Fragen zu Überkopf-Zwangslage

      Fragen zu Überkopf-Zwangslage

      Hallo :)

      Ich bin gerade dabei ein älteres Auto herzurichten und habe mir im Rahmen dessen auch etwas Mag-Schweißen beigebracht. Habe nun Karosseriebleche angefertigt und mit 1/3 überlappenden Punkten festgeschweißt. Ich weiß nicht genau woran es liegt (ich vermute ungleichmäßige Zeitdauer beim Punkten bzw. unterschiedliche Spaltmaße meiner angefertigten Bleche - die sind nicht ganz optimal :D), aber manche Punkte sehen auch von der Unterseite perfekt aus, wie aus dem Lehrbuch, und andere könnten mehr Einbrand vertragen.

      Daher möchte ich manche Stellen von unten nochmals "gegen"punkten. In der Zwangsposition Überkopf habe ich allerdings ein wenig Probleme und vielleicht kann mir ja jemand ein paar Tipps geben.
      Ich habe den Drahtvorschub gleich gelassen, die Spannung allerdings etwas erhöht im Vergleich zur Wannenlage (ist das grundlegend korrekt?)

      Leider "klebt mir oft der Schweißtdraht fest" (wie nennt man das richtig?) - was kann ich dagegen tun? Auch sind die Punkte von eher unterschiedlicher Qualität, manche sind ganz gut, manche eher weniger - gibt es irgendetwas Spezielles zu beachten? Vielleicht kann ja jemand generell ein paar Worte dazu sagen, ich bin um jeden Ratschlag froh. Dazu kommt, dass meine Sicht mangels Hebebühne (Auto steht auf Böcken) eher schlecht ist, das ist auch nicht wirklich optimal.


      Ich sag schonmal vielen Dank!
      Florian
      Servus,

      prinzipiell kann man mit der Einstellung von der Wannenlage auch Überkopf arbeiten (außer du bist in Wannenlage hart an der Grenze was die Leistung angeht, die das entsprechende Blech verträgt, dann würde ich die Leistung etwas reduzieren, dann aber beides, Draht + Spannung). Wichtig ist auch gerade bei Überkopf ein kurzer Brennerabstand, hier ab 3:04 ist das im direkten Vergleich schön zu sehen was das ausmacht
      schöne Grüße
      Tommy
      hmmm.....was mir an dem Video mal wiedeer auffällt ist,das die Amerikaner in ihren Filmchen fast immer Schleppend Schweissen.
      Schleppend Schweiss ich eigentlich nur an Aussen Ecken von dünnen Blechen,weil die Schweissnaht schmaler wird.
      Desweiteren scheinen die leute echte Rühr-Experten zu sein.Haben die so'ne unruhige Hand oder ist das Absicht ?
      Mir wurde damals von den "Alten Säcken" immer wieder eingebleut " Die Geradlinige Bewegung wird nur beim Steigendschweissen verlasssen ! Oder Du machst ne Bäckerlehre"
      Wobei die nicht ganz unrecht gehabt haben konnten,denn die Kollegen ,die "Gependelt " oder "Gerührt" haben beim Schweissen, hatten immer irgendwelche Bindefehler oder Einschlüsse in der Naht. Die gerade gezogenen waren dahingehend Deutlich besser. Und schneller ;)
      Was mich auch gleich wieder zu dem Video zurück kommen lässt;
      Ich schätze mal die beiden Flacheisen sind so 8-10mm dick, und bei der gewählten einstellung von 300A/20V wäre er Stechend und geradlinig Schweissend in der hälfte der Zeit fertig und die Naht wäre nicht so "wurstig" sondern schön Flach mit besseren Naht übergängen.

      Oder sehe ich das Falsch ?

      Nicht Falsch verstehen Bitte,Ich will den Kumpel nicht Schlecht reden !
      Ich wunder mich halt nur ..

      Gruß

      Neu

      Mich würde der Einbrand interessieren (Bruchprobe), wenn der Typ dort so gependelt hat. Überkopf mit Elektrode ist jetzt nicht sonderlich spektakulär, tut halt weh (Gamaschen anziehen!). Aber egal was der Amerikaner behauptet: Niemals Pendeln! Gründe hat ja bereits @SC36 genannt.
      Der Unterschied im Schleppenden und Stechenden Schweißen liegt darin, daß beim Schleppenden der Einbrand größer ist als beim Stechenden. Der Grund ist der, daß beim Schleppenden der Lichbogen immer wieder in das Schmelzbad drischt und somit immer richtig heiß bleibt. Beim Stechenden muss immer erst das Material geschmolzen werden (muss bei beiden Arten - logischerweise) und ist dadurch "kühler". Ergo: Kein so großer Einbrand.
      Ich würde generell niemals von einem Amerikaner Schweißtipps gegeben bekommen. Ein YouTuber namens RetroWeld schweißt zum Beispiel Steigende Nähte ohne Pendeln, einfach hoch. Das ist falsch. Wer es sich anschauen will (ist nur ne kurze Sequenz), sucht nach "I Built Alec Steels Forge" oder so ähnlich.
      Das einzige was die Amis gut hinbringen ist WIG Schweißen (die habens auch erfunden - war aber auch wieder das einzige Sinnvolle vom anderen Ufer), aber der Rest...

      Neu

      Servus,

      Da hab ich ja was angerichtet e021.gif :D

      Eigentlich wollt ich nur auf den, wenn man noch keine Überkopf-Erfahrung hat tendenziell zu großen, Brennerabstand raus. Und mir ist schon auch klar dass durchgehende Nähte an Flachmaterial mit der Dicke nicht unbedingt mit Punkten an Karosserieblech vergleichbar sind ;)

      Persönlich bin ich auch ein Fan von Strichraupen, und dass die Pendelbewegung eine zusätzliche Fehlerquelle sein kann geb ich euch vollkommen Recht :thumbup:
      Hier mit paar Schliffbildern, der ein oder andere Wurzel-/Flankenbindefehler ist schon zu sehen, beim zweiten Video denke ich aber dass es ihm in erster Linie drum gegangen ist zu zeigen wie sich verschiedene Drahtvorschübe auswirken

      schöne Grüße
      Tommy