Amboss Bahn Hartauftragen

      Amboss Bahn Hartauftragen

      guten Tag Schweiss-Freunde,

      ich habe mir ein neues Projekt vorgenommen. Einen bestehenden Amboss mit A-Dur 600 WIG-Stäben (die liegen schon lange bei mir rum) eine Schicht auftragen um eine harte, zähe Fläche zu erhalten und dann diese plan schleifen.

      Nun, normale Materialien habe ich schon einige verschweisst, jedoch noch nie solche Hartauftragungen. Mir tun sich da einige Unklarheiten auf, die vielleicht jemand von euch genauer weiss. Ich bin froh um jeden Rat.
      - ich würde Bahn um Bahn legen aneinander. Muss ich schauen, dass die Temperatur nicht zu hoch (?) wird sonst wird es vermutlich weichgeglüht?
      - hab gelesen, dass sich bei der 1. Lage noch das Grundmaterial aufmischt und dadurch die Härte nicht erreicht wird. Soll ich dann eine 2. Lage noch machen oder sogar eine 3.? Oder gibts da Grenzen (ausser den Zeitaufwand)?
      - muss ich den Amboss vorwärmen? Wenn ja, wieviel?
      - ich möchte möglichst an die 58 HRC (aus dem Datenblatt der A-Dur) heran kommen, wie geht das?

      Im Netz findet man wenig Infos übers Hartauftragen, leider. Jeder kocht da vermutlich sein eigenes Süppchen. :)

      Ich danke euch für weitere Erläuterungen.

      Rap78
      :thanks:
      Ich hab ziemlich große Bedenken, ob so eine Aufpanzerung bei einem Amboss sinnvoll ist. Wenn dieses Material am Ende eher spröde als zäh sein sollte, riskierst du, dass Risse auftreten und Splitter wegfliegen.
      Ansonsten: Alles was mit Wärmebehandlung zu tun hat, stelle ich mir bei einem Amboss extrem schwierig vor. Vorwärmen ist da noch das geringste Problem.
      Kippt der Bauer Milch in den Tank, wird der Trecker sterbenskrank.
      Danke schon mal für die Antworten. Das mit "zu hart" habe ich mir gar nicht überlegt. Stimmt. Aus dem Datenblatt kann ich folgendes entnehmen: Das Schweissgut ist trotz hoher Härte zäh, rissfest und schnitthaltig. Vorwärmung im Allgemeinen nur bei Werkzeugstählen auf 450°C.

      Da es sich um ein Stück alte Eisenbahnschiene handelt, die ich teilweise mit SG2-Draht etwas ausgeglichen habe, denke ich, muss ich laut obiger Beschreibung nicht vorwärmen. Oder läuft das unter Werkzeugstahl? Ansonsten versuche ich mal eine Lage aufzupanzern und arbeite dann immer mit Schutzbrille beim Schmieden. Somit merke ich dann mit der Zeit, ob sich am Rand etwas absplittert oder nicht.

      Die Materialzusammensetzung der A-Dur 600 hat "nur" 0.5% Mangan, also hatten die Elektroden von Bastard vermutlich viel mehr. Auf einem Versuchsstück floss das Material wunderschön samtweich ab. Beim Schleifen gab es wenige feine, rötliche Funken und sie flogen nicht weit. Wie ich mal gelesen habe, ein Zeichen hoher Härte. Der Versuch mit einem Körner einen Einschlag zu provozieren endete damit, dass ich den Körner nachschleifen musste ohne ein Kratzer im Grundmaterial. e021.gif Nächstens mache ich mal Schlagversuche um das Absplittern zu testen.

      Oder meint ihr, der Hersteller des Zusatzmaterials kann da mehr Auskunft geben?
      Schöne Ostertage,
      Rap78
      Servus,

      den Chromanteil darf man aber auch nicht außer Acht lassen (9,5 % !), bei der vergleichbaren Stabelektrode wird generell ne Vorwärmung von 200 - 300°C empfohlen.

      Beim Schlag-Testen würde ich auch ne scharfe 90°-Ecke schleifen und testen, das wär so mit das kritischste.

      Noch ein anderer Gedanke, wenn du bisher keine übermäßigen Dellen geschlagen hast, Schienen sind im Kopfbereich eigentlich schon etwas härter, zwar nicht im 50er HRC Bereich, aber evtl. reicht das ja auch.
      Schienenstähle haben auch gern mal Kohlenstoffgehalte in der Größenordnung 0,6 ... 0,8 %, also mitunter auch nicht ohne, bspw. Zusammensetzung in %
      R260: C 0,62 - 0,80; Si 0,15 - 0,58; Mn 0,70 - 1,20; P ≤ 0,025; S 0,008 - 0,025; Cr ≤ 0,15; V ≤ 0,030

      Rm ≥ 880 MPa, Bruchdehnung ≥ 10 % (!), HBW 260 - 300

      schöne Grüße
      Tommy
      Das Vorwärmen ist doch unter anderem dazu da, die Abkühlgeschwindigkeit zu senken. Am Lichtbogen hast du ja immer ungefähr die gleiche Temperatur - und die Wärme fließt dann ins umliegende Material ab. Je mehr Material da ist, desto schneller kühlt der Nahtbereich ab, es sei denn du bremst den Wärmeabfluss durch ein kleineres Temperaturgefälle (wenn du von 20°C auf 300°C vorwärmst, bist du ja schon etwa 20% näher an den knapp 1400°C dran, wo Eisen flüssig (also spannungsfrei) ist).
      Großes Temperaturgefälle mit schnellen Wärmeflüssen begünstigt Rissbildung, gerade bei spröden Materialien. Dazu kommt, dass die hohe Abkühlrate ähnlich wirkt wie ein Abschrecken bei einer Wärmebehandlung (Härten). Deine Panzerschicht ist also direkt nach dem Schweißen höchstwahrscheinlich glashart, da empfehle ich dir mehr als bloß eine Schutzbrille aufzusetzen.

      Das fiese beim Testen ist auch, dass nicht gerade gesagt ist, dass sich das Material vor dem Absplittern verformt.

      Schleifst du deinen Körner öfters an? Härtest du die Spitze anschließend wieder?
      Kippt der Bauer Milch in den Tank, wird der Trecker sterbenskrank.
      ich danke schon mal für die vielen Ideen und Gedanken. Ich hab heute mal kurz vor Arbeitsbeginn auf die bestehende Testfläche geschlagen (NOCH keine flache, 90°-Ecke), aber aufs Raupen-Bett. Ergebnis: der Hammer bekommt Hicke ab. Wenn ich auf die Oberseite der Schiene mit dem Hammer schlage, gibts Hicke in die Oberfläche der Schiene. Sie scheint doch nicht so hart zu sein leider. Abgesplittert ist bisher noch nichts, aber da teste ich noch mit der 90°-Ecke nächstens mal.

      Das mit dem Vorwärmen verstehe ich soweit auch. Im Datenblatt der A-Dur 600 steht: Härte des reinen Schweissgutes erste Lage auf unlegierten Stahl: ca. 53 HRC. Ich denke, eine Lage reicht dann vollkommen aus. Härter (und somit spröder) muss er sowieso nicht sein. Natürlich ist das Vorwärmen der Schiene nicht ganz so einfach. Darum versuche ich mal nur am Anfang die obere Bahn etwas zu erhitzen und dann während dem Schweissen wird die Schiene heiss bleiben denke ich mal. Aber 300° werde ich nicht schaffen denke ich. Aber wie wird denn so eine Steinbruch-Schere zb. vorgewärmt? Die sind ja auch nicht so in Leichtbauweise aufgebaut?

      Weitere Ideen sind willkommen, ich halte euch auch auf dem Laufenden. Vielen Dank schon mal!

      erholsame Ostern, Rap78

      PS: @Obijan: der Körner hab ich das erstmal nachgeschliffen, normal bleibt er ja in Ordnung :D (oder ich trage auf ihn später auch A-Dur 600 auf a040.gif , wenn er dann nicht splittert, kann man glaube ich guten Gewissens hämmern)