jetzt ist, ist der Endkrater eine Mulde jenseits von Gut und Böse.
      Habt ihr da Tipps für mich bezüglich Absenkzeit, Absenkstrom und Brennerführung am Ende einer solchen Naht?
      Habe mal eins meiner kleinen Übungsbleche fotografiert von beiden Seiten.

      DSC_0309.JPGDSC_0310.JPG

      Danke fürs Lesen bisher und eine angenehme Arbeitswoche. Auf mich wartet jetzt eine Spätschichtwoche mit hoffentlich relativ viel Freilauf xD

      PS: Ich weiß, optimal sieht die Schweißnaht noch nicht aus, aber ich bin ja auch noch nicht fertig mit Üben. Schönere Nähte habe ich schon hinbekommen, aber gerade keine Bilder davon da.
      Tach,
      Hol dir entweder ein 30 oder 50 liter Edelstahl Bierfass, schneid den Deckel ab und dein Kesselproblem ist gelöst.
      Wenn du einen doppelwandigen Kessel haben willst, stellst du 30liter Fass in ein 50liter Fass und verschweisst beide mit einem Ring - das lässt sich dann gut formieren.
      Das ist auch ne lebensmittelechte Lösung.

      Grüße
      skookum

      TheAlf schrieb:

      Habt ihr da Tipps für mich bezüglich Absenkzeit, Absenkstrom und Brennerführung am Ende einer solchen Naht?


      Also die Grundeinstellung ab Werk sagt folgendes:

      - Absenkstrom ist auf 50 Prozent des Schweißstromes eingestellt
      - Absenkzeit beträgt 1 Sekunde
      - Gasnachströmzeit beträgt 4 Sekunden

      um den Endkrater aufzufüllen gibt es die Möglichkeit während und/oder nach dem absenken weiterhin Zusatzwerkstoff hinzuzufügen.
      Mit freundlichen Grüssen
      Gernoth