Dachrinnen löten?

      Dachrinnen löten?

      Hallo zusammen,
      ich darf für eine befreundete Familie eine Dachrinne machen, ca. 8 Meter lang, um nen Balkon rum. Ist eine sehr kleine. Wird selbst gedengelt, da es die benötigte Größe nicht gibt (max. 50 mm breit). Aber das ist ja euch egal. Es geht mir um das Verbinden der einzelnen Elemente der Dachrinne (die im Idealfall 2 Meter lang sind) mittels Hartlöten.
      Ich hab mehrere Propan-Gasflaschen hier. Einen Lötbrenner (vom Großvater - funktioniert auch noch) mit alten Druckminderer (der auch noch funktioniert). Hartlot für Kupfer hab ich auch. Aber kein Flussmittel. Fürs Weichlöten an Platinen gibt es ja Hausrezepte bzgl. des selbstherstellens eines Flussmittels. Aber für Hartlot? Kennt da wer ein "Rezept"? Oder muss ich doch eins kaufen?
      Kurz zum Grundlegenden (mir hat nie jemand das Hartlöten gezeigt, also muss ich hier mal schnell fragen): Man schmiert den überlappenden Bereich (ca. 2 - 3 cm) der beiden Dachrinnenteile mit Flussmittel und hält dann den Lötbrenner so lange dran, bis das Kupfer rotglühend heiß ist und gibt dann erst das Hartlot dazu. Ist das richtig so?
      Ich habe davon zwar überhaupt keine Ahnung, aber ich denke auf Youtube wirst du da fündig warden, wenn hier keine Antwort kommt,
      folgende Beschreibung habe ich aus dem Netz:

      Anleitung zum Kupferdachrinne löten. Das Anbringen einer Kupferdachrinne beinhaltet, dass Sie einzelne Teile beim zusammensetzten löten müssen. Wie Sie eine Kupferdachrinne löten erfahren Sie in der folgenden Anleitung. In einem ersten Schritt sollten Sie sicherstellen, dass die zu lötende Stelle absolut sauber ist. Es empfiehlt sich, wenn Sie die Lötstelle mit einem passenden Schleifpapier blank polieren und die Stelle anschliessend sauber reinigen. Das Löten von Kupferdachrinnen erfolgt üblicherweise durch hartlöten. Hartlöten unterscheidet sich vom Weichlöten, dass höhere Temperaturen verwendet werden. Zum Löten brauchen Sie einen Gasbrenner oder eine Lötlampe. Wenn Sie die Regenrinne direkt am Dach löten müssen Sie besonders vorsichtig sein, da das Dach Feuer fangen könnte. Am besten löten Sie so viele Stücke wie möglich bereits vor dem Anbringen der Dachrinne. Nebst dem Gasbrenner brauchen Sie Lötstäbe aus einer Messinglegierung. [u][i]Praktisch ist es, wenn diese bereits Flussmittel enthalten und sie dieses nicht separat kaufen müssen[/u][/i]. Für das eigentliche Löten erwärmen Sie die Lötstelle mit dem Gasbrenner oder der Lötlampe. Achten Sie darauf, dass das Material nicht zu heiß wird. In der Regel geht man davon aus, dass die richtige Temperatur erreicht ist, wenn Sie den Lötstab auf die Lötstelle halten können und dieser abschmilzt. Versuchen Sie das Lot gleichmäßig zu verteilen und achten Sie gleichzeitig darauf, dass nicht zu viel Lötzinn verwendet wird.Unmittelbar nachdem die Lötnaht sauber scheint, waschen Sie diese mit einem nassen Lappen ab. Dies Schützt die Lötnaht davor, dass sich später auf der Naht eine Patinabildung entsteht. Die Patina ist die grünliche Schicht, die durch Korrosion auf Kupfer entsteht.

      wincke.gif Gruß Wofe
      Hallo

      Meiner erfahrung nach ist ein Propanbrenner nicht heiß genug zum hartlöten.
      Ich habs geschafft, ein paar Drähte mit Silberlot (niedrigerschmelzend, aber leider teuer) zu verlöten. Aber bei ner Dachrinne, die ordentlich Wärme schluckt, braucht man wohl Sauerstoff und Acetylen oder Sauerstoff und Propan.
      Alternative ist Wig-Löten. Bin aber bisher nicht dazu gekommen, das mal zu probieren.
      Sonst beim Löten wichtig:
      Erstmal schön sauber machen, zb. mit schleifpapier oder Schleiffließ. Flussmittel auftragen und dann schön großflächig auf Temperatur bringen. Wenn man nur auf eine stelle hält, verbrennt das Flussmittel. Sobald das (richtige!!) Flussmittel für das Lot anzeigt, dass heiß genug, das Lot am Material schmelzen und schön auffüllen.
      Hallo Retro,

      ich habe hier auch 2 Systeme eine kleine Propangasflasche (lässt sich aufs Dach mitnehmen) für alle Weichlötarbeiten (Kupfer, Zink) und ein Autogenbrenner mit Propan/Sauerstoff zum Hartlöten/Brennschneiden/Schweißen. Also wie schon geschrieben, das wird ggf. nix mit dem Propangasbrenner. Muß die Rinne überhaupt hartgelötet werden?
      Mein Vater - der war Dachdeckermeister - hat alle Rinnen weich gelötet und das ist eigentlich auch so üblich, es sei denn das hat sich in den letzten 15 Jahren geändert. Ich löte auch mehr weich wie hart, es sei denn es muß erhöten Temperatur oder Festigkeitsansprüchen genügen. Wobei eine Hartlötung auch immer spröder ist.

      Egal welches Verfahren, man muß die Verbindungsstellen aber immer erst blank machen und dann ein passendes Flußmittel zwischen den Verbindungsstellen bringen. Flußmittel für Hartlötarbeiten muß höhere Temperaturen aushalten, also da sollte man nicht sparen. Ich verwende für das Hartlöten "Rothenberger Industrial - LP5 - Flussmittelpaste" (Preis 6€). Zum Weichlöten habe ich Lötwasser welches ich noch von meinem Vater habe. Gelötet wird da mit einem Lötkolben, also mit indirekter Flamme. Die Spalte der zu verbindenden Materialien möglichst klein halten und die Kapilarkräfte nutzen. Das Säubern mit Wasser nicht vergessen, das Flußmittel ist recht agressiv.

      Gruß

      Christofer
      Wehret den Anfängen!