Probleme beim alu Wig schweißen

      Probleme beim alu Wig schweißen

      hi,
      ich habe ein paar probleme beim alu schweißen mit wig:
      ich bekomme kein sauberes glänzendes schmelzbad hin! es sind immer irgendwelche rückstände von der oxidschicht enthalten.
      wenn ich dann versuche das füllmaterial in das schmelzbad zu geben zieht sich eine art haut über die naht, und es entstehen schwarze rückstände in der naht.
      und ja ich habe das alu saubergeschliffen und mit verdünnung gereinigt.

      zu den einstellungen:
      Stromart: Wechselstrom, mit allen waveformen porbiert
      Schutzgas: Argon 4.6 ,könnte das der grund sein, das ich eine verunreinigte flasche habe?
      Elektrode: 2,4 mm 1,5%lan (gold) und eine rote
      Ac balance: 70% negativ
      Habe es mit und ohne gaslinsen probiert, bei drücken von 6- 9 l pro min.
      Habe auch verschiedene alustücke getestet mit keinem unterschied.
      Füllmaterial: almg5 ,kann es an einem biligen draht liegen ?
      Stromstärke habe ich 40 amps pro mm genommen.
      gibt es eig. eine faustformel für die eizustellenden amps bei edelstahl?

      ich hoffe ihr könnt mir helfen.

      mfg,
      Dennizer

      Re: Probleme beim alu Wig schweißen

      Hallo Dennis,

      das Alu nicht mit Verdünnung reinigen! Nimm Aceton oder noch besser und billiger Spiritus, jedenfalls irgendwas was rückstandsfrei verdunstet. Die Alubleche immer so heften, daß kein Luftspalt entsteht sonst zieht es Dir von hinten die Luft durch. Ist das nicht möglich, dann mit Badsicherung arbeiten oder bei Rohren formieren.

      Der Draht sollte natürlich au sauber sein, Du kannst ihn ja vor dem Schweissen mit einer Edelstahlwolle abziehen. Auch das Blech sollte mit einer Edelstahlbürste im Bereich der Schweissnaht von der Oxidschicht gereinigt werden. Beim schweissen den Draht immer so halten, daß er sich in der Schutzgasglocke des Brenners befindet. Ziehst Du ihn zu weit zurück bilden sich stets neue Oxide am Ende.
      Achte auf Zugluft! Das kann auch der Lüfter des Schweißgerätes sein, stell das Ding weit genug weg oder unter den Tisch! Dann besteht noch die Möglichkeit, daß irgendwo im "Gaskreislauf" eine undichte Stelle ist, wo Falschluft gezogen wird. Das geht beim Druckminderer los und geht weiter durchs Gerät bis hin zu den Einzelteilen des Brenners. Viel Spaß beim suchen :roll:

      Ich hatte aber schon mal folgenden Fall: Es bildeten sich immer wieder schwarze Flecken auf der Nahtoberfläche, die da im Schmelzbad herumschwammen wie die Fettaugen auf der Suppe. Bereits der Verzweiflung nahe, weil ich vermeintlich sämtliche Fehlerquellen ausgeschlossen hatte, blieb nur noch eines übrig: Der Austausch der Argonflasche!
      Und siehe da, alle Probleme waren weg! a020.gif Das Argon war verunreinigt motzki.gif . Aber da muß man erstmal draufkommen a025.gif

      Grüße

      Wolfgang

      P.S.: Lass die Wechselstrombalance zu Anfang noch 50:50. Zu den Spielereien kommen wir später, oki?

      Re: Probleme beim alu Wig schweißen

      hi,
      super danke für die ganzen tipps!
      hattest du auch probleme ein sauberes glänzendes schmelzbad zu erzeugen als du das verunreinigte argon hattest?
      hab nämlich die befürchtung das es daran liegt da internetkauf! gibt es eine möglichkeit das gas zu prüfen??
      hilft eigendlich die puls funktion beim alu schweißen?
      die balance einstellungen hatte ich so gewählt da es oftmals so gesagt wird, da mehr einbrand wenn mehr prozent auf der negativen seite :D.
      sry für die ganzen dummen fragen ^^

      mfg,
      Dennizer

      Re: Probleme beim alu Wig schweißen

      okay,
      es klappt jetzt besser hab die balance einstellungen auf 50:50 gestellt und eine kleinere elektrode mit gaslinse genommen.
      ich bekomme jetzt ein sauberes schmelzbad, selbst auf ungereinigtem eloxiertem alu.
      nur wenn ich den zusatzstoff dazugebe wird das schmelzbad leicht verunreinigt.

      mfg,
      Dennizer

      Re: Probleme beim alu Wig schweißen

      Hallo Dennis,

      was man Dir mit der Wechselstrombalance erzählt hat, ist Mumpitz!
      Es ist nämlich genau andersrum. Je mehr Du ins + gehst, desto tiefer wird Dein Einbrand. Warum? Bei + an der Elektrode wird die Elektrode mehr belastet und das Schmelzbad insgesamt heisser, somit wird die Oxidschicht besser aufgerissen und die Reinigungswirkung ist besser.
      Das hat aber den Nachteil, daß die Elektrode wesentlich höher belastet wird. Die Kalotte (das Kügelchen vorne dran), wird grösser und fängt zu tanzen an. Wenns ganz blöd geht, fällt Dir die Kalottte ins Schmelzbad. Also dann die Elektrode lieber ne Nummer dicker wählen, die ist dann wieder höher belastbar.

      Ich kenne Dein Schweißgerät nicht, kann man da auch die Wechselstromfrequenz verstellen?
      Normalerweise hat der Wechselstrom aus dem Netz eine Frequenz von 50 Hz (Hertz).
      Beim Aluschweissen, belasse ich die Balance des Wechselstrom auf 50:50, drehe aber die Frequenz höher! Das hat zur Folge, daß man eben dann öfter pro Sekunde im + Bereich ist, als normal und auch dadurch eine bessere Reinigungswirkung erreicht wird.
      Ich drehe die Frequenz manchmal hoch bis 300 Hz. Das Lichtbogengeräusch wird dadurch richtig laut (Gehörschutz ist angesagt), aber schweissen tut die Kiste dann wie Gott in Frankreich.
      Aber nicht mit allen Schweißgeräten geht das.

      f050.gif
      Wolfgang

      Re: Probleme beim alu Wig schweißen

      "Jens64" schrieb:


      Es ist nämlich genau andersrum. Je mehr Du ins + gehst, desto tiefer wird Dein Einbrand.

      Ich denke hier hast Du einen Dreher drinn, denn je kleiner die Plushalbwelle je größer der Einbrand.

      "Jens64" schrieb:


      Das hat zur Folge, daß man eben dann öfter pro Sekunde im + Bereich ist, als normal und auch dadurch eine bessere Reinigungswirkung erreicht wird.

      Das müsste aber auch eine Mehrbelastung der Elektrode bedeuten, oder?
      Mit freundlichen Grüssen
      Gernoth
      Moin,
      Ich Wärme das hier mal wieder etwas an.
      Ich habe aktuell auch mit Problemen im Bereich Alu zu kämpfen und bin kurz vorm verzweifeln...

      Ich habe mal ein paar Bilder angehängt.
      Die ersten beiden habe ich mit Argon 4.8 geschweißt. Als dieses dann leer war folgten die anderen versuche mit 4.6 welches ich nachgekauft hatte.
      Nun würde ich gerne wissen ob es an verunreinigtem Argon liegt oder daran das es quasi eine klasse "schlechter" ist?
      Dateien
      Ne ich meine vom Verhalten beim schweißen selbst. Merkt man überhaupt einen Unterschied?
      Wie schon geschrieben mit 4.8 komme ich einigermaßen klar und mit dem neuen 4.6 halt überhaupt nicht.
      Ich bin nun am überlegen ob ich los fahre und mir neues 4.8 oder 4.6 besorge.
      Wenn es normalerweise keinen merkbaren Unterschied macht bin ich mir absolut sicher, dass mein aktuelles Gas verunreinigt ist und ich mir einfach nur neues 4.6 besorge anstatt 4.8.
      Ich hoffe das ist so verständlich :D
      Zwischen Ar4.6 und Ar4.8 liegt kein relevanter Unterschied. Das eine hat 99,996% Reinheit und das andere 99,998%. Dazwischen liegen also 20ppm. Selbst wenn die vollen 20 oder 40ppm Dreck sind, also Sauerstoff oder Stickstoff, würde das nichts ausmachen. Es gibt ja sogar Schutzgase, die 300ppm Sauerstoff oder Stickstoff enthalten, und die sind ausdrücklich für das Schweissen von Alu empfohlen.

      Das hier sieht mir auch nach verunreinigtem Gas aus. Das kann vorkommen, wenn z.B. mal wieder jemand die Flasche ohne Restdruck hat offenstehen lassen, dann dringt Feuchtigkeit in die Flasche ein und schon ist es passiert. Feuchte ist der Tod für jede Alu-Schweissnaht...

      rradler schrieb:

      Wie oft kommt eigentliche verunreinigtes Gas vor? Ist das die große Ausnahme?

      Zu Verunreinigungen im Schutzgas kommt es, wenn die Flaschen vom Anwender völlig entleert werden. Das heißt quasi bis zum letzten Atemzug damit geschweißt wird. Deshalb steht auf den Aufklebern z. B.: "Flasche mit mindestens 1,5 bar Restdruck zurückgeben" Wird das mißachtet und die Flasche ist völlig entleert, tritt natürlich Luft in die Druckgasflasche ein. Mit der Luft kommt Luftfeuchtigkeit herein. In der Folge rostet die Flasche von Innen. Desweiteren werden die Flaschen im Füllwerk nur befüllt und nicht gespült bis die Reinheit erreicht ist. Es wird davon ausgegangen, daß die Flaschen nicht vollständig entleert sind. Demzufolge ist der Nutzer letztlich in der Verantwortung die Flasche ordnugsgemäß dem Lieferanten zurück zu geben. Das heißt mit Restdruck. Das hat nichts mit Linde oder Hinterhofindustriegasliferanten zu tun.

      haewiejetzt.gif