Quadratrohr Gartentor

      Quadratrohr Gartentor

      Schönen guten Tag,

      ich heisse Matthias und bin neu hier im Forum. Ich habe ein MMA/WIG Gerät.

      Ich möchte ein Gartentor aus Quadrahtrohren 40x40x2 schweißen. Ich hab ein par Erfahrungen bereits gemacht allerdings nur mit MMA weil ich noch kein Gas habe.
      Z.B eine Werkbank geschweißt aus L-Profilen oder ein Untertisch aus 40x4 beides mit GYS 2.5 RR Elektroden( mit welchen ich gut zurechtkam)

      Nun möchte ich das oben genannte Tor schweißen. Aufgrund der geringeren Materialstärke wollte ich vorher hier mal nachfragen ob ich gut ein 2mm Stahl schweißen kann. Welche Elektroden soll ich nehmen? 1.6 oder 2.5? RR oder RC? Worin besteht eigentlich der Anwendungsunterschied zw. RR und RC?

      Außerdem wollte ich noch grob nachfragen zum Verzug nach dem Schweißen. Meine Werkbank hatte sich etwas verzogen aber nicht dramatisch. Beim Tor soll das nicht passieren.
      Ich möchte auf Gehrung und auf Stoß die Quadrahtrohre verschweißen. Bei einem 4-eckigen Rahmen, hefte ich alles zuerst und schweiße dann erst die Innenseite oder die Außenseite? Muss ich einen gewissen spalt zw. den Rohren lassen. Ich werde wohl etwas an Material verschwenden zum ausprobieren allerdings kann ich ja mal hier zuerst nach Erfahrungen erkundigen.

      Grüße
      Matthias
      Hallo Matthias,

      da bis jetzt kein Profi geantwortet hat, hier meine Erfahrung als Heimwerker. Ich habe die letzten 45 Jahre schon mehrere Garten- bzw. Hoftore geschweißt. Da mein kleiner Schweißtrafo maximal so um die 90A kann, habe ich auch immer dünnwandige Rohre bevorzugt. 2mm Wandatärke kann man noch gut MMA-schweißen. Allerdings mache ich das mit 2mm starken Elektroden. 1,5mm (1,6mm hatte ich nie) ist nach meiner Erfahrung etwas zu dünn, die Elektroden werden bei ca. 40A während des Schweißens schon relativ heiß und glühen in einer Sekunde aus, wenn man kurz, aufgrund des geringen Schweißstroms, kleben bleibt. Ich verwendete deshalb fast ausschließlich 2mm Elektroden. 2,5mm verwende ich nur bei Stahl mit mindestens 3mm Stärke.
      Jede Schweißnaht zieht sich beim Erstarren und Erkalten zusammen, auch wenn die verschweißten Rohre fixiert sind. Allerdings ist der Effekt immer auf den Innenwinkeln am größten. Also immer die Rohre mit etwas mehr als 90° vor dem Schweißen fixieren und erst den Innenwinkel (Kehlnaht) schweißen. Wenn der Winkel nach vollständiger Schweißung dann größer als 90°bleibt, schweiße ich nochmal über die Kehlnaht. Im gegenteiligen Fall hat man schlechte Karten, da die Winkeländerung beim Schweißen der Außenkante recht gering wird, das heißt, es ist leichter den Winkel zu verkleinern als zu vergrößern. Allerdings kann es einige Minuten dauern, bis die Schweißnaht und das benachbarte Material soweit abgekühlt sind bis sich der endgültige Winkel eingestellt hat.
      Soweit zu meinen Erfahrungen, leider kann ich Dir keine Angaben zum Schweißstrom machen, denn Nachmessen der eingestellten Ströme zeigten, dass die tatsächlichen Schweißströme mehr als 30% von den Angaben im Datenblatt abwichen. Ich denke aber, dass kein Schweißgerät eine präzise Stromquelle darstellt, das heißt, man muss das mit seiner eigenen Maschine einfach ausprobieren.

      Grüße
      Manfred
      genau aus den von dir genannten Gründen wird zuerst die Eck-naht außen, dann die beiden Seitennähte und zum Schluß die Kehlnaht innen geschweißt.
      Vorher geheftet zuerst in der neutralen Faser dann kann man noch nach richten.
      Wenn deine Schnitte nicht ganz genau winkelig sind, meist bei Hobbyisten die mit der Flex oder sonst wie schneiden, immer zuerst am höchsten Punk heften ausrichten und weiter heften dann siehe oben.
      wer es kann, schweißt 1,5 Wandstärke am Q-Rohr mit der 2,5er Elektrode RR-Elektroden sind am besten geeignet, Geheimtipp Mo legierte Elektroden zum Beispiel von Böhler laufen bei dem dünnen Zeug meist noch ein bisschen schöner.
      Was dünneres als 2,5er habe ich noch nie verwendet und den meisten Leuten die sowas beruflich machen geht es wohl ähnlich...
      Ansonsten für nen Anfänger bei dem dünnen Zeug, Gas holen und das ganze mit WIG schweißen wird sicherlich schöner aussehen.
      Da ich mittlerweile fast ausschließlich WIG schweiße, fand ich folgendes Video gut:

      Die Vorgehensweise hier ist nicht ganz die von mir beschriebene, aber auch hier wird von innen nach außen und die Kehlnaht vor der Außenecke geschweißt. Meine Schweißnähte werden allerdings nicht so perfekt, und dass sich, wie im Video gezeigt, sofort so exakt ein rechter Winkel einstellt, kann ich kaum glauben. Aber als Amateur wird man nie diese Perfektion erreichen.
      die Ecknaht außen zieht so gut wie überhaupt nicht, bei Edelstahl merkt man es vielleicht ein bisschen, mit der Schweißrichtung der Seitennähte kann man ein wenig nachrichten und die Kehlnaht innen zieht extrem.
      Aber in den Videos sieht man eben auch, dass die Winkel nicht ganz exakt gestimmt haben und ausgerichtet wurde. Das Zeug im ersten Video hätte ich nicht als V-Naht geschweißt sondern wohl als I-Naht durchgedrückt.
      Ne V-Naht schweiße ich bei den schachen Rohren nur wenn ich 100 %ige Festigkeit brauche. Aber hier wurden immer nur Winkel geschweißt, wenn ich einen kompletten Rahmen habe ist es ein wenig anders.
      Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, sie haben mir sehr geholfen und freue mich richtig am Wochenede loszulegen.
      Ich habe mich für 40x40x3 Rohre entschieden. Ich denke mit meinen Vorkenntnissen und Probeschweißungen komme ich damit gut zurecht. Ich habe mich für die Elektroden entschieden weil ich erst mit E-Hand gut zurechtkommen möchte bevor ich mich auf eine neue Schweißtechnik stürze. Ich schweiße nicht wöchentlich,ich denke wenn ich jetzt mit WIG weitermache, verlerne ich meine erworbenen Basics im E-Hand-Schweißen.
      Die Ratschläge in welcher Reihenfolge ich Heften soll haben mir sehr geholfen, genau so werde ich es machen. Erst alles Heften, dann nochmal richten und kontrollieren und dann von Außen nach Innen mich vorarbeiten.