Rechteckstahl 2mm - abgerundete Kanten - WIG Schweißen?

      Rechteckstahl 2mm - abgerundete Kanten - WIG Schweißen?

      Hallo,

      wollte mich an einem Schweißtisch versuchen wie in einem Youtube Video. Ist Rechteckstahl 2mm mit abgerundeten Kanten. Anbei eine Skizze. Die abgerundeten Kanten sind für mich herausfordernd. Entweder ist die Schweißnaht ‘davor’ oder die Elektrode klebt am Stahl, wenn ich versuche, etwas in den Spalt zu kommen.
      Wie würdet Ihr da vorgehen?

      Oliver
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      Vielleicht kannst du mal ein Bild von deinen Schweißnähten machen, da sieht man oft die Ursache von Fehlern. Ich kann mir das bisher nicht so ganz vorstellen.
      Dürfte nämlich eigentlich kein Problem darstellen. Ein Flansch von 90° ist noch recht gut erreichbar.
      Ist die Wolfram-Elektrode vernünftig angespitzt? Wenn die allzu stumpf geschliffen ist, oder wenn man die mal in die Schmelze getunkt hat, erreicht man die Kehle nicht mehr, weil der Lichtbogen in alle Richtungen brennt. Dann wird die Kehle nicht mehr erhitzt und mit schweißen ist dann auch nix.
      Und durch die Materialanhäufung an der Stelle sollte die Stromstäke etwas höher sein. Normalerweise für Nicht-rostfreien Stahl 40A /mm * 2mm = 80 A. In dem Fall sind aber 90A oder auch 100A wohl nicht verkehrt.
      Gasdüse habe ich in dem Fall eher die kleinere genommen, damit ich näher an die Naht rankomme. Das ist aber wohl mehr Geschmalckssache. Möglich sollte das mit allen Düsen sein.
      gruß Jonas
      @Noplan.

      Stell mal zum Heften die Stromstärke höher. So 80 - 90 A sollten es schon sein.
      Und nimm lieber eine etwas kleinere Düse. Lass die Nadel nicht zu weit rausstehen. Durch die aufeinander stehenden Teile wird das Schutzgas gut gehalten und mit der kleinen Düse bist Du trotz dieser Begrenzung näher an der Naht.

      Setz die Nadel am oberen Anfang vom Radius zum Zünden an.
      Wenn sich ein genügend großes Schmelzbad gebildet hat, zügig aber vorsichtig, nicht zuviel Schweißzusatz einschmelzen lassen und so die Naht nach „unten fallen“ lassen.
      Eventuell mehrmals ansetzen, also leicht abkühlen lassen, neu zünden, Punkt setzen, usw.
      Wenn Du kannst mit Pulsfunktion, statt wie zuletzt beschrieben.

      Wenn so der erste Punkt gesetzt ist, wird es einfacher, weil Material für den weiteren Schweißverlauf als „Startpunkt“ vorhanden ist.
      Schweißstrom runter regeln, Vorschlag 60 - 70 A.
      Am Start-Heftpunkt wieder oben am Radius neu ansetzen und zünden.
      Mit einer kleinen Drehbewegung der Düse das Schmelzbad nach unten erweitern, dann wieder nach oben drehen/pendeln und dabei Schweißzusatz zugeben und einschmelzen.

      Usw. bis zum Ende.

      Viel Erfolg, bW JePuneT337

      P.S.:
      Da hat sich mein Vorschlag mit rm_Joe’s aber echt knapp überschnitten.
      Aber wird sind uns ja weitestgehend einig. a025.gif
      Also wenn das nicht hilft… :up:

      P.S.S:
      Das ist ja interessant. Es wird nicht der Zeitpunkt des ersten Einstellens eines Betrages vermerkt, sondern der der letzten Bearbeitung…
      Da mir noch beim späteren Nachlesen „Korrekturbedarf“ auggefallen ist, hab ich natürlich noch am Betrag „rumgefeilt“.
      Deshalb steht in der Vermerkzeile auch die jetzige Zeit und nicht die 11:57 der Einstellung des Freds(!).


      So mal ein Versuch „nach rechts schweißen“.
      Auf dem zweiten Bild Beispiel linkes Teil.
      „Nach links schweißen“ rechtes Teil.

      Und die Heftungen dazu erstes Bild :D .

      Dazu ist zu sagen, dass ich nahezu nie mit WIG Normalstahl schweiße, sondern nur Chromnickelstähle. Also ist kein passendes Schweißgas und Schweißzusatz da.
      Die linke Naht war der erste Versuch. Da hab‘ ich dann nach 5mm festgestellt das es wohl auch mehr Gas braucht. Den hab‘ ich dann auch von 6 auf 8 Liter/Minute hochgeregelt…
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      Fehler sind dazu da, um zu lernen. Nicht zum verstecken und wieder machen. =)
      Also meiner Meinung nach ist deine Naht zu klein. Sonst sieht sie gut aus. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass die Stromstärke zu den Nähten zu gering war. Mit wieviel Strom hast du denn geschweißt?
      Vergleiche deine Naht mal mit der von JePuneT337. Die ist wesentlich größer. Die Nahtgröße sollte im Bereich der Materialdicke liegen, so ist auch die Stabilität der Konstuktion gewährleistet.

      1mm Blech mit WIG verschweißen? Ist doch noch kein Problem. Warum sollte das mit Mig besser gehen als mit Wig?
      Hier die beiden Teile mal in MAG.
      Auch hier nach rechts schweißen (ziehen) linkes Teil.
      Nach links schweißen (schieben) rechtes Teil.

      Warum MAG?
      Das geht schlicht und ergreifend in allem schneller.
      Vorbereitung, nur entfetten der Rohre. Nicht wie bei WIG noch geschliffen.
      Heften.
      Brenner ansetzen, ziehen oder schieben.
      Fettich!
      Kein Schweißzusatzgefummel.
      Hinterher etwas Schweißspritzer entfernen, das wars…
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      Ich habe mit 60A geschweißt. Begonnen hab ich mit 80 und mal gleich Löcher reingebraten ... bin dann sukzessive runter.
      Hab mir viele US Videos angeschaut und dort wird das WIG Schweissen in der Fahrzeugrestauration bevorzugt. Auch was man so im Fernsehn bei den Custom Bike Bauern so sieht, ist meist WIG. Weniger Nacharbeit und die Schweißnaht sei ‘weicher’ und somit besser zu glätten - weniger Spachtelauftrag notwendig.
      Hab heute mal den Luftfilterdeckel meines ‘68 Firebirds vom Rost befreit und dabei kam gleich ein Loch zum Vorschein. Also mit CuSi3 das Loch zugebraten per WIG Löten - aus purer Verzweiflung was mit dem Loch tun. Dann verschliffen. Aber zunächst mal das Loch unfreiwillig vergrößert. Obwohl nur mit 20D b ganze war ne Nummer zu groß im Moment. Habs eben irgenwie hinbekommen.

      Oliver